16.04.2018, 12.41 Uhr

Urteil gegen Syrer rechtskräftig: 2 Jahre Haft! Mann wollte IS um 180.000 Euro betrügen

Weil er den Islamischen Staat um Geld betrügen wollte, wurde ein Syrer jetzt zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt (Symbolbild).

Weil er den Islamischen Staat um Geld betrügen wollte, wurde ein Syrer jetzt zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt (Symbolbild). Bild: Maksym Yemelyanov/fotolia

Ein ursprünglich terrorverdächtiger Syrer aus Saarbrücken muss wegen versuchten Betruges zwei Jahre ins Gefängnis. Der Bundesgerichtshof (BGH)habe am Mittwoch die Revisionen des Angeklagten und der Staatsanwaltschaft gegen ein Urteil des Landgerichts Saarbrücken verworfen, teilte der BGHmit. Damit sei der Richterspruch - zwei Jahre Haft ohne Bewährung - vom vergangenen August rechtskräftig. (Az: 5 StR 595/17)

Fingierte Anschläge: Syrer wollte IS um 180.000 Euro betrügen

Der damals 39 Jahre alte Syrer hatte versucht, die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zu betrügen. Per Internetchat suchte er Kontakt zum IS, um an 180.000 Euro zur Finanzierung angeblicher Anschläge unter anderem in Deutschland zu kommen: Er wolle Autos kaufen, die mit Sprengstoff gefüllt in Menschenmengen gefahren werden sollten, sagte er dem Kontaktmann.

Der Syrer wollte den vorgeblichen Plan aber gar nicht ausführen, sondern das Geld für eigene Zwecke verwenden. Zur Geldübergabe kam es nicht. Bei der Verhaftung des Mannes Ende 2016 war auch kein Sprengstoff gefunden worden.

Syrischer Oppositioneller verrät Pseudo-Terrorist an Behörden

Der vermeintliche IS-Kontaktmann entpuppte sich derweil als syrischer Oppositioneller, der an die Zugangsdaten für einen Chat-Account eines kurz zuvor getöteten IS-Funktionärs gelangt war. Damit wollte er möglichst viele IS-Anhänger ausfindig machen und den Behörden melden.

Glück im Unglück: Syrer sollte zehn Jahre hinter Gittern

Die Staatsanwaltschaft hatte zehn Jahre Haft wegen versuchter Beteiligung an einem Mord gefordert, die Verteidigung hatte damals auf Freispruch plädiert. Der Anwalt des Syrers, Marius Müller, sagte, er sei mit der BGH-Entscheidung "zufrieden". Sein Mandant habe bald zwei Drittel der Strafe abgesessen: Er werde einen Antrag stellen, damit der Rest der Strafe zur Bewährung ausgesetzt werde, sagte Müller der Deutschen Presse-Agentur.

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jat/news.de/dpa
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