22.03.2018, 10.36 Uhr

Länderfinanzausgleich: Klammes Deutschland! Die Schere zwischen arm und reich wird größer

Der Länderfinanzausgleich wird 2019 abgeschafft.

Der Länderfinanzausgleich wird 2019 abgeschafft. Bild: dpa

Deutschland hat im vergangenen Jahr erneut eine Rekordsumme zwischen armen und reichen Bundesländern umverteilt: 11,2 Milliarden Euro. Das ist ein Zuwachs von 0,56 Milliarden beziehungsweise 5,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie das Bundesfinanzministerium am Donnerstag in Berlin mitteilte. Ähnliche Zahlen hatte Bayern als größter Zahler bereits zu Jahresbeginn errechnet.

Riesiges Gefälle zwischen arm und reich

Hintergrund sind eklatante Unterschiede in der Finanzkraft auch mehr als 25 Jahre nach der Wiedervereinigung. Selbst das einnahmestärkste ostdeutsche Bundesland Brandenburg steht demnach schlechter dar als das Saarland, das einnahmeschwächste im Westen. Die westdeutschen Länder lagen bei bis zu 154,2 Prozent des bundesweiten Durchschnitts, die ostdeutschen Länder bei maximal 68,8 Prozent. Insgesamt 69 Prozent der Ausgleichszahlungen flossen in den Osten.

Bayern bleibt reich, Berlin bettelarm

Bayern war mit 5,89 Milliarden Euro 2017 erneut größter Einzahler in den Finanzausgleich, schulterte aber einen etwas geringeren Anteil als im Jahr davor. Weitere Geberländer waren Baden-Württemberg (2,8 Milliarden) und Hessen (2,5 Milliarden). Auch Hamburg war mit 40 Millionen Euro erstmals Geber. Größter Profiteur war erneut Berlin, das 4,2 Milliarden Euro erhielt, 37,8 Prozent der Gesamtsumme.

Die geltenden Regelungen des Finanzausgleichs laufen 2019 aus. Der Länderfinanzausgleich im engeren Sinne wird dann in seiner derzeitigen Form abgeschafft.

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koj/news.de/dpa
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