09.01.2018, 08.24 Uhr

Erste Gespräche zwischen Nord- und Südkorea: Olympia bringt die Feinde wieder zueinander

Historischer Handschlag zwischen Nord- und Südkorea.

Historischer Handschlag zwischen Nord- und Südkorea. Bild: dpa

Nordkorea will eine hochrangige Delegation und Athleten zu den Olympischen Winterspielen im südkoreanischen Pyeongchang im Februar schicken. Das hätten nordkoreanische Unterhändler bei den ersten Gesprächen mit Südkorea seit zwei Jahren vorgeschlagen, teilte ein Sprecher des Vereinigungsministeriums in Seoul am Dienstag mit. Demnach bot Nordkorea auch an, eine Fan-Gruppe für die Wettkämpfe, eine Künstlergruppe sowie ein Taekwondo-Showteam zu entsenden.

Friendensangebot von Kim Jong-Un

Die südkoreanische Delegation schlug im Gegenzug unter anderem Gespräche über humanitäre Fragen vor. Die Rot-Kreuz-Verbände beider Länder sollten über neue Treffen zwischen getrennten koreanischen Familien reden. Die Gespräche finden auf südkoreanischer Seite des Grenzorts Panmunjom statt. Beide Länder hatten sich nach einem überraschenden Friedensangebot des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong-Un auf das Treffen geeinigt. Kim hatte am Neujahrstag erklärt, eine Delegation zu den Olympischen Spielen vom 9. bis zum 25. Februar schicken zu wollen.

Zwei Sportler aus Nordkorea für Olympia qualifiziert

Bisher haben sich allerdings nur zwei Sportler für die Olympischen Spiele qualifiziert. Das Eiskunstlauf-Paar Ryom Tae-Ok und Kim Ju-Sik ist unter den Teilnehmer. Für alle anderen Sportler ließ Nordkorea die Meldefrist verstreichen, doch das IOC zeigte sich nachgiebig und lässt noch weitere Sportler zu, sofern sie sich sportlich qualifizieren, schreibt "Die Süddeutsche". Auch die berühmte neujahrsansprache des Diktators Kim Jong-Un lässt die Sportwelt auf ein nordkoreanisches Team hoffen.

Konflikt zwischen Donald Trump und Nordkorea brodelt

Die Lage in der Region hat sich im vergangenen Jahr nach zahlreichen Raketentests durch Nordkorea und einem weiteren Atomversuch deutlich verschärft.

US-Präsident Donald Trump hatte zuletzt erklärt, er unterstütze vollständig die innerkoreanischen Gespräche. Zugleich bekräftigte der Präsident seine Überzeugung, dass es ohne seine eigene harte Haltung gegenüber Pjöngjang im Konflikt um dessen Atomprogramm  keine Gespräche zwischen den beiden Koreas geben würde. Trump und die Führung in Pjöngjang, die den USA eine feindselige Politik unterstellt, hatten sich in den vergangenen Monaten gegenseitig mit scharfen Drohungen überzogen. Der Schlagabtausch hatte weltweit die schlimmsten Befürchtungen ausgelöst.

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koj/news.de/dpa
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