28.01.2016, 12.11 Uhr

Ursula von der Leyen: Bundestag beschließt: Mehr deutsche Soldaten nach Mali und in den Irak

Ursula von der Leyen warnt vor den Gefahren des Bundeswehr-Einsatzes in Mali.

Ursula von der Leyen warnt vor den Gefahren des Bundeswehr-Einsatzes in Mali. Bild: Michael Kappeler/dpa

"Nordmali ist sehr unruhig, entsprechend gefährlich ist der Einsatz für unsere Soldaten", sagte Ursula von der Leyen im Gespräch mit den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland über den geplanten Bundeswehr-Einsatz in Mali. "Wir beteiligen uns dort an einer der gefährlichsten Missionen der Vereinten Nationen, das sollten wir nicht unterschätzen."

So gefährlich ist Mali

Bereits seit 2012 wüten im Norden Malis die Tuareg-Rebellen. Ihr Ziel ist die Abspaltung des Nordens vom restlichen Mali. Inzwischen kämpfen an ihrer Seite auch Dschihadisten, welche die Errichtung eines Gottesstaates anstreben. Die Bundeswehr muss also ständig mit Angriffen rechnen - Selbstmord-Attentate nicht ausgeschlossen. Der Mali-Experte Georg Klute von der Universität Bayreuth resümiert gegenüber "n-tv.de": "Überall wo die Uno in Mali ist, knallt es." Da werden die deutschen Soldaten keine Ausnahme sein.

Die Bundeswehr soll Truppen für Kampf gegen Terror ausbilden

Die Bundeswehr soll in Mali Truppen im Kampf gegen den Terror ausbilden.

Die Bundeswehr soll in Mali Truppen im Kampf gegen den Terror ausbilden. Bild: Peter Steffen/dpa

Der Bundestag stimmt heute über die Ausweitung der Bundeswehreinsätze in Mali und auch im Irak ab. Im gefährlichen Norden des westafrikanischen Mali sollen künftig bis zu 650 deutsche Blauhelmsoldaten zur Durchsetzung eines Friedensabkommens zwischen Regierung und Rebellengruppen beitragen. Ihre Hauptaufgabe wird die Aufklärung der Lage unter anderem mit Drohnen sein. Im Irak wird die Truppe zur Ausbildung kurdischer Kämpfer für den Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat von bis zu 100 auf 150 vergrößert. Die Zustimmung des Bundestags zu beiden Einsätzen gilt als sicher.

Ursula von der Leyen: Der Einsatz wird lange dauern

Von der Leyen rechnet mit einem langen Mali-Einsatz. "Wir sollten mit Geduld an diese Aufgabe herangehen, die wir ja erst beginnen." Das Ziel sei, Mali in die Lage zu versetzen, sich selber gegen Terror und Zerfall zur Wehr zu setzen und wieder auf eignen Beinen zu stehen. "Das wird dauern." Die Ministerin bestätigte Diskussionen in der EU, mobile Ausbildungsteams künftig auch in den Norden zu entsenden. Dies sei aber noch nicht zu Ende diskutiert. "Dabei wird die EU auch sehr genau die Sicherheitslage betrachten", sagte von der Leyen.

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gea/sam/news.de/dpa
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