23.04.2018, 09.16 Uhr

Umweltschutz: Grünen-Politiker fordert Steuer auf Plastik

Viele Plastik-Gegenstände wurden nur produziert, um sie nach einmaligem Gebrauch wegzuwerfen.

Viele Plastik-Gegenstände wurden nur produziert, um sie nach einmaligem Gebrauch wegzuwerfen. Bild: dpa

Plastik ist schädlich für die Umwelt. Ab 2020 ist Einweggeschirr in Frankreich verboten, Costa Rica will komplett auf Wegwerfplastik verzichten, in Kenia sind Herstellung und der Import von Plastiktüten strengstens untersagt und in einigen anderen Ländern wird Mikroplastik aus Kosmetika verbannt. Nun fordert einen Grünen-Politiker eine Extra-Steuer auf Wegwerfprodukte.

Plastiksteuer soll Wegwerfprodukte teurer machen

Der Grünen-Vorsitzende Robert Habeck will Wegwerfprodukte aus Kunststoff über eine neue Steuer teurer machen. "Wir brauchen eine EU-weite Plastiksteuer auf Wegwerfprodukte", sagte er der "Welt". "So lässt sich eine Lenkungswirkung erreichen." Auch an einer anderen Stelle will der Kieler Umweltminister an der Steuerschraube drehen, um "raus aus der Wegwerf-Plastikgesellschaft" zu kommen.

Es könne nicht sein, "dass Erdöl, das beispielsweise für die Produktion von Kunststoffen verwendet wird, anders als Öl für Kraftstoffe steuerlich bevorzugt wird". Der Staat fördere die Plastikflut mit mindestens 780 Millionen Euro jährlich, sagte Habeck unter Hinweis auf eine Studie des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS). "Diese Plastiksubvention gehört abgeschafft."

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Großbritannien will Plastikstrohhalme und Wattestäbchen verbieten

London will ernst machen mit einem Verbot von Plastikhalmen und anderen Wegwerf-Produkten aus Kunststoff. Noch in diesem Jahr solle mit Konsultationen dazu begonnen werden, erklärte die britische Regierung am Donnerstag zum Auftakt des Commonwealth-Treffens in London. Das Verbot könnte Medienberichten zufolge in England bereits im kommenden Jahr in Kraft treten. In Schottland ist eine ähnliche Maßnahme in Planung.

In Großbritannien werden laut Regierung jährlich 8,5 Milliarden Plastikhalme weggeworfen. Mehrere Veranstalter von Musikfestivals in dem Land kündigten an, die Einmal-Produkte von diesem Jahr an nicht mehr zu verwenden. Das britische Königshaus hat Plastikhalme und Einweg-Plastikflaschen bereits zu Beginn des Jahres von allen seinen Einrichtungen verbannt.

Die Europäische Union hatte bereits Anfang des Jahres angekündigt, bis 2030 alle Wegwerf-Plastikartikel durch wiederverwertbare Produkte zu ersetzen. Großbritannien wird die EU aber im kommenden Jahr verlassen.

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bua/news.de/dpa
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