18.09.2015, 16.38 Uhr

Finanzielle Leistungen für Asylbewerber: In welchem europäischen Land gibt es wie viel Geld?

In Kroatien wollen die Flüchtlinge meist nicht bleiben, sie wollen weiter in die westlichen und nördlichen EU-Länder. Dort gibt es mehr Geld für Asylbewerber. Bild: Antonio Bat/dpa

Kaum ist die heiße Phase der Griechenland-Krise gemeistert findet Europa einen neuen Grund zum Streiten: Die Vielzahl an Flüchtlingen, die nach Europa drängen. Wie zerstritten die EU-Länder sind, wird nicht nur am Umgang mit Flüchtlingen an den Grenzen deutlich, sondern auch beim sensiblen Thema der finanziellen Leistungen für Asylbewerber. Denn die Aufnahme in Notunterkünfte und die Verteilung der Lebensmittel reichen nicht: Tatsächlich haben Flüchtlinge in den meisten Ländern Europas Anspruch auf finanzielle Zuschüsse, über die sie mehr oder weniger frei verfügen können.

Taschengeld bietet Flüchtlingen falsche finanzielle Anreize

Wie die "Welt" berichtet, müssen sich die Länder, die am großzügigsten finanzielle Zuschüsse verteilen, jetzt auf einen besonders starken Flüchtlingszustrom einstellen. Da er fürchtet, das könne die geplante EU-Quotenregelung zur Verteilung der Flüchtlinge von vornherein vereiteln, hat der EU-Kommissar Günther Oettinger eine Angleichung der Leistungen für Asylbewerber in der EU gefordert. So könne man falsche Anreize vermeiden.

Geheimniskrämerei in Europa - Welches Land gibt Asylbewerbern wie viel Geld?

Schaut man sich die finanziellen Leistungen für Asylbewerber an, so sind die Unterschiede tatsächlich gravierend: Von null bis 800 Euro im Monat reichen die Bezüge. Eine offizielle Übersicht der unterschiedlichen Leistungen innerhalb der EU gibt es aber nicht, die genauen Zahlen sind in vielen Ländern scheinbar sogar Verschlusssache. Und die Geheimniskrämerei ist der "Welt" zufolge nicht aus der Luft gegriffen: Es wurden bereits Menschenhändler aufgegriffen, die mit einer Tabelle hausieren gegangen waren, die die großzügigsten Aufnahmeländer Europas auslistete. Neben Deutschland und den Niederlanden waren die skandinavischen Länder Dänemark, Norwegen und Schweden auf der Liste. Für Aufregung sorgte die Tabelle, als sie von der dänischen Integrationsministerin ins Internet gestellt wurde.

Schwierige Datenlage - Welches europäische Land gibt wie viel Taschengeld?

Nicht nur der Inhalt des Papiers war brisant, sondern auch die Herkunft der Übersicht: Diese war der "Welt" zufolge ursprünglich von der Europäischen Agentur für die operative Zusammenarbeit an den Außengrenzen der Mitgliedsstaaten der Europäischen Union (Frontex) erstellt worden. Das als vertraulich eingestufte Schriftstück solle Frontex eigentlich dazu dienen die Risikoanalyse in Bezug auf die Flüchtlingsströme zu erleichtern.

Die Daten im Artikel der "Welt", auf die news.de sich beruft, stammen aus der Frontex-Tabelle und einer Umfrage des Europäischen Integrationsnetzwerks, die 2013 im Auftrag der britischen Regierung entstand. Zum damaligen Zeitpunkt war die heutige Flüchtlingskrise noch überhaupt nicht absehbar, trotzdem gaben sich mehrere Länder sehr verschlossen oder wollten wie Österreich ihre Antworten nicht publiziert wissen.

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