11.04.2018, 14.32 Uhr

Krebs-Gefahr durch Acrylamid: Achtung! Dürfen Pommes bald nicht mehr frittiert werden?

EU will Pommes gesünder machen: Gibt es Pommes frites künftig nur noch labbrig?

EU will Pommes gesünder machen: Gibt es Pommes frites künftig nur noch labbrig? Bild: dpa

Lebensmittelhersteller sowie Restaurants und Imbissbetriebe müssen von diesem Mittwoch an neue EU-Regeln zur Eindämmung des als krebserregend geltenden Stoffes Acrylamid einhalten. Die Vorgaben sehen unter anderem vor, ein übermäßiges Frittieren von Pommes frites zu vermeiden und Brot möglichst hell zu backen. Zudem müssen Produkte künftig bereits so hergestellt werden, dass bei ihrer Zubereitung so wenig Acrylamid wie möglich entstehen kann.

EU-Verordnung für Pommes frites wegen Krebs-Gefahr durch Acrylamid

Acrylamid bildet sich unter hohen Temperaturen beim Rösten, Backen, Braten oder Frittieren von stärkehaltigen Lebensmitteln aus der Aminosäure Asparagin und aus Zuckern. Betroffen sind vor allem Produkte auf Kartoffel- oder Getreidebasis sowie Kaffee.

Die neuen Regeln wurden im vergangenen Jahr beschlossen, weil angemahnte freiwillige Maßnahmen zur Reduzierung des Acrylamidgehalts in Lebensmitteln nicht den erhofften Erfolg gebracht hatten. Ein Gutachten der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hatte zuvor bestätigt, dass Acrylamid in Lebensmitteln das Krebsrisiko für Verbraucher aller Altersgruppen potenziell erhöht.

Neue Acrylamid-Regeln gelten ab heute - ihre Folgen für Pommes-Liebhaber

Am 11. Dezember ist die neue EU-Verordnung zu Acrylamid bereits in Kraft getreten. Nach einer viermonatigen Übergangsfrist wird sie nun verbindlich. Darin sind Vorgaben formuliert, an die sich Lebensmittelhersteller halten sollen, damit weniger des krebserregenden Stoffes im Endprodukt landet.

Neue Richtwerte für frittierte Pommes: EU Will Pommes gesünder machen

Weniger Hitze, weniger lange in der Fritteuse, weniger braun. So in etwa lässt sich zusammenfassen, was sich für die Herstellung von Pommes frites ändern soll. Richtwerte geben an, wie viel Acrylamid die Fritten höchstens haben sollten. Auch zu den Sorten, die verwendet werden, zur Lagerung der Kartoffeln und dazu, wie häufig das Fett gewechselt werden muss, werden Hinweise gegeben.

Der CDU-Europaabgeordnete Peter Liese erklärt dazu gegenüber "Tagesschau.de":"Toast und Aufbackbrötchen vergolden, nicht verkohlen. Sie sollten nicht dunkelbraun sein, sondern goldgelb. Bei Pommes frites nicht mit 180 Grad frittieren, sondern mit 175 Grad. Dann reduziert man die Auswirkungen schon sehr stark."

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sba/kns/news.de/dpa
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