14.05.2018, 09.36 Uhr

Donald Trump im Visier: Al-Qaida-Chef ruft zum Dschihad gegen Trump auf

Donald Trump erkennt Jerusalem als Hauptstadt Israels an und beschwört Hass herauf.

Donald Trump erkennt Jerusalem als Hauptstadt Israels an und beschwört Hass herauf. Bild: dpa

In einem höchst umstrittenen Schritt eröffnen die USA am Montag ihre Botschaft in Jerusalem. US-Präsident Donald Trump hatte die sowohl Juden als auch Muslimen heilige Stadt im Dezember im Alleingang als Hauptstadt Israels anerkannt. Dies löste schwere Unruhen in den Palästinensergebieten aus. Israel feiert den Schritt dagegen als großen politischen Triumph.

Botschaften in Israel: Folgen weitere Länder Trumps Beispiel?

Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu rief am Sonntagabend alle Länder dazu auf, ihre Vertretungen ebenfalls nach Jerusalem zu verlegen. Dies sei der richtige Schritt und diene dem Frieden, sagte er bei einer Feier mit US-Repräsentanten im israelischen Außenministerium in Jerusalem. "Man kann die Basis für Frieden nicht auf einer Lüge aufbauen", sagte der Regierungschef nach Angaben des Außenministeriums.

USA eröffnen Botschaft in Jerusalem am Montag

US-Finanzminister Steven Mnuchin war am Sonntag an der Spitze einer großen Delegation in Israel angekommen. Auch die Präsidententochter Ivanka Trump und ihr Ehemann Jared Kushner sind am Montag bei der Eröffnung der US-Botschaft dabei.

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Tausende Israelis feierten am Sonntag mit einem Marsch in Jerusalems Altstadt die "Wiedervereinigung" der Stadt, also die Eroberung des arabisch geprägten Ostteils im Sechstagekrieg 1967. Die Palästinenser nehmen diesen Teil der Stadt jedoch als Hauptstadt eines künftigen unabhängigen Staates in Anspruch. Israel reklamiert ganz Jerusalem als seine "ewige, unteilbare Hauptstadt". Nach Ansicht der internationalen Gemeinschaft muss der künftige Status Jerusalems bei Friedensverhandlungen beider Seiten geklärt werden.

Der Umzug der bislang in Tel Aviv befindlichen Botschaft stößt deshalb auf heftige Kritik der Palästinenser. Aus ihrer Sicht haben die USA sich als fairer Vermittler in Nahost disqualifiziert.

Donald Trump löst Wahlkampf-Versprechen ein

Der US-Kongress hatte schon 1995 ein Gesetz beschlossen, das die Verlegung der Botschaft nach Jerusalem vorsieht. Seitdem hatten aber alle US-Präsidenten aus Sorge vor politischen Turbulenzen alle sechs Monate ein Dekret unterzeichnet, das die Gültigkeit des Gesetzes aussetzte. Trump ließ den Termin im Dezember jedoch verstreichen. Er hatte die Verlegung der US-Botschaft nach Jerusalem im Wahlkampf versprochen.

Eine Million Menschen wollen am Montag im Gazastreifen an der Grenze zu Israel protestieren. Auch in Ramallah werden Tausende bei einem Marsch durch die Stadt erwartet. Bei den palästinensischen Protesten werden gewaltsame Konfrontationen mit israelischen Soldaten befürchtet.

Al-Qaida-Chef Aiman al-Sawahiri ruft zum Dschihad gegen Trump auf.

Al-Qaida-Chef Aiman al-Sawahiri ruft zum Dschihad gegen Trump auf. Bild: dpa

Al-Qaida-Chef Aiman al-Sawahiri ruft zum Dschihad auf

Auch Al-Qaida Chef Aiman al-Sawahiri ist alles andere als begeistert von der Entscheidung Donald Trumps. Im Internet verbreitete sich ein Video, in dem er Trump vorwarf "das wahre Gesicht des modernen Kreuzzugs offenbart" zu haben. "Beschwichtigungen" würden demnach nicht funktionieren, weshalb er zum Widerstand durch "Dschihad" aufruft.

Entdeckt hatte das US-Unternehmen SITE das Video. Laut "Bild"-Zeitung ist SITE ist auf die Überwachung islamistischer Internetseiten spezialisiert.

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fka/bua/news.de/dpa
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