22.05.2017, 09.13 Uhr

Hartz IV in der Statistik: Hier gibt es laut Städtevergleich am meisten ALG II

Auch bei den Hartz IV-Sätzen gibt es in Deutschland Unterschiede zwischen Ost und West.

Auch bei den Hartz IV-Sätzen gibt es in Deutschland Unterschiede zwischen Ost und West. Bild: dpa

Noch immer herrschen zwischen Ost und West enorme Unterschiede, so auch zwischen den Hartz-IV-Sätzen. Eine neue Leistungs-Statistik der Bundesagentur für Arbeit zeigt, wie enorm der Unterschied nach der Erhöhung der Regelsätze zwischen den deutschen Städten ist.

Bundesagentur für Arbeit veröffentlicht Hartz-IV-Statistik

Der Statistik zufolge bekommen in Bonn lebende Hartz-IV-Bezieher das meiste Geld. Im Schnitt erhalten die Haushalte dort seit Januar 1.075 Euro im Monat. Das sind 342 Euro mehr als in der Hartz-Stadt Hildburghausen (Thüringen). Insgesamt gibt es in Deutschland aktuell 3,3 Millionen Bedarfsgemeinschaften.

Städte-Vergleich: Wo gibt es am meisten Hartz 4?

Davon sind 55 Prozent Singles, 18 Prozent Alleinerziehend, 15,3 Prozent sind Partner mit Kindern 9,2Prozent sind Partner ohne Kinder. Wie die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf die Leistungsstatistik berichtet, bekommen Hartz-Haushalte im Schnitt 937 Euro. Von diesem Betrag gehen 373 Euro für Miete und Heizung ab und 152 Euro für Sozialversicherungen. Je mehr Personen dem Hartz-Haushalt angehören, umso mehr müssen die Jobcenter zahlen.

So zahlt das Jobcenter bei Partnern mit mindestens einem Kind im Schnitt 1464 Euro. Dies entspricht dem Verdienst eines voll arbeitenden Geringverdieners nach Abzug der Sozialbeiträge. Singles hingegen bekommen "Bild" zufolge im Durchschnitt 754 Euro. In München gibt es auf Grund der hohen Mieten mit 855 Euro am meisten.

1014 Euro erhalten Alleinerziehende. Im bayrischen Kulmbach ist die Leistung mit 738 Euro am geringsten. Kinderlose Paare erhalten eine Durchschnittszahlung in Höhe von 993 Euro. In Stuttgart liegt der Satz mit 1254 Euro am höchsten. Bei den Paaren mit Kindern liegt der Bundesschnitt bei 1462 Euro. In Bautzen (1132 Euro) erhalten sie am wenigstens.

1,6 Millionen Kinder von Hartz abhängig

Ebenfalls erschreckend sind die Zahlen der von Hartz IV abhängigen Kinder in Deutschland. Waren es im Dezember 2015 noch rund 1,54 Millionen, so stieg die Zahl bis Dezember 2016 auf rund 1,6 Millionen. Im Dezember 2013 waren es noch 1,47 Millionen. Das geht aus Berechnungen der Bundesagentur für Arbeit für die Linksfraktion im Bundestag hervor, die der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorlagen.

Kinderarmut in Deutschland: Warum handeln Politiker nicht?

Die Zahl der Kinder unter 15 Jahren, die länger als vier Jahre von Hartz IV abhängig sind, hat sich von Dezember 2013 bis 2016 von 490 000 auf 522 000 erhöht. Linksfraktionschef Dietmar Bartsch sagte der dpa: "Die massiv gestiegenen Zahlen von Kindern in Hartz IV unter der jetzigen Regierung sind ein Armutszeugnis für die große Koalition." Hier paare sich Ignoranz mit Unfähigkeit auf Kosten der Jüngsten. "Es ist skandalös, dass Familienplanung heute oftmals Armutsrisiko für Kinder bedeutet." Bartsch hatte im Dezember ein Netzwerk von Experten und Politikern gegen Kinderarmut in Deutschland gegründet.

"Trotz wachsender Steuereinnahmen im Milliardenbereich halten CDU/CSU und SPD das Ausmaß an Kinderarmut in Deutschland anscheinend nicht für handlungsbedürftig", sagte er.

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sba/kad/news.de/dpa
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