17.10.2015, 08.00 Uhr

Schärferes Waffengesetz gefordert: Dildos statt Knarren! Der Kampf gegen die Waffenlobby

Ein Waffengeschäft im Ferguson im US-Bundesstaat Missouri: Unglaublich wie leicht Amerikaner an Waffen kommen können, und zwar nicht nur Handfeuerwaffen.

Ein Waffengeschäft im Ferguson im US-Bundesstaat Missouri: Unglaublich wie leicht Amerikaner an Waffen kommen können, und zwar nicht nur Handfeuerwaffen. Bild: Emoke Bebiak/dpa

Von news.de-Volontärin Conny Rädel

Immer wieder gibt es Schießereien in den USA, immer wieder Tote. Kein Wunder, gilt die USA doch als das Land, in dem es leichter ist, an eine Schusswaffe zu kommen als an gesundes Brot.

So viele Amokläufe und Massaker gibt es in den USA

Laut "Deutscher Welle" gab es in den letzten beiden Jahren 141 Amokläufe an US-Schule - mehr als eine pro Woche! Ein weitere erschreckende Studie besagt, dass in den USA im Schnitt jeden Tag sieben Kinder erschossen werden. Man könnte meinen, diese Zahlen stammen aus einem Krisengebiet. Warum also unternehmen die USA nichts gegen den Waffen-Wahnsinn in ihrem Land?

Barack Obama fordert schärfere Waffengesetze - und wird wieder scheitern

Während andere Länder mit härteren Waffengesetzen auf Amokläufe reagieren, wie Australien 1996, regieren die USA alle zwei Monate geschockt, wie Barack Obama sagte, aber es ändert sich nichts. "Unsere Gedanken und Gebete sind nicht genug", sagte er bei seiner Stellungnahme nach dem Massaker in Roseburg. Zum 15. Mal stand Obama seit seinem Amtsantritt 2009 und er war wütend. Denn er war sich bewusst, dass auch diese Rede nichts ändern würde. "Wir sind das einzige fortschrittliche Land auf der Erde, das alle paar Monate eine neue Massenschießerei erlebt", sagt er.

Schießerei und Massaker: NRA fordert mehr Waffen!

Die Waffenlobby NRA fordert hingegen mehr Waffen, für weniger Tote ... Die Logik dahinter erschließt sich niemanden. Aber es geht auch nicht um Logik, sondern um Profit. Nach NRA-Logik wären noch mehr Waffen für Lehrer und Schüler die Lösung. Das College in Roseburg sei eine waffenfreie Zone gewesen, kein Wunder, dass der Schütze ungehindert hätte schießen können, argumentiert laut dem österreichischen "Kurier" die NRA.

Dabei finden Schießereien an US-Schulen immer häufiger statt und werden grausamer. Um für nationales Aufsehen zu sorgen, müssten die Täter inzwischen die Grausamkeiten der letzten Schießerei übertreffen oder mehr Opfer fordern. Doch tatsächlich sind Schulen und Unis laut "Deutscher Welle" mit die sichersten Ort in den USA.

Waffenfreie Zonen sollen abgeschafft werden - Protest mit Dildos gegen Waffen

Die waffenfreien Zonen an den Hochschulen seien erwiesenermaßen wirklich effektiv, aber an texanischen Universitäten soll es diese ab 1. August 2016 nicht mehr geben. Während man verwarnt werden kann, wenn man dort mit einem Sexspielzeug erwischt wird, soll es dann völlig in Ordnung sein mit einer Waffe zur Uni zu kommen. Eine Studentin hat mit der Aktion #CocksNotGlocks zum Protest dagegen aufgerufen.

Amerikaner Überzeugt: Waffengewalt lässt sich nur mit Waffen bekämpfen

Doch je mehr Schießerein es gibt, desto überzeugter sind die Amerikaner ihre Probleme mit Waffengewalt lösen zu können, erklärt Jonathan Metzl, Experte für Waffengewalt im Interview mit Spencer Kimball. Er fordert grundsätzliche Kontrolle, bei der ähnlich wie bei einer Führerscheinprüfung kontrolliert wird, ob der potenzielle Käufer bereits Gewaltstraftaten verübt hat. So würden viele Todesfälle verhindert werden können.

Amerikanische Waffenlobby kontrolliert die Politik und schüchtert Politiker ein

Aber so weit wird es nicht kommen, denn die amerikanische Waffenlobby ist unglaublich mächtig und würde so eine Prüfung nicht gerne sehen. Sie tun alles, um entsprechende Gesetze zu verhindern. Nicht nur, dass sie Politikern Spendengelder entziehen, sie drohen auch die Gegenkandidaten großzügig zu unterstützen, sollte ein Politiker sich für schärfere Waffengesetze einsetzen. Daher sind es nicht nur die Republikaner, die schärfere Waffengesetze ablehnen, auch viele Demokraten lassen sich so einschüchtern. So wird es für einzelne sehr schwer eine Mehrheit im Kongress für den Beschluss eines Waffengesetzes zusammen zu bekommen.

Ein Nachbarsjunge (11) hat ein achtjähriges Mädchen erschossen.

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räc/bua/news.de
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