10.02.2018, 09.17 Uhr

Chaos-Tage in der SPD: Martin Schulz am Ende! Die SPD steht vor einem Scherbenhaufen

Martin Schulz hat den Schulz-Zug an die Wand gefahren.

Martin Schulz hat den Schulz-Zug an die Wand gefahren. Bild: dpa

Der tiefe Fall des Martin Schulz und der SPD. Mit 100 Prozent der Stimmen als Parteisvorsitzender gewählt und nun steht der ehemalige Brüsseler Europapolitiker vor dem Nichts. Vor allem seine ehemaligen Weggefährten würden Martin Schulz lieber gestern als heute fernab der Bundespolitik sehen. Zwei mal ist Martin Schulz bisher umgefallen. Erst, als er lautstark verkündete, dass es niemals wieder eine Große Koalition zwischen CDU/CSU und der SPD geben würde und ein weiteres Mal, als er betonte, keinesfalls unter Angela Merkel einen Ministerposten ausüben zu wollen.

Personaldebatte macht die SPD kaputt

Nun stellt sich die gesamte SPD gegen Martin Schulz. Nach dem Verzicht des SPD-Vorsitzenden Martin Schulz auf das Amt des Außenministers in einer neuen großen Koalition fordert die Parteispitze ein Ende der öffentlichen Personaldebatten. "Damit muss jetzt Schluss ein", sagte SPD-Vize Ralf Stegner der "Welt". Es habe sich in den vergangenen Tagen einmal mehr gezeigt, "dass öffentliche Personaldebatten der Partei nur schaden".

Schulz hatte am Freitag nach massivem Druck aus seiner Partei den Verzicht auf ein Regierungsamt beim Zustandekommen einer neuen großen Koalition erklärt. Nach dem Abschluss der Koalitionsverhandlungen von Union und SPD am Mittwoch hatte er noch Anspruch auf den Posten des Außenministers erhoben. Dafür hätte der geschäftsführende Außenminister Sigmar Gabriel seinen Posten räumen müssen. Schulz kündigte am Mittwoch auch an, nach dem SPD-Mitgliedervotum über den Koalitionsvertrag den Parteivorsitz abzugeben. Nachfolgerin solle die Fraktionsvorsitzende Andrea Nahles werden.

Ehemals Parteifreunde: Sigmar Gabriel und Martin Schulz

Gabriel warf daraufhin der SPD-Führung Wortbruch vor. "Was bleibt, ist eigentlich nur das Bedauern darüber, wie respektlos bei uns in der SPD der Umgang miteinander geworden ist und wie wenig ein gegebenes Wort noch zählt", sagte er der Funke-Mediengruppe. Gabriel hatte vor einem Jahr zugunsten von Schulz auf den Parteivorsitz und die Kanzlerkandidatur verzichtet, um das Außenministerium zu übernehmen. In Berlin wurde kolportiert, Schulz habe ihm das Außenamt auch bei einer erneuten SPD-Regierungsbeteiligung versprochen.

GroKo entscheidet sich nach der SPD-Mitgliederbefragung

Der Juso-Vorsitzende Kevin Kühnert begann am Freitag seine Werbetour zur Ablehnung der großen Koalition durch die SPD-Mitglieder. Er zog sich Kritik der Hamburger Juso-Vorsitzenden Armita Kazemi zu. "Kevin Kühnert und viele andere Jusos waren schon vor ersten Ergebnissen per se dagegen", sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. Die Sondierer und Koalierer der SPD hätten so keine Chance gehabt, Teile der Jusos zu überzeugen. "Das finde ich schade, weil trotz inhaltlicher Kritikpunkte, die auch ich habe, nicht alles schlecht in dem Papier ist", sagte Kazemi. Grundsätzlich sei gut verhandelt worden.

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koj/news.de/dpa
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