22.09.2016, 14.38 Uhr

Überraschende Geburtenstatistik: Ausländer sorgen für Babyboom in Deutschland

Im Jahr 2015 hatte jedes fünfte in Deutschland geborene Kind ausländische Eltern.

Im Jahr 2015 hatte jedes fünfte in Deutschland geborene Kind ausländische Eltern. Bild: Waltraud Grubitzsch/dpa

Jedes fünfte in Deutschland geborene Baby hatte im vergangenen Jahr eine Mutter mit ausländischem Pass. Der Anteil der ausländischen Mütter sei damit erstmals auf 20 Prozent gestiegen, teilte das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mit. In den Jahren 1996 bis 2014 lag dieser Anteil bei 17 bis 18 Prozent. Von den insgesamt 738.000 Neugeborenen des Jahres 2015 hatten die Mütter von 148.000 Babys keine deutsche Staatsangehörigkeit.

Türkische Mütter bekommen die meisten Kinder

Türkinnen stellten dabei mit 21.555 Kindern zahlenmäßig die größte Gruppe unter den ausländischen Müttern. Zweitgrößte Gruppe waren Polinnen mit 10.831 Neugeborenen. Einen besonders hohen Anstieg der Neugeborenen im Vergleich zu 2014 gab es bei Müttern aus Syrien, Rumänien und Bulgarien. So wurden im vergangenen Jahr 4.800 Kinder syrischer Mütter geboren, im Vorjahr waren es nur 2.300. Die Zahl der Kinder bulgarischer Mütter stieg um 34 Prozent auf 4.200 Babys, bei Rumäninnen gab es mit 8.150 Kindern einen Geburtenanstieg um 47 Prozent.

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Schwierige Integration: Kindergärten und Schulen vor Herausforderung

Der wachsende Anteil von ausländischen Kindern an der Bevölkerung stellt auch das Bildungssystem in Deutschland auf die Probe, behauptet Ludger Wößmann vom Münchner Ifo-Institut gegenüber der "Welt". Um eine erfolgreiche Integration zu gewährleisten empfiehlt er eine Kindergartenpflicht ab dem dritten Lebensjahr. Dies würde auch Kindern aus bildungsfernen Schichten zugute kommen.

Allgemeine Kindergartenpflicht? Frage der Finanzierung

Dennoch bleibt die Frage der Finanzierung. Laut der OECD würde in Deutschland nur halb so viel Geld für einen Kita-Platz zur Verfügung gestellt, wie beispielsweise in Norwegen. Allerdings ist die Mehrheit der Deutschen bereit, mehr in die frühkindliche Erziehung zu investieren. In einer repräsentativen Umfrage des Ifo-Instituts sprechen sich 56 Prozent für eine Kindergartenpflicht für Flüchtlinge aus. Die Kosten dafür sollen mit Steuergeldern gedeckt werden. So könnten auch die Verhältnisse in Schulen verbessert und mehr Sozialarbeiter, Sprachlehrer und Psychologen eingestellt werden.

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jat/grm/news.de/dpa
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