04.12.2015, 09.02 Uhr

Bundestag entscheidet über Syrien-Einsatz: Wie sicher sind unsere Soldaten im Kampf gegen den IS?

Ein Tornado wird auf dem Fliegerhorst in Jagel (Schleswig-Holstein) für einen Flug vorbereitet. Bild: Carsten Rehder/dpa

Drei Wochen nach den Terroranschlägen von Paris entscheidet der Bundestag am Freitag über einen Militäreinsatz gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien. Bis zu 1200 Soldaten sollen zunächst bis Ende 2016 mit Aufklärungsflügen und einer Fregatte die internationale Koalition im Kampf gegen den IS-Terror unterstützen. Eine Mehrheit für den Einsatz gilt als sicher, aus den Fraktionen von Union und SPD werden bei der namentlichen Abstimmung nur wenige Gegenstimmen erwartet.

Die Grundlagen des Bundeswehr-Einsatzes gegen den IS
Bundeswehr vs. Islamischer Staat
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Die Bundeswehr soll die Kampfjets der Anti-IS-Koalition in Syrien und im Irak mit Aufklärungsflügen von sechs "Tornado"-Maschinen aus Jagel in Schleswig-Holstein unterstützen, selbst aber keine Bomben abwerfen. Die deutscheFregatte "Augsburg" soll zudem zum Schutz eines französischen Flugzeugträgers eingesetzt werden. Ein Tankflugzeug soll mit Treibstoffversorgung in der Luft längere Angriffsoperationen ermöglichen. Das Einsatzgebiet der Bundeswehr umfasst neben Syrien und dem Irak auch das östliche Mittelmeer, das Rote Meer, den Persischen Golf sowie "angrenzende Seegebiete". Es sollen immer nur zwei Maschinen in der Luft sein.

Piloten aus Jagel bereiten sich auf Kampf gegen den IS vor

Die eigentlichen Aufklärungsflüge selbst sind aber erst ab Januar 2016 geplant. Die deutschen Piloten sollen damit Nationen, die Luftangriffe auf mutmaßliche IS-Stellungen fliegen, unterstützen. Sechs "Tornados" werden dafür benötigt. Zum Luftwaffengeschwader "Immelmann" in Jagel gehören 23 Maschinen. Mindestens vier von ihnen sollen in Syrien zum Einsatz kommen. Ob auch auf dem rheinland-pfälzischen Fliegerhorst Büchel stationierte "Tornado"-Kampfjets der deutschen Luftwaffe am geplanten Syrien-Einsatz teilnehmen, steht noch nicht fest.

Nach einem Ministeriumsbericht sind bei der Luftwaffe von 93 angeschafften "Tornados" derzeit 66 in Betrieb. Davon wiederum sind nur 29 einsatzbereit. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) sieht wegen der kleinen Zahl aber keine Probleme für die Mission. Sie spricht allerdings von einem "gefährlichen Einsatz". Er solle ein "Signal an die Menschen in Syrien" senden. Den Begriff "Krieg" vermeidet die Bundesregierung aber.

Kampfjet-Experte: Piloten im Anti-IS-Kampf "recht sicher"

Beim geplanten Bundeswehreinsatz gegen die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) ist das Risiko für die Piloten der "Tornado"-Aufklärungsjets nach Expertenmeinung eher gering. Er gehe davon aus, dass sie sehr hoch fliegen werden, sagte Thomas Wassmann, Vorsitzender des Verbandes der Besatzungen strahlgetriebener Kampfflugzeuge. Die Waffensysteme am Boden hätten nur eine gewisse Reichweite, "so dass es recht sicher sein dürfte". Beim Aufklärungsfliegen seien sie dennoch "ganz vorne mit dabei, weil sie ja letztendlich zu den Zielen fliegen, die wahrscheinlich später angegriffen werden."

Auf die Frage, was passieren könnte, wenn ein Pilot in die Fänge des IS gerät, antwortete Wassmann: "Dann werden wir sicherlich unschöne Bilder sehen und eine ganz andere Diskussion in diesem Land bekommen. Aber jetzt gehen wir erstmal davon aus, dass das eigentlich sehr selten vorkommt und wir hoffentlich nicht davon betroffen sein werden."

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rut/boi/news.de/dpa
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