21.09.2019, 16.23 Uhr

Amazonas-Waldbrand im News-Ticker aktuell: EU-Politiker fordern Handeln Brasiliens gegen Feuer in Amazonas

Im brasilianischen Amazonasgebiet toben verheerende Waldbrände. Es sind die schwersten seit Jahren. Seit Januar haben die Feuer und Brandrodungen im größten Land Südamerikas im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 83 Prozent zugenommen, wie die Zeitung "Folha de S. Paulo" berichtete. Insgesamt seien 72.843 Brände registriert worden. In den meisten Fällen seien Flächen in Privatbesitz betroffen, aber auch in Naturschutzgebieten und indigenen Ländereien brenne es immer wieder.

Waldbrände in Brasilien - Amazonas-Gebiet steht seit Wochen in Flammen

Die Flammen fressen sich durch das Unterholz, verzehren Bäume und Sträucher und hinterlassen nichts als verbrannte Erde. "Noch nie hat es soviel gebrannt. Noch nie ist es uns so schwer gefallen zu atmen", sagte die Bürgermeisterin der Ortschaft Brasiléia im Bundesstaat Acre, Fernanda Hassem, der Zeitschrift "Valor". "Das macht uns Angst."

Waldbrand am Amazonas im News-Ticker aktuell:

  • EU-Politiker fordern Handeln Brasiliens gegen Feuer in Amazonasgebiet
  • Französische Spezialisten auf dem Weg in den Amazonas
  • Was bringt Bauern zum zündeln?
  • Brasiliens Präsident attackiert Umweltschützer
  • Schwarzer Regen über São Paulo
  • schwersten Waldbrände seit Jahren
  • Promis reagieren bestürzt

 

+++ 17.09.2019 EU-Politiker fordern Handeln Brasiliens gegen Feuer in Amazonasgebiet +++

 

EU-Politiker haben den brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro zu mehr Einsatz im Kampf gegen die Brände im Amazonasgebiet aufgefordert. Der südamerikanische Staat habe zwar ein Recht auf Souveränität, sagte die finnische Europaministerin Tytti Tuppurainen am Dienstag im Europaparlament in Straßburg. Brasilien müsse aber auch seinen Verpflichtungen nachkommen, so Tuppurainen.

Die EU sei bereit für eine breite Zusammenarbeit mit Bolsonaro. Die Brände im Amazonasgebiet seien mit Absicht gelegt worden und hätten sich in den vergangenen Tagen verschlimmert. Finnland hat seit Juli den EU-Ratsvorsitz inne und sich dafür das Thema Klimaschutz als Schwerpunkt gesetzt.

Die Brände im Amazonasgebiet hatten zu Diskussionen zwischen Brasilien und der EU geführt. Bolsonaro warf den Staaten vor, die Eigenständigkeit Brasilien nicht zu respektieren, nachdem unter anderem Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron die Amazonasregion wegen deren Bedeutung für den globalen Klimaschutz als "Gemeingut" bezeichnet hatte.

Nach Einschätzung von Umweltschützern stecken in der Amazonasregion meist Farmer bereits abgeholzte Flächen in Brand, um neues Weideland zu schaffen.

+++ 17.09.2019 Menschenrechtler: Kriminelle stecken hinter Abholzung in Brasilien +++

Hinter der Abholzung des Regenwaldes in Brasilien stecken nach Einschätzung der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch vor allem kriminelle Netzwerke. Verbrechersyndikate organisierten die illegale Gewinnung, Verarbeitung und den Verkauf des Holzes, hieß es in einem am Dienstag veröffentlichten Bericht der Organisation. Zudem setzten sie bewaffnete Gruppen ein, um Menschen einzuschüchtern und zu töten, die den Regenwald verteidigen wollen.

"Wenn Brasilianer den Regenwald im Amazonasgebiet verteidigen, dann sind sie Bedrohungen und Angriffen durch kriminelle Netzwerke ausgesetzt, die in illegale Abholzungen verwickelt sind", sagte der stellvertretender Leiter der Abteilung Umwelt und Menschenrechte bei Human Rights Watch, Daniel Wilkinson. In den vergangenen zehn Jahren seien im Zusammenhang mit Landkonflikten über 300 Menschen im Amazonasgebiet getötet worden.

Zuletzt hatte die Zahl der Abholzungen und Brandrodungen im Amazonasgebiet kräftig zugelegt. Meist werden zunächst die Bäume gefällt und die bereits abgeholzten Flächen danach in Brand gesteckt, um neue Weideflächen zu schaffen. Die Regierung des rechten Präsidenten Jair Bolsonaro will das für den internationalen Klimaschutz bedeutende Amazonasbecken künftig noch stärker wirtschaftlich nutzen und war deshalb zuletzt weltweit in die Kritik geraten.

"Die Situation wird unter Präsident Bolsonaro nur noch schlimmer", sagte Wilkinson. "Solange das Land nicht die Gewalt und die Gesetzlosigkeit bekämpft, die illegale Abholzungen erleichtern, wird die Zerstörung des größten Regenwaldes der Welt ungebremst weitergehen."

 

+++ 07.09.2019 Französische Spezialisten zu Einsatz im Amazonasgebiet aufgebrochen +++

Etwa 40 französische Feuerwehrleute und weitere Spezialisten sind nach Bolivien aufgebrochen, um bei der Bekämpfung der Waldbrände im Amazonasgebiet zu helfen. Eine Maschine mit den Einsatzkräften und Equipment sei am Samstag vom Flughafen Vatry, rund 150 Kilometer östlich von Paris gestartet, teilten das französische Innenministerium und Außenministerium mit. An Bord waren demnach auch drei Einsatzdrohnen der Zivilverteidigung und vier Drohnen-Piloten sowie der französische Botschafter in Bolivien, Denis Gaillard. Die Helfer sollten in der Region Santa Cruz nahe der Grenzen zu Brasilien und Paraguay eingesetzt werden.

Für den Einsatz seien staatliche Mittel und die Hilfe des Privatsektors, insbesondere des Luxuskonzerns LVMH und der Airbus-Stiftung, gebündelt worden, teilten die Ministerien mit. Im Amazonasgebiet gibt es zahlreiche Brände, besonders betroffen ist Brasilien. Nach Einschätzung von Umweltschützern stecken meist Farmer bereits abgeholzte Flächen in Brand, um neues Weideland zu schaffen. In der derzeitigen Trockenzeit greifen die Flammen auch immer wieder auf noch intakte Waldflächen über.

+++ 01.09.2019 Waldbrände in Brasilien: Was die Bauern zum Zündeln bringt +++

Es brennt jedes Jahr im Amazonas, manchmal sogar mehr als in dieser Saison. Doch etwas hat sich verändert in Lateinamerikas größter Volkswirtschaft. Im Präsidentenpalast sitzt jetzt ein Mann, für den der Regenwald vor allem ungenutztes Wirtschaftspotenzial ist.

Evaristo Alves de Souza ist das alles etwas unangenehm. Der Bauer hat auf seinem Acker ein Feuer gelegt, um es von Unkraut und Pflanzenresten zu befreien. Dann hat der Wind plötzlich gedreht und der Brand ist außer Kontrolle geraten. Am Ende wusste der Kleinbauer sich nicht mehr anders zu helfen und rief die Polizei.

"Ich betreibe Brandrodung, um zu leben", sagt Alves. Er habe kein Geld, um sich teure landwirtschaftliche Maschinen zu kaufen. Das Abfackeln sei die einfachste und billigste Methode, um die Äcker zu reinigen und für eine neue Aussaat vorzubereiten.

Während die Feuerwehr auf dem Feld am Stadtrand von Porto Velho im brasilianischen Amazonasgebiet die Flammen ausschlägt und Glutnester löscht, muss sich Alves eine Standpauke von Joelma Ferreira Bezerra anhören. Zerknirscht lässt der Bauer sich von der Inspektorin des Umweltamts zur Vorsicht ermahnen. Dann bekommt er eine Strafe aufgebrummt und darf gehen.

In Brasilien wüten derzeit die schwersten Brände seit Jahren. Seit Anfang des Jahres wurden in dem südamerikanischen Land über 87 000 Feuer registriert - 76 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Nach Einschätzung von Umweltschützern stecken meist Farmer bereits abgeholzte Flächen in Brand, um neue Weideflächen für Rinder und Ackerland für den Soja-Anbau zu schaffen. "Das ist ein übliches Vorgehen in der Region", sagt der Koordinator der Landwirtschaftskammer Porto Velho, Thiago Castro de Oliveira.

Kritiker werfen dem rechten Präsidenten Bolsonaro vor, ein Klima geschaffen zu haben, in dem sich Farmer zu immer mehr Brandrodungen ermutigt fühlen. "Die Regierung will das", sagt Gilson da Costa Silva von der Universität Porto Velho. Er spricht vom "Banditentum des Agrar-Business", das den politischen Moment nutze, um die Grenze der landwirtschaftlichen Nutzung auf Kosten des Regenwaldes weiter auszuweiten und dabei die Zerstörung der Natur in Kauf nehme.

Bolsonaro stützt sich im Parlament auf eine breite Fraktion über alle Parteigrenzen hinweg, die in Brasilien als "Bala, Boi e Bíblia" (Kugel, Vieh und Bibel) beschrieben wird. Die Rinder- und Soja-Barone sehen den strammen Ex-Militär als natürlichen Verbündeten, der im Amazonasgebiet auch mal beide Augen zudrückt. Bolsonaro hat eine Agrarlobbyistin an die Spitze des Landwirtschaftsministeriums gestellt, Umweltbehörden die Kompetenzen entzogen und die Schutzgebiete der indigenen Gemeinschaften in Frage gestellt.

Am Tag, als es auf seinem Acker brannte, war Cleosson Ramos Lima nicht zu Hause. Der Maurer, der in seinem Haus arbeitete, rief ihn an und sagte, dass in der Nähe ein Feuer ausgebrochen sei. "Als ich eine Stunde später gekommen bin, war es schon zu spät", sagt er. Seine Maniok-Pflanzen, Bananenstauden und Palmen waren bereits ein Raub der Flammen geworden.

Ramos sitzt auf der Terrasse seines Hauses in der Comunidade Terra Santa im Umland von Porto Velho im Bundesstaat Rondônia und blickt auf die Zerstörung, die das Feuer angerichtet hat. "So ist das hier eben. Die Leute machen rund um ihr Grundstück sauber, entfernen Unkraut und Gestrüpp und zünden dann alles an", sagt er. "Das ist die Kultur in Rondônia."

Doch es sind nicht nur Kleinbauern, die am Amazonas zündeln. Das riesige und fast menschenleere Gebiet weckt viele Begehrlichkeiten bei Großgrundbesitzern und Bergbaukonzernen, Holzfällern und Goldsuchern, Energieunternehmen und Agrarfirmen. "Das ist nichts Kulturelles", sagt Costa Silva. "Das ist organisiertes Verbrechen."

In Brasilien hat es zur Trockenzeit schon immer gebrannt, oft sogar noch viel mehr als in diesem Jahr. Die weltweite Aufregung über die Feuer im Amazonasgebiet können viele Brasilianer deshalb nicht verstehen. "Erst haben sie mich Käpt'n Motorsäge genannt, jetzt bin ich auf einmal Nero, der das Amazonasgebiet in Brand steckt", sagte Bolsonaro kürzlich. "Es ist eben gerade Saison für Brandrodungen."

Die internationale Reaktion auf die Brände im Amazonasgebiet sei unverhältnismäßig, sagt auch der Professor für Waldbewirtschaftung an der Universität von São Paulo, Luiz Carlos Estraviz Rodriguez. "Wir müssen uns daran erinnern, dass momentan Trockenzeit ist, in der sich Brände sehr leicht ausbreiten können. Die Brände, die wir gesehen haben, liegen an der Grenze zu Gebieten, die kürzlich für die Landwirtschaft geöffnet wurden."

Die Debatte um die Brände im Regenwald ist hochemotional. "Der Amazonas ist für mehrere Gruppen mit unterschiedlichen Ansichten zu Geopolitik, Gesellschaft und Wissenschaft zu einem Schlachtfeld geworden," sagt der ehemaliger Direktor des Instituts für Energie und Umwelt an der Universität von São Paulo, Ildo Luis Sauer. "Was wir heute sehen, ist ein Kampf zwischen Menschen, die alles ohne Rücksicht auf die Konsequenzen roden wollen, und anderen, die alles verhindern wollen, einschließlich nachhaltiger wirtschaftlicher Aktivitäten."

Cleosson Ramos Lima will jetzt umsatteln. Im nächsten Jahr will er keinen Maniok mehr anbauen, zu groß ist die Angst, dass wieder ein Feuer seine Ernte vernichtet. Er will jetzt mit Solarenergie sein Geld verdienen. "Wir tun unseren Teil, versuchen uns zu schützen, aber wenn ein Funke fliegt, dann war's das", sagt er.

 

+++ 31.08.2019: Bundespräsident zeigt sich besorgt über Waldbrände in Brasilien +++

 

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sich angesichts der schweren Brände im Amazonasgebiet für einen besseren Schutz der Wälder ausgesprochen. Beim Bürgerfest in Schloss Bellevue diskutierte er mit dem Astronauten Alexander Gerst und der Polarforscherin Antje Boetius über Zukunftsthemen. Auf einen Zwischenruf aus dem Publikum sagte er: "Wir müssen unseren Teil dazu beitragen, dass die Rodung des Waldes nicht mehr attraktiv ist."

Am "Tag des offenen Schlosses" nutzten Tausende Besucher die Gelegenheit, um einen Blick in den Garten von Bellevue zu werfen. Neben der Diskussion gehörten auch Rundgänge durch den Amtssitz des Bundespräsidenten zum Programm. Nach Polizeiangaben wurden am Samstag rund 15 000 Menschen erwartet. Bereits im vergangenen Jahr hatte Gerst am Bürgerfest teilgenommen - damals allerdings noch per Live-Videotelefonat von der Raumstation ISS.

Am Freitag hatte Steinmeier bereits im Schloss Bellevue das ehrenamtliche Engagement vieler Menschen gewürdigt. 4000 Ehrenamtliche aus ganz Deutschland waren dazu eingeladen.

In Brasilien wüten derzeit die schwersten Brände seit Jahren. Seit Anfang des Jahres wurden in dem südamerikanischen Land über 87 000 Feuer registriert - 76 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Trotzdem liegt die Zahl der Brände nach Angaben der US-Weltraumbehörde Nasa noch immer etwa im Durchschnitt der vergangenen 15 Jahre. Zwischen 2002 und 2007 sowie 2010 gab es deutlich mehr Feuer.

+++ 30.08.2019: Brasiliens Präsidentensohn will Brasilien nicht für Hilfszahlungen prostituieren +++

Im Streit über die verheerenden Waldbrände in Brasilien und den Amazonasfonds für Hilfszahlungen hat der brasilianische Präsidentensohn Eduardo Bolsonaro nachgelegt. "Werden wir den Amazonasfonds annehmen und uns dafür weiter prostituieren? Hier ist Brasilien, hier haben wir das Sagen", sagte der Parlamentsabgeordnete am Donnerstag. "Wenn sie weiter einzahlen wollen, sollen sie das tun. Wenn nicht, herzlichen Dank. Wir werden nicht heulen und alles tun, um dieses Geld zu bekommen."

Der Fonds wird vor allem von Norwegen und zu einem kleineren Teil auch von Deutschland getragen. Er finanziert Projekte für Umweltschutz, Wiederaufforstung und nachhaltige Entwicklung im Amazonasgebiet. Wegen der umstrittenen Umweltpolitik von Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro hatte Norwegen seine Zahlungen zuletzt gestoppt. Bundesumweltministerin Svenja Schulze kündigte an, Fördermittel ihres Hauses auf Eis zu legen. Die deutsche Beteiligung am Amazonasfonds über das Bundesentwicklungsministerium (BMZ) ist davon bislang nicht betroffen.

Bolsonaro hatte zuletzt auch die Annahme eines Hilfsangebots der G7-Staaten von Bedingungen abhängig gemacht. Der Staatschef wirft den reichen Industrieländern vor, die Souveränität seines Landes zu missachten und ein Auge auf die Bodenschätze der Region geworfen zu haben. Auch sein Sohn Eduardo vermutet unlautere Motive: "Amazonien, diese schöne Frau, trifft einen Typen. Er geht zu ihr, blinzelt ihr zu, will ihr einen Drink kaufen. Ich glaube nicht, dass dieser Drink ganz kostenlos ist, oder?"

+++ 29.08.2019: Brasilien verbietet Abbrennen von Flächen in der Trockenzeit +++

 

Angesichts der verheerenden Waldbrände in Brasilien will die Regierung das Abbrennen von Flächen während der Trockenzeit verbieten. Für einen Zeitraum von 60 Tagen sollen zunächst keine Feuer mehr gelegt werden dürfen, heißt es brasilianischen Medienberichten vom Mittwoch (Ortszeit) zufolge in einem entsprechenden Dekret. Ausnahmen sollen aber für indigene Gemeinden gelten, die Selbstversorger seien. Das Dekret sollte am Donnerstag im Amtsblatt veröffentlicht werden.

Das ganze Amazonasgebiet leidet derzeit unter zahlreichen Waldbränden. Nach jüngsten Angaben der brasilianischen Weltraumagentur INPE ist die Zahl der Feuer und Brandrodungen in dem größten Land Südamerikas im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 77 Prozent auf mehr als 83.000 Fälle gestiegen.

Nach Einschätzung von Umweltschützern stecken meist Farmer bereits abgeholzte Flächen in Brand, um neue Weideflächen und Ackerland für den Soja-Anbau zu schaffen. In der derzeitigen Trockenzeit greifen die Flammen aber auch immer wieder auf noch intakte Waldflächen über.

+++ 28.08.2019: Verschärft die Hitze und Trockenheit die Waldbrände in Brasilien zusätzlich? +++

Noch immer kämpfen Einsatzkräfte unermüdlich gegen die Flammen im Amazonasgebiet. Doch die Wetterprognosen für die kommenden Tage machen kaum Hoffnung, dass Regen die Löscharbeiten unterstützen könnte. In Brasilien ist nämlich aktuell Trockenzeit. Regen gibt es dann nur selten Laut "weather.com" bleibt es trocken, sonnig und warm.

Nur im Norden und im Süden des tropischen Regenwaldes kündigen sich Niederschläge an. Ab Samstag bis Dienstag sollen dort 50 Liter Regen pro Quadratmeter niedergehen. Doch vorher könnte sich die Situation durch die Hitze und die Trockenheit weiter verschärfen. Laut Meteorologen ist es in der Waldbrand-Region derzeit 10 Grad zu warm für diese Jahreszeit. Die Temperaturen liegen zwischen 25 und 30 Grad.

+++ 28.08.2019:Sting appelliert auf Facebook an Bolsonaro: "Die Welt brennt!" +++

 

Nach der dramatischen Zunahme von Waldbränden in der Amazonas-Region hat der britische Musiker Sting die Umweltpolitik des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro kritisiert und schnelle Maßnahmen gefordert. In einem Statement, das der 67-Jährige auf seiner Facebook-Seite veröffentlichte, schrieb er: "Populistische Führer, die sich auf nationalistische Agendas berufen und behaupten, der Klimawandel und seine Verursacher seien ein Trick, sind schuldiger als die, die nur dabei stehen und nichts machen." Das sei eine kriminelle Fahrlässigkeit globalen Ausmaßes. "Wir werden alle unter den Konsequenzen leiden."

Im Namen seiner "Rainforest Foundation" rief Sting die brasilianische Regierung dazu auf, die Waldrodungen zu stoppen und die Menschen, die dort leben, zu schützen. "Es ist keine Zeit für Schwindeleien. Die Welt brennt!" Der Rockmusiker und seine Ehefrau Trudie Styler hatten 1989 die "Rainforest Foundation" gegründet, die gegen die Abholzung des Regenwalds kämpft und sich für den Erhalt des Lebensraums indigener Völker einsetzt.

+++ 28.08.2019: Streit um Waldbrände - Amazonas-Gouverneure fürchten Sanktionen +++

Wegen seiner umstrittenen Umweltpolitik bekommt der rechte Präsident Jair Bolsonaro in Brasilien nun Kontra von den Gouverneuren. Die regionalen Regierungschefs des Amazonasgebiets fürchten wegen des Streits um die verheerenden Waldbrände und das Hilfsangebot der G7-Staaten internationale Wirtschaftssanktionen und einen schweren Imageschaden. "Wenn sich Brasilien auf internationaler Ebene isoliert, setzt es sich ernsten Handelssanktionen gegen unsere Produzenten aus", sagte der Regierungschef des Bundesstaates Maranhão, Flávio Dino, am Dienstag bei einem Treffen der Gouverneure mit Bolsonaro.

Der Staatschef hatte zuvor eine Entschuldigung von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron gefordert, bevor er die von den Industrieländern angebotene Hilfe bei den Löscharbeiten annehmen will. Er warf Macron vor, ihn als Lügner bezeichnet und die Souveränität des Amazonasgebiets in Frage gestellt zu haben.

"Ich denke, jetzt sollten wir uns um unsere Probleme kümmern und der Welt der Umweltdiplomatie ein Zeichen geben, denn sie ist fundamental für die Landwirtschaft. Sonst erleiden wir einen schweren Imageschaden, der bereits jetzt allen Anlass zu Sorge gibt", sagte der Gouverneur von Pará, Hélder Barbalho.

Bolsonaro gilt eigentlich als Freund der Agrarindustrie. Weil wegen seiner Umweltpolitik nun aber einige europäische Länder bei der Ratifizierung des Freihandelsabkommens zwischen der EU und dem Mercosur auf die Bremse treten, sorgen sich mittlerweile auch die brasilianischen Landwirte um ihr Geschäft.

+++ 27.08.2019: DiCaprios Stiftung spendet 5 Millionen für den Amazonas +++

Die Stiftung von Leonardo DiCaprio spendet nach Angaben des Hollywood-Stars fünf Millionen Dollar (4,5 Millionen Euro) für die von Bränden geplagte Amazonas Region. Auf Instagram rief DiCaprio ("Once Upon a Time in Hollywood") am Montag (Ortszeit) zu weiteren Spenden für "Earth Alliance" auf. In einem vorherigen Beitrag schrieb er, das Geld solle indigenen Gemeinschaften und anderen lokalen Partnern helfen, "die daran arbeiten, die lebenserhaltende Artenvielfalt des Amazonas vor dem Anstieg von Bränden zu schützen". DiCaprio hat "Earth Alliance" eigenen Angaben zufolge zusammen mit zwei Partnern im Juli gegründet.

+++ 27.08.2019: Bolsonaro stellt Bedingungen für Hilfsangebot der G7-Staaten +++

Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro hat für die Annahme der von den G7-Staaten angebotenen Hilfe für die Bekämpfung der verheerenden Waldbrände im Amazonasgebiet Bedingungen gestellt. "Zunächst sollte Macron die Beleidigungen gegen mich zurücknehmen", sagte der Staatschef am Dienstag beim Verlassen seiner Residenz. "Er hat mich einen Lügner genannt. Und dann hat er nach meinen Informationen die Souveränität des Amazonasgebiets in Frage gestellt."

Die G7-Staaten hatten Brasilien bei ihrem Gipfel in Biarritz eine Soforthilfe von 20 Millionen US-Dollar (rund 17,9 Millionen Euro) zugesagt, um die Löscharbeiten in der Waldbrandregion zu unterstützen. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bezeichnete die Amazonasregion wegen deren Bedeutung für den globalen Klimaschutz zudem als "Gemeingut".

"Um mit Frankreich, das die besten Absichten hat, zu sprechen oder irgendwas anzunehmen, muss er diese Äußerungen zurücknehmen", sagte Bolsonaro. Zuvor hatte sein Präsidialamtschef Onyx Lorenzoni nach der Interpretation eines Blogs im Nachrichtenportal G1 nahegelegt, dass Brasilien die Hilfe nicht annehmen wolle. Das Geld sei möglicherweise besser in Europa angelegt, sagte Lorenzoni demnach.

Bolsonaro bestätigte dies zunächst nicht. "Habe ich das gesagt?", fragte er die Journalisten vor seiner Residenz auf Nachfrage. "Habe ich gesprochen? Hat Jair Bolsonaro gesprochen?"

+++ 27.08.2019: Militär: Waldbrände in Brasilien nicht außer Kontrolle +++

Die verheerenden Waldbrände in Brasilien sind nach Einschätzung des Militärs noch nicht außer Kontrolle geraten. "Ist es schwer? Ja, aber es ist nicht außer Kontrolle geraten", sagte Verteidigungsminister Fernando Azevedo am Montagabend (Ortszeit) nach einem Treffen mit Präsident Jair Bolsonaro und Kabinettskollegen. Die Regierung habe schnell reagiert und die Brände in der betroffenen Region gingen bereits zurück. Am Dienstag wollte sich Bolsonaro mit den Gouverneuren der neun Bundesstaaten des Amazonasgebiets treffen und über das weitere Vorgehen beraten.

In Brasilien wüten derzeit die schwersten Waldbrände seit Jahren. Viele Feuer wurden offenbar von Farmern auf abgeholzten Flächen gelegt, um neue Weideflächen zu schaffen. Weil es derzeit sehr trocken ist, greifen die Brände auch auf noch intakte Waldgebiete über. Zuletzt hatte Bolsonaro per Dekret genehmigt, dass die Streitkräfte bei den Löscharbeiten helfen und Brandstifter verfolgen.

+++ 27.08.2019: Kampf gegen Waldbrände: Maas bietet Brasilien Unterstützung an +++

Außenminister Heiko Maas hat Brasilien die Unterstützung Deutschlands im Kampf gegen die verheerenden Brände im brasilianischen Regenwald angeboten. Der SPD-Politiker sagte am Dienstag bei der Botschafterkonferenz im Auswärtigen Amt, er habe dazu am Montag mit seinem brasilianischen Kollegen telefoniert. Er habe ihm die finanzielle und technische Unterstützung Deutschlands angeboten.

Maas bekräftigte, die Umwelt- und Klimapolitik sei von zentraler Bedeutung bei der Bewertung des Handelsabkommens zwischen der EU und dem südamerikanischen Wirtschaftsbündnis Mercosur. Brasilien habe sich verpflichtet, die Entwaldung zu bekämpfen. "Die Brände zeigen auf dramatische Weise, wie dringend notwendig das ist." Maas sagte weiter: "Wir dürfen nicht tatenlos zuschauen, wie verheerende Brände die grüne Lunge der Welt zerstören." Der Schutz des Amazonas sei eine Aufgabe für die ganze Welt.

+++ 26.08.2019: Brände in Brasilien: Bolsonaro empört über Hilfsangebot der G7 +++

Nach der Hilfszusage der G7-Staaten für das von verheerenden Waldbränden betroffene Amazonasgebiet hat sich Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten seines Landes verbeten. "Wir können nicht hinnehmen, dass Präsident Macron unangebrachte Angriffe auf das Amazonasgebiet fährt und seine Absichten hinter einer "Allianz" der G7-Staaten zur "Rettung" des Amazonasgebiets versteckt, als ob wir eine Kolonie oder Niemandsland wären", schrieb der Staatschef am Montag auf Twitter.

Zuvor hatten die G7-Staaten bei ihrem Gipfel in Biarritz eine Soforthilfe von 20 Millionen US-Dollar (rund 17,9 Millionen Euro) für den Kampf gegen die Feuer im Amazonas-Regenwald zugesagt. Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron hatte die Brände kurzfristig auf die Agenda des Gipfels gesetzt.

+++ 26.08.2019: Macron beschwert sich über brasilianischen Kollegen Bolsonaro +++

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron hat sich während des G7-Gipfels über seinen rechtsgerichteten brasilianischen Kollegen Jair Bolsonaro beschwert. Dieser habe sich sehr respektlos über seine Frau Brigitte geäußert, beklagte Macron am Montag in Biarritz. Die persönliche Auseinandersetzung zwischen den Präsidenten hat vor dem Hintergrund der verheerenden Waldbrände in Brasilien eine besondere Brisanz, denn Macron und die G7 betrachten das Flammeninferno als eine internationale Krise.

Bolsonaro hatte auf dem sozialen Netzwerk Facebook mit einem Eintrag den Eindruck erweckt, er unterstütze eine hämische Bemerkung über das Ehepaar Macron. "Was kann ich Ihnen sagen?", sagte Macron."Das ist traurig, (...) aber es ist traurig vor allem für ihn und für die Brasilianer." Er hoffe, dass die Brasilianer bald einen Präsidenten hätten, dessen Verhalten den Anforderungen entspreche.

Macron hatte Bolsonaro bereits unverhohlen vorgeworfen, ihn beim Gipfel der großen Industrie- und Schwellenländer (G20) in Osaka im Hinblick auf Zusagen zum Umweltschutz angeschwindelt zu haben.

+++ 26.08.2019:G7-Gipfel sagt 20 Millionen Dollar für Waldbrände in Südamerika zu +++

Im Kampf gegen die verheerenden Brände des Amazonas-Regenwaldes in Südamerika haben die G7-Staaten eine Soforthilfe von 20 Millionen US-Dollar (rund 17,9 Millionen Euro) zugesagt. Das sagte der chilenische Präsident Sebastián Piñera am Montag in Biarritz an der Seite von Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron.

In einem zweiten Schritt solle im September bei der UN-Vollversammlung eine Amazonas-Initiative gestartet werden. Dabei solle es auch um Aufforstung gehen, sagte Macron. Er hatte das Thema Waldbrände kurzfristig auf die Tagesordnung des Treffens der großen Industrienationen (G7) gesetzt.

+++ 25.08.2019:Merkel stellt Hilfe für Amazonas-Aufforstung in Aussicht +++

Nach Löschung der Waldbrände im Amazonasgebiet will Bundeskanzlerin Angela Merkel die betroffenen Länder in Südamerika bei der Wiederaufforstung unterstützen. «Es folgt ein langes Engagement», sagte die CDU-Politikerin am Sonntag beim G7-Gipfel im französischen Biarritz. «Die Lunge unserer gesamten Erde ist betroffen und deshalb müssen wir hier auch gemeinsame Lösungen finden.» Im brasilianischen Amazonasgebiet wüten derzeit die schwersten Waldbrände seit Jahren, aber auch andere Länder wie Bolivien, Paraguay und Französisch-Guayana sind betroffen. Der französische Präsident Emmanuel Macron hatte das Thema als Gastgeber kurzfristig auf die Tagesordnung des G7-Gipfels gesetzt.

+++ 25.08.2019: Papst: Amazonas-Regenwald "ist lebensnotwendig für unseren Planeten" +++

Die verheerenden Brände im Amazonas-Regenwald bereiten Papst Franziskus Sorge. "Beten wir, damit sie mit dem Einsatz aller so schnell wie möglich gebändigt werden", sagte das katholische Kirchenoberhaupt am Sonntag vor Tausenden Gläubigen nach dem Angelus-Gebet auf dem Petersplatz. "Diese Lunge aus Wäldern ist lebensnotwendig für unseren Planeten."

In Brasilien wüten derzeit die schwersten Waldbrände seit Jahren. Die Zahl der Feuer stieg nach Angaben der brasilianischen Weltraumagentur INPE seit Anfang des Jahres um 83 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

+++ 25.08.2019: Soldaten bekämpfen Flammen im brasilianischen Regenwald +++

Angesichts der verheerenden Waldbrände im Amazonasgebiet setzt die brasilianische Regierung nun Soldaten bei den Löscharbeiten und der Verfolgung von Brandstiftern ein. Der Militäreinsatz begann am Samstag im Bundesstaat Rondônia, wie Verteidigungsminister Fernando Azevedo e Silva mitteilte. Insgesamt stünden in der Region 44 000 Soldaten zur Verfügung. Bislang haben vier Bundesstaaten die Unterstützung der Streitkräfte angefordert. Präsident Jair Bolsonaro hatte den Einsatz des Militärs zuvor per Dekret erlaubt.

Die Gouverneure der Bundesstaaten im Amazonasgebiet forderten unterdessen mehr Unterstützung der Regierung in Brasília und baten um ein Dringlichkeitstreffen mit Präsident Bolsonaro. Die Bundesregierung und die Regionen sollten enger zusammenarbeiten, um die Feuer zu löschen und die Brandstifter zu verfolgen, hieß es in einem Brief an den Staatschef.

+++ 24.08.2019: "Bares für Rares"-Star Fabian Kahl übt Kritik an der Presse +++

Nach zahlreichen internationalen Stars hat sich nun auch ein weiterer deutscher Promi, "Bares für Rares"-Liebling Fabian Kahl, zu der fehlenden Berichterstattung über die Amazonas-Waldbrände geäußert. Auch er beklagte, dass sich die Presse nicht um den Regenwald zu scheren scheint. "Sonniger Tag. Sonniges Selfie (Wenn die Presse schon nicht darüber berichtet, dass der Amazonas Regenwald brennt und damit unsere grüne Lunge in Flammen steht, dann werde ich ganz bestimmt nicht damit anfangen). #nichtmitmir #abermalimernst #actforamazonia", schrieb der "Bares für Rares"-Händler zu einem Selfie.

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+++ 24.08.2019: Bolsonaro verspricht harte Hand beim Kampf gegen Brandstifter +++

Angesichts von Tausenden Feuern im Amazonasgebiet hat der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro ein hartes Durchgreifen gegen die Brandstifter angekündigt. "Wir sind eine Regierung der Null-Toleranz-Politik gegenüber der Kriminalität, und im Bereich der Umwelt ist das nicht anders", sagte der Staatschef am Freitag in einer Fernsehansprache. "Wir werden entschlossen handeln, um die Feuer unter Kontrolle zu bringen."

Experten zufolge legen meist Farmer die Feuer, um neue Weideflächen zu schaffen. Da der Amazonasregenwald große Mengen CO2 bindet und für den Kampf gegen den Klimawandel von globaler Bedeutung ist, sorgen die Brände auf der ganzen Welt für Bestürzung.

Auch auf dem Gipfel der führenden Industrienationen (G7) im französischen Biarritz soll das Thema am Wochenende zur Sprache kommen. Bolsonaro verbat sich indes die Einmischung in innere Angelegenheiten seines Landes. "Waldbrände gibt es auf der ganzen Welt. Das kann nicht als Vorwand für mögliche internationale Sanktionen dienen", sagte der Präsident im Fernsehen.

+++ 24.08.2019:Trump springt Bolsonaro in Debatte über Amazonas-Brände zur Seite +++

US-Präsident Donald Trump ist dem brasilianischen Staatschef Jair Bolsonaro zur Seite gesprungen, der wegen der Amazonas-Brände in die Kritik geraten ist. Trump schrieb am Freitagabend (Ortszeit) auf Twitter, er habe soeben mit Bolsonaro gesprochen. Die Handelsaussichten beider Länder seien aufregend und die Beziehungen stark, "vielleicht stärker denn je". Trump schrieb weiter, er habe Bolsonaro Hilfe beim Kampf gegen die Brände im Amazonas-Regenwald angeboten. Die USA stünden bereit, Brasilien hier zu unterstützen.

+++ 24.08.2019:Macron will bei G7-Gipfel über Aufforstung des Amazonaswalds sprechen +++

Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron will beim Gipfel der großen Industrienationen (G7) in Biarritz über die Aufforstung des Amazonas-Regenwaldes und deren Finanzierung sprechen. Das teilte Macron am späten Freitagabend mit. Es solle auch über die Vorbeugung weiterer Brände beraten werden und über einen Stopp der industriellen Entwaldung, forderte der Staatschef. Der Gipfel wird am Samstagabend beginnen.

Macron hatte die verheerenden Brände im Amazonas-Regenwald kurzfristig auf die Tagesordnung des Gipfels gesetzt. Auch verstärkten die Europäer den Druck auf den rechtspopulistischen Präsidenten Brasiliens, Jair Bolsonaro. Macron kündigte zudem an, das jüngst ausgehandelte Mercosur-Freihandelsabkommen der EU mit den vier Mitgliedsländern des südamerikanischen Staatenbunds abzulehnen.

+++ 23.08.2019: Brände in Brasilien: Bolsonaro verbittet sich Ratschläge des Auslands +++

Angesichts der besorgten Reaktionen auf die verheerenden Waldbrände im Amazonasgebiet hat sich Brasiliens Staatsführung Ratschläge aus dem Ausland verbeten. "Die brasilianische Regierung ist weiterhin offen für einen Dialog, der auf objektiven Daten und gegenseitigem Respekt beruht", schrieb Präsident Jair Bolsonaro am Donnerstag auf Twitter. "Der Vorschlag des französischen Präsidenten, die Probleme des Amazonas auf dem G7-Gipfel zu diskutieren, ohne die Länder der Region zu beteiligen, lässt aber auf eine kolonialistische Denkweise schließen."

Regen könnte beim Löschen der Waldbrände helfen - doch es bleibt trocken.

Regen könnte beim Löschen der Waldbrände helfen - doch es bleibt trocken. Bild: dpa

Zuvor hatte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron angekündigt, das Thema auf die Agenda des Gipfels der führenden Industrienationen in Biarritz zu setzen. "Unser Haus brennt. Wortwörtlich", schrieb Macron am Donnerstagabend auf Twitter zu einem Foto des brennenden Regenwalds. Die Brände bedeuteten eine internationale Krise, so Macron. Er rief die Regierungschefs der G7-Länder auf, "diesen Notfall" als ersten Punkt beim Gipfeltreffen ab Samstag zu besprechen.

"Ich bedaure, dass Präsident Macron versucht, eine interne Angelegenheit Brasiliens und anderer Länder der Amazonasregion zum eigenen politischen Vorteil zu instrumentalisieren", schrieb Bolsonaro weiter. "Der sensationalistische Ton, mit dem er sich auf den Amazonas bezieht, löst das Problem nicht."Zudem warf er Macron vor, für seinen Tweet ein falsches Bild verwendet zu haben. Tatsächlich zeigt das Foto nicht die aktuellen Brände und ist schon Jahre alt. Es stammt vom US-Fotografen Loren McIntyre, der bereits 2003 starb. In der aktuellen Debatte über die Brände wird das Bild häufig gepostet, zuletzt auch von Hollywoodstar und Umweltaktivist Leonardo DiCaprio.

+++ 23.08.2019: Bestürzung bei PrinzessinMärtha Louise, Michelle Pfeiffer, Ronaldo +++

In den sozialen Medien äußern sich immer mehr Prominente zu den Waldbränden im Amazonas-Gebiet von Brasilien. Unter anderem machten Prinzessin Märtha Louise von Norwegen, Michelle Pfeiffer und auch Fußball-Star Ronaldo auf die verheerende Situation in Brasilien aufmerksam.

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Our planet is on fire and what are we doing about it?! The fires in the #amazon have been raging for over 3 weeks and if the #rainforest gets destroyed, we die as it the lungs of our Mother Earth. When will we learn that we are linked together as one? And that what we do to our planet affects us all??? Please donate to one of the organizations here: biglink.to/amazon #savetheearth #weareone

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#Repost @greenpeace ・ ⚠ THIS IS AN EMERGENCY ⚠ In this video, you can see the smoke traveling across Brazil. The smoke could be seen and felt by people in urban areas of the country, but this is something that people who live near the Amazon and depend on it for their survival have been going through for years. Companies and the government must stop putting short-term profits over the lives of people and the planet. Head to the link in our bio to demand companies stop forest destruction. Credit: @copernicusecmwf #ForestsAreLife #Amazon#AmazonRainforest #SaveTheAmazon#Greenpeace #Forest #ClimateChange#ClimateCrisis #ClimateEmergency#nature #environment #forests

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+++ 22.08.2019: Staatsanwaltschaft leitet Ermittlungen wegen Bränden in Brasilien ein +++

Angesichts der verheerenden Waldbrände im brasilianischen Amazonasgebiet hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungen eingeleitet. Im Bundesstaat Pará solle geprüft werden, warum der von Bauern angekündigte "Tag des Feuers" vor einer Woche nicht verhindert wurde, teilte die Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit. Medienberichten zufolge hatten Farmer im Südwesten von Pará zuletzt in einer koordinierten Aktion große Flächen entlang der Landstraße BR-163 in Brand gesteckt, um Platz für neue Weideflächen zu schaffen.

+++ 22.08.2019: UN: Erhalt des Waldes entscheidend für Kampf gegen Klimawandel +++

Angesichts der Brände in der Amazonasregion haben die Vereinten Nationen die Bedeutung intakter Wälder betont. "Der Erhalt des Waldes ist für unseren Kampf gegen den Klimawandel von entscheidender Bedeutung", sagte der Sprecher von UN-Generalsekretär Antonio Guterres, Stephane Dujarric, am Donnerstag in New York. Die Vereinten Nationen seien "besorgt" über die Lage in dem Gebiet und die bereits verursachten Schäden, hätten aber keine Kenntnisse über den Ursprung der Feuer.

Ein Lösch-Hubschrauber fliegt über dem Amazonasgebiet.

Ein Lösch-Hubschrauber fliegt über dem Amazonasgebiet. Bild: dpa

+++ 22.08.2019: Promis reagieren bestürzt und prangern fehlende Berichterstattung an +++

Dutzende Promis haben sich bereits bestürzt zu den Waldbränden am Amazonas geäußert. Nationale als auch internationale Stars nutzen ihre Stimme, um auf die Situation in Brasilien aufmerksam zu machen. Sie prangerten an, dass die Medien nicht ausreichend über die Waldbrände berichten.

So kritisierte Lilly Becker in ihrer Instagram-Story, dass, als Notre Dame brannte, alle Medien zur Stelle waren und von dem Unglück berichteten. Millionäre strömten herbei, um den Wiederaufbau zu finanzieren. Nun aber, da es am Amazonas seit drei Wochen lichterloh brennt, eilt kein Millionär zu Hilfe. Auch TV-Star Janni Hönscheid prangerte an, dass das Bikini-Foto einer frischgebackenen Mutter wenige Wochen nach der Geburt mehr Aufmerksamkeit erfährt, als der verheerende Waldbrand im Amazonas-Gebiet.

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It’s getting hot in here Ein Schrei nach Aufmerksamkeit? Unbedingt! Mama von zwei Kindern in Unterwäsche, ein paar Wochen nach der Geburt. Afterbabybody Alarm! Ausnahmsweise sind die Brüste jedoch so „verpackt“ und in Szene gesetzt, um möglichst Bedürfnisorientiert zu sein- nur eben für die Gesellschaft. Traurig aber wahr, zieht so ein Bild ja mehr als das zweite. Das was eigentlich die Aufmerksamkeit bekommen sollte. (Bitte einmal nach Rechts wischen- da kommt dann ein Nackfoto... ein Nacktfoto von der Realität, von dem was gerade auf der Welt passiert. Der Amazonas - die „Lunge der Welt“ brennt, seit drei Wochen. Und doch sehe ich davon wenig in der Presse. Warum auch? Ist ja gut gefüllt mit prallen Brüsten und anderen Bällen. Fussball, Horror Clashs, irgendwelche alten Politiker die Greta belächeln weil jemand endlich mal die Wahrheit sagt. Aber es war ja schon im Mittelalter so dass der Ritter der dem König die unerfreuliche Realität mitteilte, sofort geköpft wurde. Obwohl er ja nichts weiter gemacht hatte, als zu sagen was ist. In diesem Fall ist der Ritter auch noch minderjährig... Egal, zurück zu den Nachrichten. Wenn heute mein Geburtstag wäre - was es leider erst am Samstag ist- würde ich mir wünschen das es mehr Nachrichten geben würde, die uns endlich mal aufwecken. Welche die uns nicht Angst machen und das Gefühl geben ein Opfer der bösen Welt zu sein, sondern welche die uns bewusst machen was wir für einen enormen Einfluss haben auf die „breaking news“. Welche die die wahren Helden unserer Zeit mal die Aufmerksamkeit geben die sie verdienen, sie ernst nehmen. Ich würde mir auch wünschen die Kinder endlich freitags wieder in der Schule zu sehen... Zu sehen wie sie aufmerksam da sitzen, und Ihren Lehrern zuhören, wie sie den Kindern beibringen was sie tun können, um auf die Welt aufzupassen, die Ihr Zuhause ist. Was sie machen können, um sie zu retten. Die Fehler der Lehrer auf die Tafel zu bringen um aus Ihnen zu lernen. Sie aufzuklären, wie Konsum Zusammenhängt mit der Umwelt, und wie auch das was auf unseren Tellern ist, dazu beiträgt wie es der Erde geht. Vielleicht geht mein Wunsch ja in Erfüllung #prayforamazonia

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Unter dem Hashtag #PrayforAmazonia finden sich bereits zahlreiche Promi-Beiträge dieser Art. So brachte auch das britische Model Cara Delevingne auf Instagram ihr Unverständnis über die fehlende Berichterstattung zu den Amazonas-Waldbränden zum Ausdruck.

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#PrayforAmazonia

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Auch die brasilianischen Models Gisele Bündchen und Alessandro Ambrosio machten auf die verheerenden Brände in ihrer Heimat aufmerksam.

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A floresta tem um papel fundamental no equilíbrio do clima na Terra e, consequente, em nossas vidas. Não podemos fechar os olhos para o que está acontecendo na Amazônia. As queimadas crescentes vêm destruindo em dias o que a natureza leva anos, séculos para construir. Eu já estive lá e pude ver de perto como tudo acontece, especialmente como os oportunistas se aproveitam da época das secas para botar a floresta abaixo. O desmatamento na Amazônia tem que parar!! Pela nossa saúde e pela saúde do nosso Planeta! #TodospelaAmazonia #PrayforAmazonia #TogetherfortheAmazon The forest plays a key role in balancing the Earthclimate and consequently in our lives. We cannot close our eyes to what is happening in the Amazon. The increased burnings have been destroying in days, what nature takes years, centuries to build. I've spent a lot of time there and was able to see closely how everything happens, especially how opportunists take advantage of the dry season to destroy and clear the forest. Deforestation in the Amazon has to stop...for our health and the health of our planet!

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#Repost @karmagawa ・・・ The AMAZON RAINFOREST has been burning for 3 weeks.....WTF! We are on the verge of losing it completely if the fire isn’t put out soon! The loss of trees, the loss of biodiversity is what is accelerating climate change...and yet nobody is saying a word! Nobody is doing anything for our largest rainforest in the world! Nobody is doing anything for some of the most beautiful people in the world, nobody is doing anything for the incredible animals there either! Mother Nature is angry with us…so we all need to wake up ASAP before we suffer some major consequences due to our irresponsible behavior and inaction so spreading awareness to everyone RIGHT NOW is crucial to saving the rainforest from destruction! News/media outlets are quick to cover political controversy and negative stories, but won’t talk about this urgent issue so we must all use our social media platforms and send them this post and when they get enough emails, DMs and messages about this story they will be FORCED to cover it and then the world will finally see what’s happening RIGHT NOW! Please share this post with any news media you follow and with ALL your followers and tell them to share it too…let’s all do what we can to get the word out ASAP and it’s also important to pray for Brazil too ???????? WE MUST SAVE THE RAINFOREST BY WORKING TOGETHER! Thank you for the head’s up @mikeholston #prayforbrazil #prayforamazonia #savetherainforest #karmagawa

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+++ 22.08.2019: Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro attackiert Umweltschützer +++

Nach Darstellung der brasilianischen Regierung könnten Umweltschützer hinter der jüngsten Serie von Waldbränden in der Amazonasregion stecken. "Wir nehmen den Nichtregierungsorganisationen ihre Zuschüsse, wir haben die Überweisungen der Regierungsstellen eingestellt. Jetzt fehlt ihnen das Geld", sagte Präsident Jair Bolsonaro am Mittwoch. "Es kann also sein, dass diese Organisationen gegen mich persönlich und die brasilianische Regierung vorgehen. Das ist der Krieg, in dem wir uns befinden." Beweise für seine Behauptungen legte er nicht vor.

Umweltschutzverbände wiesen die Vorwürfe zurück. "Diese Behauptung des Präsidenten ist unverantwortlich", sagte der Präsident des Instituts für Umweltschutz (Proam), Carlos Bocuhy, dem Nachrichtenportal G1. "Es hat keinen Sinn, zu behaupten, wir hätten das Feuer gelegt. Das ist absurd."

+++ 22.08.2019: Schwarzer Regen über São Paulo durch Waldbrände am Amazonas +++

Im fast 2000 Kilometer von den Brandherden entfernten São Paulo hatte sich zuletzt mitten am Tag der Himmel verdunkelt. Bewohner der Millionenmetropole berichteten von schwarzem Regen. Untersuchungen von zwei Universitäten bestätigten, dass das Regenwasser Brandrückstände enthält, wie das Nachrichtenportal G1 berichtete.

Die meisten Brände wurden zuletzt im Bundesstaat Mato Grosso im Süden des Amazonasgebiets gemeldet. Die Löscharbeiten gestalten sich schwierig, da es in der Region nur wenige Straßen gibt und sich die Einsatzkräfte deshalb mit Booten auf Flüssen bewegen müssen. Zudem gibt es unterirdische Feuer, die lange unentdeckt bleiben. "Wir geben unser Bestes", sagte Umweltminister Ricardo Salles. "Es kommt im Moment häufiger zu Bränden, weil es zuletzt sehr trocken war."

fka/bua/news.de/dpa
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