15.09.2015, 14.44 Uhr

Darum wollen sie nach Skandinavien: Endstation Schweden: Flüchtlinge auf der Ostsee

Flüchtlinge gehen an Bord einer Fähre nach Schweden.

Flüchtlinge gehen an Bord einer Fähre nach Schweden. Bild: dpa

Von news.de-Volontärin Lisa Volkmann

So sehr es auch derzeit den Anschein haben mag, für viele Syrer, Iraker und andere Asylsuchende sei Deutschland nicht das Ziel. Es zieht sie weiter in den Norden. Es ist, als wollten sie soweit von ihrer verarmten oder kriegsgeplagten Heimat weg wie nur möglich. In den Flüchtlingskrise" weichen. Einige Grenzen innerhalb der EU sind dicht. So machen sich Einreisende seit Mitternacht am Dienstag, 15.09., strafbar, wenn sie ohne Registrierung über Serbien nach Ungarn migrieren. Binnen Tagen können sie dann abgeschoben werden. Zuvor waren am Montag noch einmal 9.000 Flüchtlinge ins Land gekommen. Am Mittwoch war der Zugverkehr von Flensburg nach Dänemark stillgelegt worden, nachdem Hunderte Asylanten mit der Bahn in das nordeuropäische Land einreisen wollten. Auch Deutschland hat die Grenzkontrollen verschärft. An der österreichischen Grenze nahe Freilassing bilden sich kilometerlange Staus. Willkürlich werden dort nun Autos und Transporter kontrolliert. Migranten, die dort aufgegriffen werden, erhalten als Begrüßungsgeschenk eine Strafanzeige in Deutschland, bevor es in die Erstaufnahmestationen geht.

Dennoch ist Deutschland nicht der EU-Staat, der in diesem Jahr pro Kopf die meisten Asylbewerber aufnimmt, sondern Schweden. Der 9,6-Millionen-Menschen-Staat erwartet in diesem Jahr insgesamt mehr als 80.000 Flüchtlinge, genau wie im Jahr 2014. Im Verhältnis zur Einwohnerzahl liegt Schweden damit bei 8,4 Asylanten auf 1.000 Einwohner. Zum Vergleich: In Deutschland sind es 2,5 Flüchtlinge je 1.000 Einwohner. Der kleine Staat Schweden sieht sich gern als humanitäre Großmacht - und zeigt sich daher wenig begeistert angesichts der strengen Flüchtlingspolitik von Nachbarland Dänemark. Die skandinavischen Nachbarländer Schweden und Dänemark liegen in der Flüchtlingsdebatte weit auseinander. Überfordert fühlen sich beide zunehmend, wie die Deutsche Presseagentur (dpa) berichtet.

Flüchtlinge auf der Durchreise - Ziel ist Skandinavien

Sowohl Schweden als auch Dänemark wirken attraktiv auf Flüchtlinge. Die Zuwanderung nach Norwegen bleibt gering. In Dänemark bekamen sie zum Leben verhältnismäßig viel Geld, daher griff die dänische Regierung zu strengen Maßnahmen, um den Flüchtlingsstrom zu stoppen. Am 1. September trat dazu eine Asylreform in Kraft. Schweden empfängt die Schutzsuchenden währenddessen mit offenen Armen. Über Norddeutschland wollen zahlreiche Flüchtlinge auf Fährschiffen nach Skandinavien. Die meisten wollen nach Schweden, weil sie dort jemanden kennen, wie "welt.de" berichtet.In den vergangenen Jahrzehnten gab es schon mehrere Flüchtlingswellen in das Land - aus dem Iran, dem Irak, dem ehemaligen Jugoslawien. 2013 bot Schweden als erstes EU-Land allen syrischen Flüchtlingen eine permanente Aufenthaltserlaubnis an. Mehrere Hundert Menschen sind nun innerhalb von eine Woche bereits auf Fähren ins Land gekommen. Viele besitzen in dieser letzten Phase ihrer Flucht kein Bargeld. Die Kosten für die Überfahrt werden daher von deutschen Behörden und Initiativen sowie Spendengeldern getragen.

Seiten: 12
AltersentschädigungÄnderung der Straßenverkehrsordnung geplantLena Meyer-Landrut, Valentina Pahde, Jenny FrankhauserNeue Nachrichten auf der Startseite