26.04.2017, 12.14 Uhr

Aktueller Wahltrend: AfD legt nach Petry-Rückzug wieder zu - NRW hat wenig Grund zur Freude

Frauke Petry wurde abgewatscht - Ehemann Pretzell hat in NRW einen schweren Stand.

Frauke Petry wurde abgewatscht - Ehemann Pretzell hat in NRW einen schweren Stand. Bild: dpa

Die inneren Reibereien haben der AfD in den letzten Wochen ordentlich zugesetzt. Freute sich die Partei Anfang des Jahres noch über 12 Prozent Wähler-Zustimmung, sank diese im Laufe der Zeit auf einstellige Werte ab. Der Tiefpunkt war laut Forsa-Umfrage Ende März erreicht, als die AfD nur noch sieben Prozent erhielt und erstmals seit langem von der Partei "Die Linke" überholt wurde.

Nach Flop für Frauke Petry - Umfragewerte der AfD erholen sich

Nachdem Frauke Petry als Spitzenkandidatin abtrat, scheint es nun aber wieder ein bisschen besser auszusehen. Zumindest konnte ein Prozentpunkt gut gemacht werden. Die Umfragewerte kletterten von stagnierenden acht Prozent auf neun Prozent. Einen Prozentpunkt verloren hingegen die Linken und müssen sich mit acht statt neun Prozent begnügen. An der Spitze tut sich hingegen nicht viel. Die CDU/CSU erfreut sich immer noch der meisten Zustimmung mit 36 Prozent, die SPD kommt auf 30 Prozent. Die AfD ist somit wieder drittstärkste Kraft - gefolgt von den Linken. Danach folgen Grüne (7 Prozent) und FDP (6 Prozent).

AfD vor NRW-Landtagswahl mit schwerem Stand

Für die AfD in Nordrhein-Westfalen und ihren Vorsitzenden Marcus Pretzell ist es gut zwei Wochen vor der Landtagswahl hingegen nicht einfacher geworden. Die Entmachtung seiner Ehefrau, Bundesparteichefin Frauke Petry, beim Kölner Parteitag ist auch ein Dämpfer für ihn, ihren engsten Berater, den AfD-Spitzenkandidaten in NRW. In seinem Landesverband hat Pretzell ohnehin keinen leichten Stand. Seine Kür zur Nummer eins für den Wahlkampf war denkbar knapp. Glaubt man den Umfragen, nimmt die Zustimmung für die Landespartei ab: Bei acht bis zehn Prozent lag sie zuletzt, mit sinkender Tendenz.

Extremismusforscher über AfD: "Man versucht, interne Konflikte zu kaschieren"

Der NRW-AfD kommt mit gut 4.500 Mitgliedern als größtem Landesverband der Rechtspopulisten eine wichtige Rolle zu - auch mit Blick auf die Bundestagswahl im September. Doch vor dem Votum an Rhein und Ruhr am 14. Mai hat sie wenig Grund zum Optimismus. "Die Partei der rechten Wutbürger könnte mit ihrem internen Streit ihren Abwärtstrend einleiten", sagte der Extremismusforscher Alexander Häusler der Deutschen Presse-Agentur. "Man versucht, interne Konflikte zu kaschieren, stattdessen auf gemeinsame Feindbilder wie Muslime, Asylbewerber, Flüchtlinge zu setzen."

Hannelore Kraft (SPD) warnt vor AfD als Sammelbecken für Hetzer, Spalter und Rassisten

Das Rennen im bevölkerungsreichsten Bundesland ist offen. NRW-Regierungschefin Hannelore Kraft (SPD) mahnte jüngst, in der AfD sammelten sich Hetzer, Spalter und Rassisten. Der CDU-Spitzenkandidat, Parteichef Armin Laschet, sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Die AfD will raus aus der EU, den Euro abschaffen, wieder Grenzen zu unseren Nachbarländern errichten. Und Herr Pretzell und Frau Petry suchen nicht konservative Partner in Europa, sondern rechtsradikale Partner, rechte Scharfmacher."

Alternative für Deutschland sollte in NRW 5-Prozent-Hürde schaffen doch steht im Landtag alleine da

Trotz abnehmender Zustimmung wird die AfD es in den Landtag wohl schaffen, jegliche Zusammenarbeit schließen alle anderen Parteien aber aus. Fraktionschef wird wahrscheinlich Pretzell - leicht haben wird er es aber sicher nicht. Mit dabei wären wohl Frank Neppe und Markus Wagner, die früher der rechtspopulistischen Schill-Partei angehörten. Außerdem der Bundeschef des stark rechtslastigen AfD-Nachwuchses Junge Alternative, Sven Tritschler. Rechtsanwalt Thomas Röckemann, der Pretzell bei der Spitzenkandidaten-Wahl nur knapp unterlegen war, kann sich ebenfalls Hoffnungen machen. Mit der Geschlossenheit dürfte sich eine AfD-Landtagsfraktion schwer tun.

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gea/jat/news.de/dpa
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