18.06.2014, 12.56 Uhr

Fieser Facebook-Angriff: Hier wird Joachim Gauck zum Terroristen

Von news.de-Redakteurin Juliane Ziegengeist

So haben Sie Joachim Gauck noch nie gesehen! Mit Bart, Turban und Maschinengewehr sorgt eine Bildmontage des Bundespräsidenten, die ihn als terrorwütigen Dschihadisten zeigt, im Internet derzeit für Aufsehen. Darüber prangt der Titel: «Bundespräsident Gauck ruft erneut zum heiligen Krieg auf!»

Bundespräsident Joachim Gauck als bärtiger Terrorist: Die Kritik von Jürgen Todenhöfer auf Facebook ist deutlich.

Bundespräsident Joachim Gauck als bärtiger Terrorist: Die Kritik von Jürgen Todenhöfer auf Facebook ist deutlich. Bild: news.de-Screenshot (Facebook/JürgenTodenhöfer)

Wegen Kriegsäußerungen: Joachim Gauck als Dschihadist

Hochgeladen hat das umstrittene Bild der ehemalige CDU-Politiker und Autor Im Kampf für Menschenrechte oder für das Überleben unschuldiger Menschen «ist es manchmal erforderlich, auch zu den Waffen zu greifen», sagte Gauck im Deutschlandradio Kultur.

Bundespräsident mit Al Quaidas Nummer eins gleichgesetzt

Für Todenhöfer offenbar Grund genug, zu drastischen Mitteln zu greifen, um seiner Kritik an der Aussage des Bundespräsidenten Ausdruck zu verleihen. So bildet das Foto, in das er den Konterfei von Gauck montierte, eigentlich Al Zawahiri ab, der als Nummer eins bei Al Quaida gilt, und den Todenhöfer offenbar ganz bewusst auswählte.

Der Publizist engagiert sich seit 1980 in Kriegsgebieten und ist als vehementer Kriegsgegner bekannt. So hat er bereits mehrere Bücher über den Afghanistan- und den Irak-Krieg geschrieben. Sein Credo ist dabei immer dasselbe: Die Welt hat schon genug Kriege geführt, es ist Zeit für Frieden.

Schon SPD, Grüne und Linkspartei kritisierten Joachim Gauck

Auch in seiner Facebook-Nachricht schlägt er diese Töne an und betont, «dass unsere Verfassung Kriege nur zur Verteidigung erlaubt, dass jede ‹humanitäre› Intervention auch Frauen und Kinder tötet». Bereits knapp 5.300 Nutzer haben Todenhöfers Beitrag geliked. Viele Kommentare pflichten ihm bei, auch wennige einige die Art und Weise, in der der Autor Gauck kritisiert, nicht für gut heißen.

Schon in seinem politischen Umfeld hatten die Aussagen des Bundespräsidenten für Unverständnis gesorgt. Vor allem SPD, Grüne und Linkspartei kritisierten Gauck. Der außenpolitische Fraktionssprecher der Linken, Jan van Aken, hatte ihn als «Feldherr und Weltpolizist» betitelt. «Menschenrechte lassen sich nicht herbeibomben, das weiß auch der Bundespräsident», sagte er.

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zij/news.de/dpa
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