17.10.2019, 11.08 Uhr

Mysteriöse Todesfälle in Haldensleben: Obduktion ergibt: Paketdienstmitarbeiter starben natürlichen Todes

Polizei und Feuerwehr stehen in der Einfahrt zum Gelände des Paketdienstleisters Hermes

Polizei und Feuerwehr stehen in der Einfahrt zum Gelände des Paketdienstleisters Hermes Bild: dpa

Nach dem rätselhaften Tod zweier Mitarbeiter eines Paketzentrums in Sachsen-Anhalt brachte die Obduktion nun mehr Klarheit. Die Obduktion der beiden Mitarbeiter eines Paketdienstes in Haldensleben hat ergeben, dass die Männer eines natürlichen Todes gestorben sind. Die Untersuchungen in der Rechtsmedizin hätten keine Hinweise auf Vergiftungen ergeben, teilte die Polizei am Donnerstag mit.

In dem betroffenen Hermes-Versandzentrum, in dem mehr als 3000 Menschen arbeiten, lief die Arbeit nach rund 24 Stunden Schließung am Mittwochabend wieder an. 70 bis 100 Beschäftigte sollten in der Nachtschicht zunächst mit vorbereitenden Tätigkeiten befasst sein, sagte ein Sprecher der Firma am Abend. Von Donnerstag an solle dann der Stau bei den Paketsendungen in dem Zentrum in Sachsen-Anhalt aufgelöst werden.

Polizei gibt Entwarnung wegen gefundener Substanz an Paket

Hinweise dafür, dass gefährliche Substanzen den Tod der beiden Männer ausgelöst haben, gab es nicht. "Die Dosis, die man braucht, um zu sterben, wurde nicht erreicht", sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch. Testgeräte hatten an einem der untersuchten Pakete geringste Mengen eines handelsüblichen Stoffes angezeigt, der laut Polizei in großen Mengen gefährlich sein könnte.

Die Feuerwehr öffnete deshalb dem Sprecher zufolge alle Pakete in dem Transporter, in dem ein Hermes-Mitarbeiter in Haldensleben unmittelbar vor seinem Tod am Dienstag Pakete ausgeliefert hatte. "Das sind ganz normale Zustellpakete gewesen mit handelsüblichem Inhalt", sagte der Polizeisprecher. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Todesfälle mit der Substanz "gar nichts" zu tun haben. Der Einsatz vor Ort sei am Mittwochmorgen beendet worden.

2 Paketdienst-Mitarbeiter sterben in Hermes-Versandzentrum inHaldensleben

Auf dem Gelände des Versandzentrums war am frühen Dienstagmorgen zunächst ein toter Mann entdeckt worden. Der 58-Jährige sei zusammengebrochen und vor Ort gestorben, sagte der Polizeisprecher. Am Nachmittag wurde dann in Haldensleben in einem Transportfahrzeug von Hermes ein weiterer Mitarbeiter tot aufgefunden. Der 45-Jährige saß leblos auf dem Fahrersitz.

Zunächst war dazu von einem weiteren schwer verletzten Mitarbeiter die Rede gewesen. Dazu sagte Stumpf: "Der ist überhaupt nicht schwer verletzt. Der hatte einen epileptischen Anfall. Der Kollege hat eine Vorgeschichte. Das war nicht das erste Mal, dass er sowas hatte." Dem Mitarbeiter gehe es wieder gut.

Ermittler sperren Gelände in Haldensleben - Pakete werden auf mögliche Giftstoffe untersucht

Der Transporter, in dem einer der Hermes-Mitarbeiter tot aufgefunden wurde, wird für weitere Untersuchungen abtransportiert.

Der Transporter, in dem einer der Hermes-Mitarbeiter tot aufgefunden wurde, wird für weitere Untersuchungen abtransportiert. Bild: dpa

Bei dem Großeinsatz der Feuerwehr waren 120 Kräfte im Einsatz. Der Betrieb im Versandzentrum Haldensleben mit 3000 Mitarbeitern wurde in der Nacht zu Mittwoch vorsichtshalber vorübergehend eingestellt. Dem Polizeisprecher zufolge wurde die Spätschicht früher entlassen, die Nachtschicht habe nicht begonnen.

Feuerwehrleute in Schutzanzügen und mit Atemmasken suchten in der Nacht eine Wohnung auf, wo der 45 Jahre alte Hermes-Mitarbeiter vor seinem Tod ein Paket ausgeliefert hatte. Sie untersuchten es auf mögliche Giftstoffe - mit negativem Ergebnis. Dieses Päckchen war nach Angaben des Polizeisprechers das einzige in dem Fahrzeug, das zuvor nicht im Versandzentrum selbst gepackt worden war, sondern das von außen versandt wurde. An dem Standort wickelt Hermes neben der Lagerlogistik auch die Paketzustellung ab.

Folgen Sie News.de schon bei Facebook und YouTube? Hier finden Sie brandheiße News, aktuelle Videos, tolle Gewinnspiele und den direkten Draht zur Redaktion.

sba/news.de/dpa
Unwetter im November 2019Wetter im November 2019Tödlicher Busunfall in Wiesbaden Neue Nachrichten auf der Startseite