11.12.2015, 15.31 Uhr

Neue Gewaltwelle gegen Flüchtlinge: Brennende Heime, randalierende Bürger, verletzte Kinder

Auf der Suche nach Schutz: Bei strömendem Regen trifft ein Bus mit Flüchtlingen in Darmstadt (Hessen) ein.

Auf der Suche nach Schutz: Bei strömendem Regen trifft ein Bus mit Flüchtlingen in Darmstadt (Hessen) ein. Bild: dpa/ André Hirtz

Von news.de-Volontär Eric Mittmann

Es gleicht einem Bericht purer Schande: "Flüchtlingskinder von Mitschülern angegriffen und verletzt" meldete die Deutsche Presseagentur (dpa) am Freitagmorgen. Offenbar waren in Wurzen bei Leipzig fünf Flüchtlingskinder von einer Gruppe von Achtklässlern bespuckt, mit Steinen beworfen, geschubst und in einer Tür eingeklemmt worden.

Ein neunjähriges Mädchen erlitt eine Knochenabsplitterung im rechten Arm. Ein weiteres 14 Jahre altes Mädchen musste mit Quetschungen am Arm ebenfalls vom Notarzt behandelt werden. Die drei anderen Kinder blieben unverletzt. Die Polizei ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung.

Gewalt gegen Asylsuchende: Gruppe attackiert Flüchtlingsbus

Das erschreckende an der Meldung: Was eigentlich für Schock sorgen sollte, ist längst nicht mehr überraschend und regt stattdessen nur zu noch mehr Wut und Ratlosigkeit an. Denn während man sich fragen sollte, was Kinder zu solch einem Verhalten treibt, finden sich die Antworten tagtäglich in Zeitungsberichten und den Beiträgen von Nachrichtenportalen. Seit Monaten liest man dort von brennenden Notunterkünften, demonstrierenden Wutbürgern und Gewalt gegen Flüchtlinge.

Erst gestern hat in Jahnsdorf bei Chemnitz eine Gruppe von 30 Menschen einen Bus mit Flüchtlingen bei der Ankunft vor einem Asylbewerberheim angegriffen. Drei bis sechs Täter warfen laut "Spiegel Online" aus der Gruppe heraus Steine und Böller. Der Busfahrer wurde dabei am Fuß verletzt, eine Fensterscheibe des Fahrzeugs ging zu Bruch. Die Asylbewerber wurden in einer anderen Einrichtung untergebracht.

Unterkunft in Rheinland-Pfalz brennt: Hass und Stumpfsinn statt Vernunft

Nicht einmal einen Tag zuvor, in der Nacht zum Donnerstag, brannte im rheinland-pfälzischen Herxheim bei Landau eine für Flüchtlinge eingerichtete Notunterkunft. Dabei wurde eine Kleiderkammer des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) mit Spenden, sowie die Fenster in den Zimmern der Asylbewerber zerstört. Es war bereits das zweite Feuer innerhalb weniger Tage, das eine Flüchtlingseinrichtung im Ort trifft.

Die Frage, warum Kinder plötzlich Kinder attackieren und sich dabei ein fremdenfeindliches Motiv abzeichnet, braucht sich längst nicht mehr zu stellen. Die Erwachsenen machen es ja nicht anders. Bleibt nur das Rätsel, wer bei all dem Hass und Stumpfsinn noch für die Vernunft eintreten soll. Dem Alter scheint sie zumindest auch nicht mehr vergönnt zu sein.

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mie/rut/news.de/dpa
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