22.02.2016, 11.26 Uhr

"Wie im Gefängnis": Syrischer Flüchtling will raus aus Deutschland

Viele Asylbewerber klagen über mangelnde Perspektiven.

Viele Asylbewerber klagen über mangelnde Perspektiven. Bild: Sebastian Kahnert / dpa

Der 23-jährige Syrer Khalil ist den Schrecken des Krieges in seinem Land entkommen und nach Deutschland geflüchtet. Hier musste er jedoch feststellen, dass sein Traum vom Westen nicht in Erfüllung geht.

Keine Perspektive für Flüchtlinge: Weder Arbeit noch Studium

Eigentlich wollte Khalil in Deutschland sein Studium fortsetzen und hier ein neues Leben anfangen. Vorher habe er in Syrien Anglistik studiert. Daraus wurde bisher aber nichts: Nach seiner Ankunft in Köln im Oktober 2015 musste er zunächst nach Münster und anschließend nach Recklinghausen. Nun teilten ihm die Behörden mit, dass er noch Monate auf gültige Papiere warten müsste. Dadurch kann er weder studieren, noch eine Arbeit aufnehmen.

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Syrien-Flüchtling: "Fühlte mich wie im Gefängnis"

Am meisten stört Khalil, dass er täglich zur Untätigkeit verdammt ist. "Seitdem ich in Deutschland angekommen bin, durfte ich weder studieren noch arbeiten", sagte Khalil gegenüber der "Bild"-Zeitung. "Ich sitze den ganzen Tag in meiner Unterkunft, mit sechs weiteren Männern aus Syrien und Afghanistan in einer Wohnung. Und ich habe nichts zu tun. Ich fühlte mich wie im Gefängnis, werde hier noch wahnsinnig."

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Flüchtling will zurück: "Mir egal, ob es dort gefährlich ist"

Das schleppende Asylverfahren hat den Syrer zur Resignation getrieben. Da er in Deutschland keine Perspektive für sich sieht, möchte er sich zurück in die Türkei durchschlagen. Dort habe er bereits auf seiner Flucht Halt gemacht: "Ich werde zunächst dort einen Job suchen. In der Türkei leben noch viele Verwandte von mir. Wenn es nicht klappt, kehre ich nach Syrien zurück. Mir ist es mittlerweile egal, dass es dort gefährlich ist."

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jat/sam/news.de
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