21.09.2017, 14.11 Uhr

Politbarometer-Wahlprognose: Wahl-Rohmaterial bei Trump und Brexit falsch ausgewertet

Am 24. September ist Bundestagswahl.

Am 24. September ist Bundestagswahl. Bild: dpa

Was die Wahlforscher also letztlich machen, ist, sowohl bei ihren Umfragen vor dem Wahltag als auch bei der (genaueren) Prognose am Wahltag ihre Rohdaten auszuwerten. Diese Rohdaten lassen einen gewissen Interpretationsspielraum zu. Und den einzuschätzen, braucht es viel Erfahrung. Bei Trump und Brexit wurde das Rohmaterial offensichtlich falsch interpretiert.

Das wiederum kratzt an der Glaubwürdigkeit aller Institute. Doch die weisen immer wieder darauf hin, dass es bei solchen Erhebungen auch eine gewisse Fehlerquelle gibt. Wie vorsichtig man bei einer Ungenauigkeit von einem Prozentpunkt nach oben oder unten sein muss, bekam die FDP 2013 zu spüren. Zuletzt sahen die Demoskopen sie knapp drin im Bundestag. Der Ausgang ist bekannt.

2013 veröffentlichten ARD und ZDF eine Woche vor Wahl keine Prognosen mehr

ARD und ZDF hatten bis 2013 einvernehmlich darauf verzichtet, in der letzten Woche vor der Wahl Umfragen zu veröffentlichen, obwohl die Daten in diesen Tagen weiter erhoben werden. Das ZDF hatte dann dieses Auszeit auf drei Tage verkürzt. Das letzte Politbarometer sollte am Donnerstagabend im "heute journal" gesendet werden. Die ARD veröffentlichte auch dieses Mal ihre letzte Umfrage vor der Bundestagswahl 2017 am vergangenen Donnerstag.

Wahl-Entscheider Wetter

Es gibt inzwischen andere, wissenschaftliche Projektionsmodelle, um den Wahlausgang zu simulieren. Doch diese stützen sich letztlich auch auf Umfragen. Und sie genügen dem schnellen Rhythmus der Veröffentlichung nicht, der heute gefordert wird. Sie können höchsten komplementär zur Kenntnis genommen werden.

Ein weiterer Unsicherheitsfaktor vor allem für die Wahlbeteiligung ist das Wetter. Das soll am Sonntag relativ wahlfreundlich werden, ohne Regen.

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gea/koj/news.de/dpa
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