05.08.2015, 16.06 Uhr

Flucht vor Terror, Armut, Hunger: So viele Flüchtlinge strömen wirklich in die EU

Von news.de-Volontärin Lisa Volkmann

Flüchtlinge im bayerischen Rosenheim.

Flüchtlinge im bayerischen Rosenheim. Bild: Picture Alliance/dpa

Nachdem in München vergangene Woche der Notstand in Bezug auf die Menge an Flüchtlingen ausgerufen wurde, hat sich die Lage inzwischen wieder normalisiert. Eine Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber musste wegen Überlastung schließen, da innerhalb von 24 Stunden 755 Asylbewerber dort ankamen. Nachdem bei der Stadt München um Hilfe gefragt wurde, konnte die Versorgung der Flüchtlinge gesichert werden. Nun kommen ständig neue Flüchtlinge an.

Flüchtlinge in Deutschland: Erstaufnahmeeinrichtungen hoffnungslos überfüllt

Der nach Deutschland und in andere europäische Länder fließende Strom an Flüchtlingen ebbt nicht ab. Auch das Flüchtlingslager im bayerischen Deggendorf ist hoffnungslos überfüllt, wie "Bild" berichtet. Deggendorf verfügt über Kapazitäten für 501 Asylsuchende. Derzeit wohnen dort 2.176. In Schlafsälen mit bis zu 10 Menschen leben sie auf engstem Raum zusammen und warten auf die Bewilligung des Asylantrags. Privatsphäre ist fehl am Platz, doch Hoffnung bleibt der ständige Begleiter.

Hunger, Armut, Terror. Dort, wo Flüchtlinge herkommen, herrschen Angst und Krieg. Die Gründe für die Flucht aus dem Heimatland sind zahlreich - und einleuchtend. Während die Menschen aus den Balkanstaaten vorwiegend vor Armut und schlechter Wirtschaftslage fliehen, geht es bei Flüchtlingen aus Syrien oder dem Irak ums Überleben. Dass Tausende Afrikaner das Risiko eingehen, im Mittelmeer zu ertrinken, zeigt deutlich, vor welchen Schrecken in der Heimat sie flüchten.

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Zeltstadt für Flüchtlinge.

Zeltstadt für Flüchtlinge. Bild: Picture Alliance/dpa

Wer sucht im Jahr 2015 Asyl in Deutschland?

Auf sie wirkt die EU wie das Eldorado. Für 2015 rechnet das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) deutschlandweit mit 450.000 Erstanträgen auf Asyl. Das sind doppelt so viele wie noch im Vorjahr. Bislang sind die meisten Anträge von Syrern gestellt worden, wie das Portal "statista" berichtet. Mehr als 32.000 Syrer suchten im ersten Halbjahr 2015 Schutz in Deutschland. Darauf folgen Asylbewerber aus dem Kosovo, Albanien und Serbien.

Der Beschluss der Bundesregierung im Jahr 2014, die Balkanstaaten als "sicher" zu erklären, zeigte damit bislang wenig Wirkung. Dennoch haben diese Asylsuchenden wenig Chancen auf eine Bewilligung. Einen Hauptanteil an Flüchtlingen machen auch die Menschen aus dem Irak, Afghanisten sowie den gefährlichsten Ländern Afrikas, Eritrea und Nigeria, aus.

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Asylbewerber in Deutschland.

Asylbewerber in Deutschland. Bild: Picture Alliance/dpa

Anhand aktueller Kapazitäten und Zuständigkeiten für die Herkunftsländer hat das BAMF Verteilungsquoten für Flüchtlinge in die Bundesländer errechnet. Demnach platzt NRW mit mehr als 21 Prozent Asylbewerbern aus allen Nähten. Darauf folgen Bayern (15 Prozent) und Baden-Württemberg (12,9 Prozent).

Deutschland, Großbritannien, Frankreich: Das sind die Ziele der Flüchtlinge

Deutschland ist für Schutzsuchende eine der wichtigsten Anlaufstellen. Dahinter liegen Schweden, Italien und Frankreich. Zuletzt geriet außerdem Großbritannien in die Schlagzeilen. Denn vor dem Eurotunnel in Calais campieren seit Jahren Tausende Flüchtlinge, um irgendwie auf die andere Seite des Ärmelkanals zu gelangen. Doch was ist so viel besser dort als in Frankreich? Zum einen sprechen sie kein Französisch, aber Englisch. Hinzukommend gibt es dort kein Meldegesetz. Das macht das Königreich besonders attraktiv.Folgen Sie News.de schon bei Facebook, Google+ und Twitter? Hier finden Sie brandheiße News, tolle Gewinnspiele und den direkten Draht zur Redaktion.

lvo/zij/news.de
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