04.10.2016, 15.12 Uhr

Falsche Propaganda: Pentagon lässt IS-Terror-Videos von PR-Firma drehen

Laut Medienberichten soll das Pentagon eine PR-Firma beauftragt haben, falsche Propaganda-Videos zu produzieren.

Laut Medienberichten soll das Pentagon eine PR-Firma beauftragt haben, falsche Propaganda-Videos zu produzieren. Bild: dpa

Nachdem die USA bereits vor kurzem im Verdacht standen, Waffen an Terroristen des IS zu liefern, tauchen nun neue Vorwürfe gegen das amerikanische Militär auf. Bislang sollen rund eine halbe Milliarde US-Dollar für die Produktion von gefälschten Terror-Videos investiert worden sein.

Medienbericht: Pentagon finanziert Produktion gefälschter Terrorvideos

Nach Recherchen der unabhängigen Journalistenplattform "Bureau of Investigative Journalism" soll das US-Militär mehrere Millionen Dollar für die Produktion von Propaganda-Videos ausgegeben haben. Die Filme dienten jedoch nicht der Agitation bei der eigenen Bevölkerung, sondern sollten vor allem den Gegner schwächen. Eine britische PR-Agentur habe Kamerateams in Krisengebiete geschickt, um Kampfhandlungen in schlechter Bildqualität aufzunehmen. Anschließend soll das Material im Stil Nachrichtensendungen zusammengeschnitten worden sein. Dann wurden die Filme, die sich an al-Qaida-Videos orientieren, in Häusern versteckt. Dadurch sollte das Ansehen der Terror-Organisation geschwächt werden.

Fake-Propaganda zur Identifikation von Dschihadisten?

Weiter berichtet das Portal, dass die so entstandenen Filme nur mithilfe der Software "Real Player" abgespielt werden könnten, die eine Internetverbindung erfordert. In Kombination mit dem Überwachungs-Tool Google Analytics sei es möglich gewesen, IP-Adressen von Leuten zu identifizieren, die sich die Videos ansehen. Damit wollte das Militär Anhänger von al-Qaida aufspüren. Derartige Fälschungen seien auch im Iran, Syrien und den USA gedreht worden.

USA sollen über 600 Millionen US-Dollar für falsche Propaganda gezahlt haben

Laut Verträgen, die dem "Bureau of Investigative Journalism" vorliegen sollen, hätten sich die Amerikaner die Aktion eine ordentliche Stange Geld kosten lassen. Aus den Unterlagen soll hervorgehen, dass zwischen 2007 und 2011 rund 540 Millionen Euro für gefälschte Propaganda an eine britische PR-Firma gezahlt worden sein soll. Im Jahr zuvor erhielt das Unternehmen knapp 120 Millionen Euro. Inzwischen sei die Zusammenarbeit jedoch eingestellt.

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jat/sba/news.de
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