18.02.2016, 11.27 Uhr

Alternative für Deutschland: Darum wird die AfD ihren Siegeszug rechts der Mitte fortsetzen

Anhänger der rechtspopulistischen

Anhänger der rechtspopulistischen "Alternative für Deutschland" bei einer Kundgebung der Partei am 18. November 2015 in Erfurt. Bild: dpa

Von news.de-Volontär Dominik Liebsch

2016 ist Wahljahr: Am 13. März werden gleich drei neue Landtage gewählt – und die rechtspopulistische Alternative für Deutschland (AfD) hat gute Chancen, in alle drei Parlamente einzuziehen. Aktuelle Umfragen sehen die Partei in Baden-Württemberg derzeit bei 10 %, in Rheinland-Pfalz bei 9 % und in Sachsen-Anhalt gar bei 17 %. Seit den Landtagswahlen in Ostdeutschland im Sommer 2014 betreibt die Partei bereits aktiv Politik auf Länderebene, ihre Abgeordneten sitzen bislang in fünf Parlamenten.

Die Alternative für Deutschland – die erfolgreichere NPD?

Der aktuelle ARD-Deutschlandtrend von Anfang Februar sieht die Partei mit 12 % als drittstärkste politische Kraft in Deutschland, noch vor den Grünen und der Linken. Damit hat die AfD seit ihrer Gründung vor gerade mal drei Jahren das geschafft, was die NPD seit vier Jahrzehnten vergeblich versucht: Sich nicht nur im rechten, sondern auch im sogenannten bürgerlichen Lager zu etablieren.

AfD-Parteigründung 2013: Kritik am Euro

Die Parteigründung 2013 durch Bernd Lucke war eine Reaktion auf die Euro-Rettungspolitik der damaligen Bundesregierung während der Finanzkrise. Insbesondere Angela Merkels oft zitierter Satz, die Rettung Griechenlands sei alternativlos, hatte zur Gründung der anfänglich noch wirtschaftsaffinen Partei beigetragen. Auch heute noch sind in den Wahlprogrammen klassisch liberale Themen enthalten: So ist die AfD, die die frühere FDP in den Parlamenten mehr oder weniger ersetzt hat, gegen einen Mindestlohn und eine Reichensteuer.

Machtkampf 2015: Die radikale AfD gewinnt

Vorsitzender der AfD-Fraktion im Thüringer Landtag - und ein umstrittener Redner mit teils rassistischen Thesen: Björn Höcke.

Vorsitzender der AfD-Fraktion im Thüringer Landtag - und ein umstrittener Redner mit teils rassistischen Thesen: Björn Höcke. Bild: dpa

Anders als die FDP ist die AfD jedoch gegen eine Willkommenskultur für Flüchtlinge. Lag in der Kritik am Euro schon ein antieuropäischer und unsozialer Kern, so trat dieser nach dem verlorenen Machtkampf und Abgang Luckes im Juli letzten Jahres deutlich hervor.

Seither gibt sich die Partei unter der Führung von Frauke Petry teils offen nationalistisch und fremdenfeindlich: Björn Höcke, AfD-Fraktionschef in Thüringen, verbreitet völkisches Gedankengut, Alexander Gauland, Landesvorsitzender der AfD in Brandenburg, war der erste Alternative-Politiker, der öffentlich den Schulterschluss mit der islamfeindlichen Pegida-Bewegung suchte.

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