20.03.2017

Robert Ménard: Bürgermeister vor Gericht: Rief er zum Hass gegen Flüchtlinge auf?

Robert Ménard muss sich vor Gericht verantworten.

Robert Ménard muss sich vor Gericht verantworten. Bild: dpa

Seit 2014 ist Robert Ménard der Bürgermeister von Béziers, einem 75.000-Einwohner-Ort in der Region Hérault nahe Montpellier. Vor seiner politischen Karriere war er Journalist, gründete die Organisation "Reporter ohne Grenzen" mit und erhielt 2009 sogar den deutschen Henri-Nannen-Preis für Journalisten.

Robert Ménard: Parteiloser Bürgermeister mit rechten Ansichten

Doch statt des Journalismus ist inzwischen die Lokalpolitik sein Tagesgeschäft. Zwar ist er offiziell parteilos, wurde aber 2014 bei den französischen Kommunalwahlen unter anderem von dem nationalkonservativen Mouvement pour la France und der rechtspopulistischen Front National unterstützt.

Zu viele muslimische Kinder an französischen Schulen

Robert Ménard macht kein Geheimnis daraus, dass er sich um "sein" Frankreich sorgt. Im Interview mit der "Welt" erklärte er: "In manchen Schulen sind zwei Drittel der Kinder muslimisch. Das soll kein Problem sein? Es ist ein Desaster." Vor zwei Jahren ließ er sogar die muslimischen Kinder an seinen Schulen zählen. Dafür musste er heftige Kritik einstecken. Ihm wurde vorgeworfen, gegen das Gleichheitsprinzip der französischen Verfassung verstoßen zu haben.

Robert Ménard warnt vor dem "großen Austausch"

Wegen eines Twitter-Posts muss sich der radikal denkende Politiker nun sogar vor Gericht verantworten, wie "Focus Online" berichtet.

Frei übersetzt: "Vergleichen Sie ein Klassenfoto der 70er Jahre mit einem Bild von heute. Der #großeAustausch ist nicht mehr aufzuhalten." Mit dem Begriff des "großen Austauschs" ist die Islamisierung Europas gemeint. Der Schriftsteller Renaud Camus warnte in seinem Werk "Die Revolte gegen den Großen Austausch" vor der Islamisierung. Auch er wurde wegen der Anstiftung zum Rassenhass von einem Gericht verurteilt.

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fka/sam/news.de
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