01.03.2017, 09.10 Uhr

Einblick in die "Alternative für Deutschland": Das steckt hinter der Fassade der AfD

Ein neues Buch beleuchtet die Hintergründe der Alternative für Deutschland.

Ein neues Buch beleuchtet die Hintergründe der Alternative für Deutschland. Bild: Michael Kappeler/dpa

Wer über die AfD berichtet, wird gelegentlich gefragt, wie das denn so sei im journalistischen Nah-Kontakt mit Frauke Petry, Alexander Gauland und Björn Höcke. Denn viele Menschen, die nicht zur AfD-Anhängerschaft zählen, finden diese Politiker gruselig. Höckes Pathos jagt ihnen Schauer über den Rücken. Genauso der Spruch von Gauland, mandürfe sich in der Flüchtlingsfrage "nicht von Kinderaugen erpressen lassen". Den bei Auftrittenbisweilen recht aggressiven Stil von Petry findet mancher gewöhnungsbedürftig.

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So tickt die Führungsriege der AfD

Dass die Parteichefin auch freundlich sein kann und Höcke, wenn das Pathos Pause hat, Anflüge von Humor erkennen lässt, erstaunt Berliner Politik- Journalisten nicht. Schließlich gibt es auch Ex-Minister, die vor der Kamera wahre Charme-Bomben waren, und - wenn die Scheinwerfer aus war - Parteikollegen zum Weinen brachten.

Spiegel-Journalistin Melanie Amann nimmt Alternative für Deutschland unter die Lupe

"Hätte die AfD im Jahr 2013 schon so geklungen wie heute, hätte sie sich wohl nicht etabliert", schreibt Melanie Amann in ihrem gerade erschienenen Buch "Angst für Deutschland - Die Wahrheit über die AfD: wo sie herkommt, wer sie führt, wohin sie steuert". Die "Spiegel"-Journalistin führt aus, Inhalte und Ton der AfD-Aussagen hätten sich "schleichend radikalisiert". Dadurch habe sich die Schmerzgrenze des Publikums langsam anpassen können.

Alternative für Deutschland: Von Ideologen, Karrieristen und Idealisten

Amann teilt die AfD-Funktionäre in drei Kategorien ein: Ideologen, Karrieristen und Idealisten. Zu den Ideologen zählt sie Höcke, den der niedersächsische AfD-Landesvorsitzende Paul Hampel als "Rechtspfosten" der Partei bezeichnet.

AfD-Politiker nutzen Partei für beruflichen Aufstieg

Die Karrieristen sähen in der AfD dagegen eher "ein Mittel zum beruflichen Fortkommen, oft auch eine Rettung aus finanziellen Engpässen oder einer beruflichen Sackgasse". In dieser Gruppe sieht die Autorin Parteichefin Frauke Petry und ihren Ehemann, den nordrhein-westfälischen AfD-Chef Marcus Pretzell, sowie den Fraktionschef in Mecklenburg-Vorpommern, Leif-Erik Holm, einen ehemaligen Radio-Journalisten.

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Idealisten lenken die Geschicke im Hintergrund

Die Idealisten, das sind für Amann die Fleißigen, die im Hintergrund wirken, Parteitage leiten, Kundgebungen organisieren und unentgeltlich Websites pflegen. Sie halten am alten Selbstbild der AfD fest, als Bündnis zur Erneuerung der Demokratie. Sie sind oft ein wenig naiv und können es dann auch kaum fassen, wenn sie von Parteikollegen aus dem Hinterhalt attackiert werden.

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