19.03.2018, 08.57 Uhr

Wladimir Putin: Was bedeutet der Wahlsieg des russischen Präsidenten?

Wladimir Putin wurde mit 76,6 Prozent wiedergewählt.

Wladimir Putin wurde mit 76,6 Prozent wiedergewählt. Bild: dpa

Russlands Staatschef Wladimir Putin hat die Präsidentenwahl mit rund 76,7 Prozent der Wählerstimmen gewonnen. Das teilte die Wahlkommission am Montagmorgen nach der Auszählung von 99 Prozent der Stimmzettel mit.

Wahl in Russland 2018: Wladimir Putin für sechs Jahre wiedergewählt

Damit bleibt der 65-Jährige wie erwartet für sechs weitere Jahre im Amt. Den zweiten Platz erreichte der Kommunist Pawel Grudinin mit 11,8 Prozent, dahinter der Rechtspopulist Wladimir Schirinowski mit 5,7 Prozent. Für die liberale TV-Journalistin Xenia Sobtschak stimmten 1,7 Prozent, vier weitere Kandidaten erhielten noch weniger. Die Wahlbeteiligung bei der Abstimmung am Sonntag lag demnach bei rund 67 Prozent.

Wladimir Putin inszeniert Wahltag

Dass Wladimir Putin nicht aufgrund seiner politischen Bereicherung gewonnen hat, dürfte vielen klar sein. Vor allem sein Hang zur Inszenierung hat den Wahlsieg Putins zu verantworten. Der Wahltag wurde auf den Tag der Annexion der Krim gelegt, für viele Russen ein hochemotionaler Tag. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass die Bürger sich in Kriegszeiten wähnen und keinen Machtwechsel wollen.

Gift-Skandal in London half Wladimir Putin

Nach der Verkündung bedankte sich Wladimir Putin bei seinem Volk und vor allem bei Großbritannien. Durch die Causa Skripal wurde der Patriotismus der Russen wieder wachgekitzelt und die Bevölkerung stellte sich hinter seinen Machthaber. Damit hat ihm offenbar ausgerechnet der derzeitig ärgste Feind dabei geholfen, dass Wladimir Putin erneut wiedergewählt wurde und das russische Volk sich derzeit stark wähnt.

Großbritannien geht davon aus, dass der Ex-Doppelagent Skripal und seine Tochter Yulia mit dem in der Sowjetunion entwickelten Nervengift Nowitschok vergiftet wurden, und vermutet daher eine Verstrickung Russlands. Putin sagte am Sonntag, er habe aus den Medien von dem Fall erfahren. "Als erstes habe ich gedacht: Wenn das ein militärischer Kampfstoff war, dann wären die Leute auf der Stelle tot gewesen."

Sein Wahlkampfsprecher Andrej Kondraschow bedankte sich ironisch für die Schützenhilfe aus London: "Immer wenn Russland laut und ohne Beweise beschuldigt wird, was macht das russische Volk? Es schließt sich um das Zentrum der Macht zusammen." Der Vorwurf, Russland sei in den Anschlag verwickelt, sei Unsinn, sagte Putin. "Russland hat dieses Mittel nicht, wir haben alle unsere chemischen Waffen unter Kontrolle internationaler Beobachter vernichtet."

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