24.02.2016, 10.54 Uhr

US-Geheimdienst CIA: CIA: Der IS verfügt über chemische Kampfstoffe

US-Marines am 26.3.2003 im Süden des Irak. US-Truppen stürzten im April 2004 das Regime von Saddam Hussein, das angeblich über Massenvernichtungswaffen verfügte.

US-Marines am 26.3.2003 im Süden des Irak. US-Truppen stürzten im April 2004 das Regime von Saddam Hussein, das angeblich über Massenvernichtungswaffen verfügte. Bild: dpa

CIA-Direktor John Brennan: Der IS stellt chemische Waffen her.

CIA-Direktor John Brennan: Der IS stellt chemische Waffen her. Bild: dpa

Umso bemerkenswerter ist, dass ausgerechnet jetzt – mitten im Auftakt zu den amerikanischen Vorwahlen – der Auslandsgeheimdienst CIA behauptet, der IS verfüge über chemische Kampfstoffe. In einem Interview mit dem Fernsehsender CBS hatte CIA-Chef John Brennan vor 2 Wochen behauptet, die Islamisten seien mittlerweile dazu in der Lage, geringe Mengen an Senf- und Chlosgas herzustellen. Damit hatte er eine Vermutung des Generaldirektors der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW), Ahmet Üzümcü, aufgegriffen, wonach der konkrete Verdacht bestehe, die Terrormiliz stelle Senfgas und "andere Waffen" her.

Angebliche Massenvernichtungswaffen im Irak

Unabhängig davon, ob der IS nun über chemische Kampfstoffe verfügt oder nicht, und in welchen Mengen: Die Aussagen der CIA sollten mit Vorsicht zu genießen sein. Denn schon einmal haben sich die Geheimdienstler getäuscht:

Nach den Terroranschlägen vom elften September 2001 behaupteten sie kurzzeitig, über Belege für die Existenz mobiler Biowaffen in der Hand des Saddam-Regimes zu verfügen. Außer der Tatsache, dass sich Al-Qaida, die Drahtzieher der Anschläge, zu diesem Zeitpunkt im Irak befanden, war die Gefahr durch Massenvernichtungsmittel eine wesentliche Legitimation für den damaligen US-Präsidenten George W. Bush, seinen Vize Dick Cheney und ihren englischen Partner Tony Blair, 2003 in den Irak einzumarschieren.

Im April 2004, das Kriegsgeschehen war bereits im vollen Gange, ruderte die CIA schließlich zurück: Es gebe doch keine Massenvernichtungswaffen im Irak. Die Suche wurde 2005 endgültig eingestellt. Eine spätere Untersuchungskommission kam zu dem Schluss: Der Geheimdienst hatte sich bezüglich möglicherweise vorhandener Kampfstoffe in fast allen Punkten geirrt.

Saddam Husseins Giftmischer heute beim IS?

Was wissen wir bislang? Der Islamische Staat ging 2003/2004 aus der "Al-Qaida im Irak" hervor. Irakische Militärs waren unter der Führung von Diktator Saddam Hussein am Aufbau eines Chemiewaffenprogramms beteiligt und wendeten chemische Waffen im ersten Golfkrieg auch an. Und: Einige dieser Männer sind nun auch fester Bestandteil der IS-Führungsriege.

Die Entwicklung weitaus effizienterer Anschlagswaffen wäre der nächste logische Schritt in der Kriegsführung der Miliz.

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lid/sam/news.de
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