26.02.2014, 15.19 Uhr

«Der neue Tugendterror»: Wie sich Sarrazin als Opfer inszeniert

Von news.de-Redakteurin Juliane Ziegengeist

Thilo Sarrazin polarisiert.

Thilo Sarrazin polarisiert. Bild: dpa/Andreas Gebert

«Ich provoziere ja nicht, sondern es fühlen sich einige provoziert.» So sieht sich SPD-Mitglied und Autor «Deutschland schafft sich ab» hatte 2010 wegen seiner Thesen über Zuwanderung und die genetische Determination bestimmter ethnischer Gruppen eine Welle der Entrüstung ausgelöst. Es folgte eine hitzige Diskussion zu Integration und Meinungsfreiheit.

Diese hat ihn zu einem neuen Werk inspiriert - genauer gesagt: ein Mangel an Meinungsfreiheit. Ihn verspürte Sarrazin im Nachgang seines umstrittenen Bestsellers von 2010 nämlich selbst. Die Kritik an seinem Buch, die nicht nur seine Thesen zerpflückte, sondern auch ihn als Person angriff, sei die Motivation gewesen, «Der neue Tugendterror. Über die Grenzen der Meinungsfreiheit in Deutschland» zu schreiben.

Sarrazin: Gesellschaftlicher Mainstream legt uns in Ketten

«Es haben sich verdeckte Formen der Formierung und Kontrolle von Meinungen herausgebildet», heißt es darin. Die Menge dessen, was man sagen und denken dürfe, ohne gesellschaftlich dafür geächtet zu werden, schrumpfe immer weiter - ebenso wie der Mut, sich gegen das allgemein herrschende Meinungsklima, gegen den Mainstream zu stellen. Einer dieser Mutigen ist Thilo Sarrazin. So schreibt er es nicht, denkt es aber.

Und eines muss man ihm auch diesmal zugestehen: Mit seinem Buch trifft er erneut einen wunden Punkt der Gesellschaft. Diese ist unbestritten immer wieder gut darin, Menschen, die anderer Meinung sind als der gesellschaftliche Konsens, entweder zu ignorieren oder an den Pranger zu stellen. Weil diejenigen am etablierten Wertesystem rütteln und Tabus brechen. Weil sie unangenehme Fragen stellen oder unangenehme Antworten geben.

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