26.03.2018, 19.35 Uhr

Giftgas-Krise - News-Ticker: 15 EU-Länder weisen Diplomaten nach Skripal-Affäre aus

Das dürfte Putin nicht erfreuen: Offenbar will nun auch Deutschland russische Diplomaten ausweisen.

Das dürfte Putin nicht erfreuen: Offenbar will nun auch Deutschland russische Diplomaten ausweisen. Bild: dpa

Deutschland weist wegen des Giftanschlags auf den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal in Großbritannien vier russische Diplomaten aus. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Montag. Zuerst hatte die "Süddeutsche Zeitung" darüber berichtet. Begründet wird der Schritt mit der Solidarität zu Großbritannien und wohl auch mit dem Cyber-Angriff von Hackern auf das Auswärtige Amt mit mutmaßlich staatlichem russischem Hintergrund. Eine offizielle Erklärung der Bundesregierung wurde in Kürze erwartet.

Großbritannien und Russland hatten bereits die Ausweisung von 23 Diplomaten des jeweils anderen Landes angeordnet. Es wurde erwartet, dass sich auch noch andere westliche Staaten zu dieser Frage äußern.

Bei dem Anschlag im britischen Salisbury waren Anfang März Skripal und seine Tochter schwer vergiftet worden. Die Täter nutzten dabei nach derzeitigem Ermittlungsstand den in der früheren Sowjetunion entwickelten Kampfstoff Nowitschok. Russland weist jegliche Verantwortung für den Anschlag zurück.

Giftgas-Krise im Fall Skripal im News-Ticker

+++ 26.03.2018: Gebäude in Salisbury werden nach Gift-Anschlag dekontaminiert - Bleibende Schäden? +++

Nach dem Giftanschlag auf den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal soll noch in dieser Woche mit der Dekontamination einiger Gebäude in der südenglischen Kleinstadt Salisbury begonnen werden. Davon sind auch das Restaurant und der Pub betroffen, in dem sich Skripal (66) mit seiner Tochter Yulia (33) am Tag des Attentats aufgehalten hat, wie der Fernsehsender Sky News am Montag berichtete. Es handelt sich nach Angaben der Polizei um eine reine Vorsichtsmaßnahme; die Öffentlichkeit sei nicht in Gefahr.

Die Opfer befinden sich in einem kritischen, aber stabilen Zustand. Nach Angaben von Premierministerin Theresa May könnten die beiden eventuell bleibende Schäden davontragen. Ein Polizist, der während seines Einsatzes mit dem Nervengift in Kontakt gekommen war, wurde vor wenigen Tagen aus dem Krankenhaus entlassen. Dutzende weitere kamen vorsichtshalber in die Klinik, waren aber gesund. "Wir schätzen, dass mehr als 130 Menschen in Salisbury möglicherweise dem Nervengift ausgesetzt waren", sagte May im Parlament.

Die Bank, auf der Vater und Tochter bewusstlos am 4. März saßen, ist bereits abgebaut. Der Anschlag wurde nach britischen Angaben mit einem Gift verübt, das einst in der Sowjetunion produziert worden war. London bezichtigt daher Moskau als Drahtzieher des Attentats.

+++ 26.03.2018: Außer Großbritannien weisen 15 EU-Länder russische Diplomaten aus +++

In der Affäre um den Giftgasanschlag auf den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal haben außer Großbritannien 15 weitere der insgesamt 28 EU-Staaten russische Diplomaten ausgewiesen. Außerhalb der EU haben die USA 60 russische Geheimdienstmitarbeiter aufgefordert, das Land zu verlassen. Kanada weist 4 und die Ukraine 13 russische Diplomaten aus. Aus Norwegen soll zudem ein weiterer Diplomat ausgewiesen werden.

Anbei eine Auflistung der EU-Länder:

  • Deutschland - 4 Diplomaten
  • Frankreich - 4 Diplomaten
  • Polen - 4 Diplomaten
  • Tschechien - 3 Diplomaten
  • Litauen - 3 Diplomaten
  • Italien - 2 Diplomaten
  • Spanien - 2 Diplomaten
  • Niederlande - 2 Diplomaten
  • Dänemark - 2 Diplomaten
  • Estland - 1 Diplomat
  • Lettland - 1 Diplomat
  • Schweden - 1 Diplomat
  • Rumänien - 1 Diplomat
  • Finnland - 1 Diplomat
  • Kroatien - 1 Diplomat

Großbritannien hatte zuvor die Ausweisung von 23 russischen Diplomaten angeordnet.

+++ 26.03.2018: Ukraine weist in Skripal-Affäre 13 russische Diplomaten aus +++

Die Ukraine weist wegen eines Russland zugeschriebenen Giftangriffes auf einen ehemaligen Doppelagenten 13 russische Diplomaten aus. Das sei Kiews Antwort auf die "zynische chemische Attacke in Salisbury", teilte Präsident Petro Poroschenko am Montag mit. De facto seien die diplomatischen Beziehungen zum Nachbarn eingefroren, hieß es. Außer der Botschaft in Kiew unterhält Russland noch drei Konsulate in Charkiw, Lwiw und Odessa.

Kiew sieht sich seit der russischen Annexion der Halbinsel Krim und der anschließenden Unterstützung der ostukrainischen Separatisten durch Moskau im Krieg mit Russland. Beide Ex-Sowjetrepubliken haben seit Jahren keine akkreditierten Botschafter mehr im Nachbarland.

+++ 26.03.2018: Frankreich weist im Fall Skripal vier russische Diplomaten aus +++

Wegen des Giftanschlags auf den ehemaligen Doppelagenten Sergej Skripal in Großbritannien weist Frankreich vier russische Diplomaten aus. Sie müssten das Land innerhalb von einer Woche verlassen, teilte Außenminister Jean-Yves Le Drian in Paris mit.

+++ 26.03.2018: Fall Skripal: 14 EU-Staaten weisen russische Diplomaten aus +++

Wegen des Giftanschlags auf den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal in Großbritannien weisen insgesamt 14 EU-Staaten russische Diplomaten aus. Das teilte EU-Ratspräsident Donald Tusk am Montag in der bulgarischen Schwarzmeerstadt Warna mit.

+++ 26.03.2018: Dänemark weist in Skripal-Affäre russische Diplomaten aus +++

Dänemark weist wegen des Giftanschlags auf den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal in Großbritannien zwei russische Diplomaten aus. Außenminister Anders Samuelsen begründete den Schritt am Montag in Kopenhagen mit Solidarität zu Großbritannien. Dänemark habe noch nie zuvor ausländische Diplomaten als Reaktion auf etwas ausgewiesen, was in einem dritten Land geschehen sei.

Auch Deutschland und die USA weisen russische Diplomaten aus. Zuvor hatten bereits Großbritannien und Russland die Ausweisung von 23 Diplomaten des jeweils anderen Landes angeordnet. Bei dem Anschlag im britischen Salisbury waren Anfang März Skripal und seine Tochter schwer vergiftet worden. Die Täter nutzten dabei nach derzeitigem Ermittlungsstand den in der früheren Sowjetunion entwickelten Kampfstoff Nowitschok. Russland weist jegliche Verantwortung für den Anschlag zurück.

+++ 26.03.2018: Außenamt: Russische Diplomaten müssen bis kommenden Montag gehen +++

Als Reaktion auf den Giftanschlag auf den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal in Großbritannien müssen vier russische Diplomaten Deutschland innerhalb von sieben Tagen verlassen. Diese Aufforderung sei der russischen Botschaft übermittelt worden, teilte das Auswärtige Amt am Montag mit. Zugleich wurde betont, die Bundesregierung bleibe weiterhin zum Dialog mit Russland bereit.

+++ 26.03.2018: USA weisen russische Geheimdienstmitarbeiter aus +++

Die USA weisen wegen eines Russland zugeschriebenen Giftangriffs auf einen ehemaligen Doppelagenten in Großbritannien 60 russische Geheimdienstmitarbeiter aus. Außerdem werde das russische Konsulat in Seattle geschlossen, gab das Weiße Haus am Montag in Washington bekannt.

+++ 26.03.2018: Deutschland weist vier russische Diplomaten aus +++

Deutschland weist wegen des Giftanschlags auf den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal in Großbritannien vier russische Diplomaten aus. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Montag. Zuerst hatte die "Süddeutsche Zeitung" darüber berichtet.

+++ 26.03.2018: "Bild": Deutschland prüft Ausweisung russischer Diplomaten +++

Die Bundesregierung prüft wegen des Giftanschlags auf den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal im englischen Salisbury nach einem "Bild"-Bericht eine Ausweisung russischer Diplomaten. "Es gibt Planungen für eine Ausweisung russischer Diplomaten aus Deutschland. Es soll aber eine gemeinsame Entscheidung mehrerer EU-Staaten sein", zitierte die Onlineausgabe der Zeitung am Montag einen deutschen Regierungsvertreter. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur wurde eine Entscheidung noch im Laufe des Tages erwartet.

+++ 24.03.2018: Russischer Botschafter warnt vor deutscher Reaktion auf Fall Skripal +++

Der russische Botschafter in Berlin, Sergej Netschajew, hat Deutschland vor eigenen Konsequenzen gegen Russland wegen des Giftanschlags in Großbritannien gewarnt. "Wir hoffen sehr, dass unsere deutschen Partner nicht nach fremden Regeln spielen werden, dabei noch mit geschlossenen Augen. Das liegt kaum in unser aller Interesse", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. "Die deutsch-russischen Beziehungen haben eine strategische Bedeutung."

+++ 23.03.2018: Auch EU glaubt an Täterschaft Russlands +++

Nach dem Giftanschlag von Salisbury schließen sich die EU-Staaten der Einschätzung Großbritanniens an, dass sehr wahrscheinlich Russland dafür verantwortlich ist. Dies hätten die 28 Staaten beim EU-Gipfel in Brüssel einheitlich festgestellt, sagte Kanzlerin Angela Merkel am frühen Freitagmorgen. Dafür gebe es "gar keine andere Erklärung".

Damit verschärft die EU erheblich die Tonlage gegenüber Moskau. Noch am Montag hatten sich die EU-Außenminister nicht auf eine klare Schuldzuweisung an Moskau einigen können. Die britische Premierministerin Theresa May zeigte sich erfreut, dass die EU sich der britischen Linie im Fall des Ex-Doppelagenten Sergej Skripal und seine Tochter Yulia anschließt.

Als erste konkrete Reaktion auf den Anschlag beschlossen die Staats- und Regierungschefs, dass die EU ihren Botschafter aus Moskau für Konsultationen zurück nach Brüssel ruft, wie der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte nach den Beratungen bestätigte. Mehrere Mitgliedstaaten erwögen zudem, auch ihre nationalen Botschafter zurückzurufen oder russische Diplomaten auszuweisen, hieß es aus Diplomatenkreisen.

+++ 21.03.2018: Russland hat eigenen Fragenkatalog zu Fall Skripal übermittelt +++

Russland hat nach dem Giftanschlag auf den Ex-Agenten Sergej Skripal in England konkrete Fragen an die Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) gestellt. Das sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow am Mittwoch bei einem Besuch in Tokio. "Wir werden durchsetzen, dass alle unsere Fragen beantwortet werden."

Lawrow warf der britischen Regierung vor, vorschnell zu urteilen. London treibe auch seine internationalen Partner in eine "verlogene Solidarität", sagte er der Agentur Interfax zufolge. Großbritannien und Moskau haben in dem Streit gegenseitig Diplomaten ausgewiesen.

In Moskau hat das Außenministerium in einem ungewöhnlichen Schritt für Mittwoch alle akkreditierten Botschafter eingeladen, um die russische Sicht darzustellen. Die Botschafter aus Großbritannien, Frankreich, Deutschland und China ließen aber mitteilen, sie würden nicht teilnehmen und nur Vertreter entsenden.

+++ 20.03.2018: Russische Diplomaten verlassen London +++

Wegen des Giftanschlags auf den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal haben 23 Diplomaten die russische Botschaft in London verlassen müssen. Sie verabschiedeten sich am Dienstag voneinander und fuhren im mehreren Fahrzeugen davon. Auch Kinder waren dabei. Premierministerin Theresa May hatte die Ausweisung am vergangenen Mittwoch im Parlament als eine von mehreren Sanktionen verkündet. Sie hatte den Diplomaten eine Frist von einer Woche gesetzt. Im Gegenzug ordnete Moskau die Ausweisung von 23 britischen Diplomaten an.

Nach Angaben des russischen Botschafters in London, Alexander Jakowenko, sind inklusive der Angehörigen etwa 80 Personen von der Ausweisung betroffen. Er sprach von einer Anti-Russen-Kampagne.

Streit zwischen England und Russland spitzt sich zu: Theresa May, Premierministerin von Großbritannien, spricht im Parlament.

Streit zwischen England und Russland spitzt sich zu: Theresa May, Premierministerin von Großbritannien, spricht im Parlament. Bild: dpa

+++ 20.03.2018: Experte bezweifelt Nowitschok-Vorwurf gegen Russland +++

Ein russischer Experte und angeblicher Mitentwickler des Nervengifts Nowitschok hat britische Vorwürfe gegen Russland im Fall des Ex-Agenten Sergej Skripal angezweifelt. Das Gift, das für den Anschlag auf Skripal in Großbritannien verwendet wurde, könne auch außerhalb Russlands hergestellt worden sein, sagte der Chemiker Leonid Rink der staatlichen Agentur Ria Nowosti am Dienstag. Auch in Großbritannien gebe es Spezialisten, die dies hätten machen können.

Ob Skripal mit Nowitschok vergiftet wurde, sei leicht zu bestimmen. Jedes Mittel habe eine Art Handschrift von der Herstellung, sagte Rink. "Es wird sich sofort herausstellen, dass dies keine russische Technologie war", sagte Rink. Daher habe Russland bislang von Großbritannien noch keine Proben bekommen, spekulierte er.

Die Agentur präsentierte Rink als Wissenschaftler, der in der Sowjetunion an der Entwicklung von Nowitschok beteiligt gewesen war. Er habe damals auch in seiner Doktorarbeit darüber geschrieben, sagte er. Seine Angaben konnten nicht unabhängig überprüft werden. Die russische Regierung hatte zuletzt dementiert, dass es in der Sowjetunion ein Forschungsprogramm unter dem Namen Nowitschok gab.

Nowitschok sei kein einzelnes Mittel, sondern ein ganzes System chemischer Waffen, sagte Rink. Er zog Aussagen eines anderen Wissenschaftlers namens Wil Mirsajanow in Zweifel. Dieser hatte die Existenz des Nowitschok-Programms 1992 enthüllt und war in den vergangenen Tagen von westlichen Medien dazu interviewt worden. Er emigrierte 1994 in die USA.

+++ 19.03.2018: Chemiewaffen-Experten treffen in Großbritannien ein +++

Im Fall des Giftanschlags auf den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal sind am Montag Vertreter der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) in Großbritannien eingetroffen. Das bestätigten die zuständigen britischen Ministerien auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Die OPCW soll die Proben des gefundenen Gifts Nowitschok nach Angaben des britischen Außenministeriums in internationalen Labors überprüfen lassen. Dies soll mindestens zwei Wochen dauern.

+++ 19.03.2018 Kreml fordert von London Beweise oder Entschuldigung +++

Der Kreml hat von Großbritannien die Rücknahme falscher Beschuldigungen wegen des Giftanschlags auf den Ex-Agenten Sergej Skripal gefordert. "Entweder muss man sie mit irgendwelchen Beweisen untermauern oder sich entsprechend entschuldigen", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Montag in Moskau.

Peskow sagte, aus seiner Sicht bedeute der Konflikt mit London keine generelle Verschärfung im Verhältnis zum Westen. "Es geht um einen schwer zu erklärenden, unmotivierten, unbegründeten Strom an Verleumdungen gegen Russland vonseiten Großbritanniens", sagte er der Agentur Interfax zufolge.

Präsident Wladimir Putin nannte die Vorwürfe nach seinem Wahlsieg am Sonntag unsinnig. Sein Wahlkampfsprecher Andrej Kondraschow bedankte sich sogar ironisch bei der britischen Regierung: Sie habe geholfen, Wähler für Putin zu mobilisieren.

+++ 18.03.2018: Putin: Russland hat das Nervengift aus dem Fall Skripal nicht +++

Russlands Präsident Wladimir Putin hat eine Verwicklung Moskaus in den Anschlag mit Nervengift auf einen Ex-Agenten in Großbritannien zurückgewiesen. "Russland hat dieses Mittel nicht, wir haben alle unsere chemischen Waffen unter Kontrolle internationaler Beobachter vernichtet", sagte Putin nach seiner klaren Wiederwahl am Sonntagabend in Moskau. Nach ersten Ergebnissen kam er bei der Präsidentenwahl auf rund drei Viertel der Stimmen.

Großbritannien geht davon aus, dass der Ex-Doppelagent Sergej Skripal mit dem in der Sowjetunion produzierten Nervengift Nowitschok vergiftet wurde. London verdächtig Moskau.

Putin sagte, er habe aus den Medien von dem Fall erfahren. "Als erstes habe ich gedacht: Wenn das ein militärischer Kampfstoff war, dann wären die Leute auf der Stelle tot gewesen." Russland kurz vor der Präsidentenwahl und der Fußball-Weltmeisterschaft diesen Sommer zu verdächtigen sei Unsinn, meinte Putin.

+++ 18.03.2018: Gift im Fall Skripal wird von unabhängigen Experten untersucht +++

Zwei Wochen nach dem Gift-Attentat auf den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal werden Experten der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) in Großbritannien erwartet. Sie sollen von Montag an Proben des Nervengifts untersuchen, das bei dem Anschlag auf Skripal und dessen Tochter Yulia verwendet worden war.

Wie das britische Außenministerium am Sonntag in London weiter mitteilte, lässt die OPCW die Proben in renommierten, internationalen Labors überprüfen. Dies werde mindestens zwei Wochen dauern.

Sergej und Yulia Skripal befinden sich nach wie vor in einem kritischen Zustand. Sie waren am 4. März bewusstlos auf einer Parkbank im südenglischen Salisbury aufgefunden worden. London glaubt, dass Moskau hinter dem Giftanschlag steckt. Das Attentat hat eine schwere politische Krise zwischen beiden Ländern ausgelöst.

+++ 17.03.2018: Moskau holt zum Schlag gegen London aus - Diplomaten ausgewiesen +++

Russland holt im Konflikt mit Großbritannien um den Giftanschlag auf einen früheren Doppelagenten zu einem weitreichenden Gegenschlag aus und weist 23 britische Diplomaten aus. Zudem belegt Russland das Generalkonsulat in St. Petersburg und das Kulturinstitut British Council mit Sanktionen, wie das Außenministerium am Samstag in Moskau mitteilte. Damit reagierte Moskau auf Londons Anordnung vom Mittwoch, dass 23 russische Diplomaten Großbritannien verlassen müssen.

+++ 16.03.2018: Russische Maßnahmen gegen Großbritannien verzögern sich noch +++

Die Reaktion Russlands auf die Ausweisung von Diplomaten aus Großbritannien verzögert sich nach Angaben aus Moskau noch. «Die Entscheidung über russische Gegenmaßnahmen ist gefallen. Sie werden Großbritannien nicht in den kommenden Stunden, aber in nächster Zeit mitgeteilt», sagte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, der Agentur Interfax am Freitagabend.

Großbritannien hatte die Ausweisung 23 russischer Diplomaten angeordnet. Damit reagierte die Regierung in London auf den Giftanschlag auf einen Ex-Doppelagenten und dessen Tochter, für den sie Moskau verantwortlich macht.

Russlands Chefdiplomat Sergej Lawrow deutete an, dass Moskau ebenfalls britische Vertreter ausweisen wolle. Er hatte offen gelassen, wie viele Mitarbeiter Großbritannien wird abziehen müssen.

+++ 16.03.2018: Britischer Außenminister Johnson: Giftgas-Befehl direkt von Putin +++

Kein Ende in Sicht beim Krieg der Worte: Der britische Außenminister Boris Johnson ist der festen Überzeugung, der Giftgas-Befehl kam direkt von Russlands Präsident Wladimir Putin. Dafür gebe es eine "überwältigende Wahrscheinlichkeit". Der Kreml bezeichnete die Anschuldigungen unterdessen als "schockierend und unverzeihlich".

+++ 16.03.2018: Merkel: Bei Reaktionen auf Giftanschlag geht es nicht um Fußball-WM +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel hält nichts von einem Boykott der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland als Reaktion des Westens auf den Giftgasanschlag in Großbritannien. Es gehe jetzt um eine rasche Aufklärung des Anschlages auf den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal und dessen Tochter, sagte die CDU-Vorsitzende am Freitag in Berlin bei einem Treffen mit Schwedens Ministerpräsident Stefan Löfven. Sie hoffe, dass sich Russland an dieser Aufklärung beteilige. Sie würdigte ausdrücklich, dass die britische Regierung dazu das verwendete Gift zur Verfügung stelle.

+++ 16.03.2018: Mafiabande verantwortlich? Jeremy Corbyn warnt vor vorschneller Verurteilung Russlands +++

Der Chef der oppositionellen Labour-Partei in Großbritannien, Jeremy Corbyn, warnte dagegen vor einer vorschnellen Verurteilung. Auch mafiaähnliche Banden in Russland könnten für die Tat verantwortlich sein, sagte er in Interviews. Ein "neuer Kalter Krieg" müsse verhindert werden. Für seine Äußerungen wurde Corbyn auch in der eigenen Partei kritisiert.

+++ 16.03.2018: Russland setzt bei diplomatischem Streit auf Aussage von Skripal +++

Russland setzt bei den Untersuchungen im Streit um den Giftanschlag auf den Ex-Spion Sergej Skripal in Großbritannien auf eine mögliche Aussage des Opfers. "Warum fragen wir nicht einfach den Betroffenen selbst, wenn es ihm hoffentlich besser geht", sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow am Freitag in Astana. "Wahrscheinlich kann er am ehesten Aufschluss über vieles geben, was an jenem Tag passiert ist, als die Tragödie geschah."

+++ 16.03.2018: Attentat auf Skripal: Gift im Koffer seiner Tochter versteckt? +++

Das für das Attentat auf den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal verwendete Nervengift ist möglicherweise im Koffer seiner Tochter versteckt worden. Davon gingen Geheimdienstkreise aus, berichtete die britische Zeitung "The Daily Telegraph" am Freitag.

Die extrem gefährliche Substanz Nowitschok wurde demnach bei einem Aufenthalt von Yulia Skripal in Moskau heimlich in ihrem Koffer deponiert - in einem Kleidungsstück, einem Kosmetikprodukt oder einem Geschenk. Als sie anschließend ihren Vater in Großbritannien besuchte, soll sie dem Bericht zufolge unwissentlich das Gift freigesetzt haben. Eine klare Quelle nannte die Zeitung aber nicht.

+++ 15.03.2018: Westliche Allianz stellt sich hinter England +++

Deutschland, Frankreich und die USA haben sich im Fall des Giftanschlags auf den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal hinter Großbritannien gestellt und in ungewöhnlich scharfen Worten von Moskau Aufklärung verlangt. "Es handelt sich um einen Übergriff gegen die Souveränität des Vereinigten Königreichs", erklärten die Staats- und Regierungschefs aller vier Länder am Donnerstag in einer gemeinsamen Erklärung. "Ein solches Vorgehen verletzt eindeutig die Bestimmungen des Chemiewaffenübereinkommens und das Völkerrecht. Es bedroht unser aller Sicherheit."

Von Moskau wird nun verlangt, zu allen Fragen Stellung zu nehmen, die mit dem Anschlag im britischen Salisbury verbunden seien. Russland solle insbesondere das Programm im Zusammenhang mit dem Nervengift Nowitschok voll umfänglich gegenüber der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OVCW) offen legen.

+++ 15.03.2018: Gift-Anschlag: Nato hat keine Zweifel an Verantwortung Russland +++

Die Nato hat keine Zweifel, dass Russland für den in Großbritannien verübten Nervengift-Anschlag auf den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal verantwortlich ist. Die Attacke entspreche dem rücksichtslosen Verhalten Russlands in den vergangenen Jahren, sagte Generalsekretär Jens Stoltenberg am Donnerstag in Brüssel. "Wir haben keinen Grund, die Ermittlungsergebnisse und Einschätzungen Großbritanniens infrage zu stellen."

Mit Blick auf eine Reaktion der Nato warnte Stoltenberg allerdings vor großen Erwartungen. Großbritannien habe nicht beantragt, dass der Anschlag nach Artikel 5 als ein militärischer Angriff auf alle Alliierten eingestuft werde, erklärte er. Das Bündnis leiste deswegen bislang lediglich starke politische Unterstützung.

Die von Großbritannien bereits angekündigten Strafmaßnahmen, die unter anderem die Ausweisung von russischen Diplomaten umfassen, bezeichnete Stoltenberg als richtig und angemessen. Auf einen solchen Anschlag müsse es eine Antwort geben, sagte er. Für den kommenden Montag kündigte Stoltenberg ein Treffen mit dem britischen Außenminister Boris Johnson an. Dies zeige, wie eng man sich austausche, so der Generalsekretär.

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