27.06.2019, 12.17 Uhr

Eurofighter-Absturz in Mecklenburg-Vorpommern: Schrecklicher Verdacht: Löste der Schleudersitz nicht aus?

Zwei

Zwei "Eurofighter" der Bundeswehr sind in Mecklenburg-Vorpommern über einem Waldstück abgestürzt (Symbolbild). Bild: Bernd Wüstneck / picture alliance / dpa

Zwei "Eurofighter" der Bundeswehr sind in Mecklenburg-Vorpommern abgestürzt. Das teilte das Innenministerium in Schwerin mit. Zuvor hatten der Radiosender "Ostseewelle" und die Tageszeitung "Nordkurier" berichtet. Dem "Focus" zufolge soll der Absturz einen Waldbrand ausgelöst haben. Alle aktuellen Entwicklungen lesen Sie hier im News-Ticker.

"Eurofighter"-Absturz in Mecklenburg-Vorpommern im News-Ticker

  • Zwei "Eurofighter" in Mecklenburg-Vorpommern kollidiert
  • Absturz soll Waldbrand verursacht haben
  • Ein Pilot lebend gerettet
  • Leichenteile geborgen - zweiter Pilot ist tot
  • keine zivilen Opfer
  • Verteidigungsministerin van der Leyen reist zu Absturzstelle
  • Bundeswehr übernimmt weitere Ermittlungen

+++ 27.06.2019: Schleudersitz von Eurofighter könnte nicht ausgelöst haben +++

Nach dem Tod eines Eurofighter-Piloten geht die Bundeswehr laut «Bild»-Zeitung dem Verdacht nach, dass der Schleudersitz des 27-Jährigen nicht ausgelöst haben könnte. Erste Indizien am Wrack nährten diese Zweifel, schrieb das Blatt am Donnerstag. So sei teilweise intaktes Explosionsmaterial gefunden worden, das vor dem Ausstieg die Cockpit-Haube wegsprengen soll.

Der Deutschen Presse-Agentur wurde am Donnerstag aus Militärkreisen bestätigt, dass auch untersucht werde, ob der Schleudersitz einer Maschine ausgelöst worden sei. Offiziell hieß es aber, die Luftwaffe beteilige sich nicht an Spekulationen. Das Ergebnis von Untersuchungen müsse abgewartet werden.

+++ 26.06.2019: Eurofighter-Flugbetrieb beginnt Anfang nächster Woche wieder +++

Nach dem Absturz von zwei Kampfjets des Luftwaffengeschwaders 73 "Steinhoff" in Laage bei Rostock soll der Flugbetrieb dort Anfang kommender Woche wieder aufgenommen werden. Das kündigte die Luftwaffe am Mittwoch an.

Am Montag waren zwei Eurofighter bei einer Luftkampf-Übung über der Mecklenburgischen Seenplatte zusammengestoßen und abgestürzt. Ein Pilot starb, der andere wurde verletzt. Es habe sich nicht um einen Tiefflug gehandelt, betonte die Luftwaffe.

Nach dem Absturz waren in der Region Forderungen nach einem Ende der Kampfflug-Übungen über bewohntem Gebiet laut geworden. Auch Politiker von Linken und Grünen hatten sich für ein Verbot oder zumindest eine kritische Überprüfung der gegenwärtigen Praxis ausgesprochen.

Der Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Ingo Gerhartz, erklärte, die Übungsflüge seien notwendig. "Übungsflüge über dem deutschen Hoheitsgebiet können wir nicht vermeiden", sagte er. "Wir müssen dort üben, wo wir im Bedarfsfall auch verteidigen." Die Luftwaffe sei bemüht, Belastungen für die Bevölkerung durch Übungen so gering wie möglich zu halten.

+++ 26.06.2019: Getöteter "Eurofighter"-Pilot kam aus Mecklenburg-Vorpommern +++

Der beim Absturz zweier "Eurofighter"-Kampfjets getötete Pilot stammte aus Mecklenburg-Vorpommern. Seine Eltern seien mittlerweile informiert worden, nähere Angaben würden aber derzeit nicht gemacht, sagte ein Presseoffizier des Geschwaders 73 "Steinhoff" am Mittwoch in Laage (Landkreis Rostock). Ob und wann es eine Trauerfeier geben werde, dürften die Angehörigen entscheiden. Nach früheren Angaben der Luftwaffe war der Pilot 27 Jahre alt und ausgebildeter Kampfpilot mit 400 Stunden Flugerfahrung. Er habe gerade eine Weiterbildung absolviert.

Der überlebende Pilot der zweiten Maschine ist Fluglehrer mit 3.700 Stunden Flugerfahrung. Er sei mittlerweile aus dem Krankenhaus in Rostock entlassen worden, teilte die Luftwaffe am Mittwoch über Twitter mit. Luftwaffe und andere Bundeswehreinheiten wollten im Laufe des Mittwochs ihre Such- und Bergungsarbeiten fortsetzen. Mit insgesamt etwa 500 Soldaten - statt bisher etwa 300 - soll das riesige bewachte Sperrgebiet mit den zwei Absturzstellen bei Nossentin und Nossentiner Hütte systematisch abgesucht werden, um Maschinenteile zu finden. Das Unglück hatte sich am Montag ereignet.

+++ 26.06.2019: Nach Eurofighter-Absturz: Flugschreiber werden ausgewertet +++

Zwei Tage nach dem Absturz der beiden Eurofighter in Mecklenburg-Vorpommern hat die Auswertung der Flugschreiber begonnen. Das geht aus einer Twitter-Mitteilung der Luftwaffe vom Mittwoch hervor. Die beiden Kampfjets waren am Montag bei einer Luftkampf-Übung über der Mecklenburgischen Seenplatte zusammengestoßen und angestürzt. Ein Pilot kam dabei ums Leben, der andere wurde verletzt. Die Flugschreiber wurden am Dienstag gefunden.

+++ 26.06.2019: Abgestürzter Pilot nach Behandlung aus Krankenhaus entlassen +++

Der bei dem Absturz in Mecklenburg-Vorpommern verletzte Eurofighter-Pilot ist aus dem Krankenhaus entlassen worden. Das teilte die Luftwaffe am Mittwoch über Twitter mit. Der Oberstleutnant war am Montag bei einer Luftkampfübung nach einem Zusammenstoß mit einer zweiten Maschine abgestürzt. Der Pilot der anderen Maschine kam ums Leben.

Luftwaffe und andere Bundeswehreinheiten wollten im Laufe des Mittwoch ihre Such- und Bergungsarbeiten fortsetzen. Mit insgesamt etwa 500 Soldaten - statt bisher etwa 300 - soll das riesige bewachte Sperrgebiet mit den zwei Absturzstellen bei Nossentin und Nossentiner Hütte systematisch abgesucht werden, um Maschinenteile zu finden.

+++ 26.06.2019: Gezielte Sprengungen am Wrack +++

Im Zusammenhang mit Bergungsarbeiten bei einem der verunglückten Eurofighter-Kampfflugzeuge haben mehrere Sprenggeräusche die Anwohner im Sperrgebiet verunsichert. "Das waren am Dienstagabend gezielte Sprengungen an dem Wrack bei Nossentin, damit es gefahrlos geborgen werden kann", sagte die Bürgermeisterin von Nossentiner Hütte, Birgit Kurth, am Mittwoch.

Sie habe mehrere Anrufe besorgter Bürger bekommen. Ein Sprecher der Luftwaffe bestätigte dies und erläuterte, dass das "Team Flugsicherheit" kleinere Mengen explosiver Stoffe an Bord des Flugzeugwracks vernichtet habe. Dabei handele es sich um ein Sprengstoffnotsystem an der Maschine, deren Pilot ums Leben gekommen war.

+++ 26.06.2019: Suche nach Ursache von Eurofighter-Absturz geht weiter +++

Nach der Kollision zweier Eurofighter-Kampfjets über der Mecklenburgischen Seenplatte geht die Suche nach den Ursachen weiter. Beide Flugdatenschreiber der abgestürzten Eurofighter wurden am Dienstag gefunden und geborgen. Nun müssen die Daten ausgewertet werden, Experten erhoffen sich wichtige Hinweise.

Seit Montagabend sind etwa 300 Soldaten in der Region im Einsatz, um Wrackteile zu sichern. Am Mittwoch werde die Suchmannschaft auf 500 Kräfte aufgestockt, sagte der Chef des Landeskommandos Mecklenburg-Vorpommern, Brigadegeneral Gerd Kropf. Er äußerte die Ansicht, dass Mitte nächster Woche Ergebnisse zu den Unfallursachen vorliegen werden.

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) äußerte sich zurückhaltend zu Forderungen, Übungsflüge der Luftwaffe in der Tourismusregion Mecklenburgische Seenplatte einzuschränken oder gar einzustellen. Im Ergebnis der Untersuchungen müsse auch geklärt werden, ob bei den Übungsflügen andere Sicherheitsstandards nötig seien. Zu den Forderungen zahlreicher Kommunalpolitiker der Region und von Oppositionsparteien nach einem Ende der Tiefflüge wollte sich Schwesig nicht direkt äußern.

+++ 25.06.2019: Beide Flugschreiber der abgestürzten Eurofighter gefunden +++

Beide Flugdatenschreiber der abgestürzten Eurofighter sind gefunden und geborgen worden. Das teilte die Luftwaffe am Dienstagnachmittag per Twitter mit. Bei dem Absturz der Kampfjets in Mecklemburg-Vorpommern war am Montagnachmittag ein Pilot ums Leben gekommen, ein weiterer wurde verletzt.

+++ 25.06.2019: Luftwaffen-Inspekteur: Übungen müssen auch über Land geflogen werden +++

Die Luftwaffe will auch nach dem Absturz von zwei Eurofightern an Übungen über besiedelten Landgebieten in Deutschland festhalten. Dies sei für die Einsatzbereitschaft der Besatzungen nötig, sagte der Inspekteur der Luftwaffe, Ingo Gerhartz, am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

"Den Flugbetrieb, um wirklich auch einsatzbereit zu sein, verlagern wir zum großen Anteil mittlerweile in den Simulator und auch ins Ausland", sagte der Generalleutnant und nannte die USA und das europäische Ausland. "Wir fliegen viele unserer Flüge über See, aber wir müssen auch einen gewissen Anteil über Land fliegen. Das sind wir alleine schon unserem Auftrag der Landesverteidigung schuldig."

Auch der Simulator könne dies nicht ersetzen. "Es ist noch mal was anderes, in dem Flugzeug zu sitzen. Die Geschwindigkeit ist anders zu spüren in einem Realflugzeug - das kann sich jeder vorstellen -, als es jetzt im Simulator ist." Gerhartz betonte: "Das heißt, einen großen Anteil der Flugstunden werden wir immer noch auch außerhalb des Simulators erfliegen müssen."

Der überlebende Pilot des Eurofighter-Unglücks werde schnell aus einer Universitätsklinik entlassen. "Ich habe ihn gestern im Krankenhaus aufgesucht. Er hat lediglich ein paar Kratzer, und er wird auch heute aus dem Krankenhaus entlassen", sagte Gerhartz. "Bei aller Tragik des Unfalls, dass wir einen toten Kameraden zu beklagen haben, bin ich natürlich froh darüber, dass der andere Pilot dementsprechend wohlauf ist."

Die Unfallursache ermittle der General Flugsicherheit. "Das tut er ja letztlich auch im Auftrag der Staatsanwaltschaft", sagte der Inspekteur. Seines Wissens nach sei ein Flugdatenschreiber schon geborgen und die Bergung des zweiten Flugdatenschreiber stehe bevor. "Das wird dann wohl hoffentlich in den nächsten Stunden der Fall sein", sagte er. Dann gelte es, die Vielzahl der Daten auszuwerten. "Das ist äußerst komplex. Da kann ich natürlich jetzt auch noch keine zeitliche Prognose geben", sagte Gerhartz.

+++ 25.06.2019: Getöteter Eurofighter-Pilot hatte 400 Stunden Flugerfahrung +++

Der bei dem Eurofighter-Unglück ums Leben gekommene Pilot ist nach Angaben der Luftwaffe 27 Jahre alt gewesen und hat etwa 400 Stunden Flugerfahrung gehabt. Er sei ein ausgebildeter Kampfpilot, twitterte die Luftwaffe am Dienstag. Der überlebende zweite Pilot sei Fluglehrer und habe mehr als 3700 Flugstunden absolviert. Der getötete Pilot habe gerade eine verbandsinterne Weiterbildung absolviert, sagte ein Sprecher der Luftwaffe.

Bei Luftkampfübungen waren am Montag zwei Eurofighter über der Mecklenburgischen Seenplatte zusammengestoßen und mehrere Kilometer voneinander entfernt abgestürzt. Ein Pilot wurde getötet, der zweite überlebte das Unglück und wurde verletzt in ein Krankenhaus gebracht. Zivile Opfer gab es nicht.

+++ 25.06.2019: Luftwaffe sagt Familientag in Wittmund nach Eurofighter-Unfall ab +++

Nach der Kollision von zwei Eurofighter-Kampfjets in Mecklenburg-Vorpommern hat die Luftwaffe den Familientag beim Richthofengeschwader im ostfriesischen Wittmund abgesagt. Das sei aus Anteilnahme und Verbundenheit mit den Angehörigen des am Montag tödlich verunglückten Kameraden geschehen, sagte ein Sprecher des Geschwaders am Dienstag. Auf dem Stützpunkt in Wittmund sollte am Samstag die Gründung des Jagdgeschwaders 71 vor 60 Jahren gefeiert werden. Dabei waren auch Flugvorführungen von Eurofightern geplant. In Wittmund ist eine Alarmrotte mit diesen Jagdflugzeugen zur Überwachung des norddeutschen Luftraumes stationiert.

Die Eurofighter waren am Montagnachmittag bei Luftkampfübungen zusammengestoßen und nahe der Ortschaft Nossentiner Hütte (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) abgestürzt. Nach bisherigen Erkenntnissen hatten beide Piloten noch ihre Schleudersitze betätigt. Während der eine Pilot verletzt aus einem Baum gerettet wurde, wurde der zweite tot geborgen.

+++ 25.06.2019: Ministerium: Einsatzfähigkeit der Eurofighter nun bei 60 Prozent +++

Das Verteidigungsministerium hat am Tag nach dem Absturz von zwei Eurofightern Spekulationen über die Ursache des Unglücks zurückgewiesen. So sei die Einsatzfähigkeit der Maschinen inzwischen deutlich gestiegen und liege nun bei 60 Prozent, sagte ein Sprecher am Dienstag in Berlin. Wenn der Klarstand, also die Quote der einsatzbereiten Jets, weiter Richtung 70 Prozent steige, sei Deutschland unter den besten Ländern.

Bei der Wartung ist vor allem die Industrie gefordert, die in der Vergangenheit dafür verantwortlich war, dass Wartung und Überholung der Flugzeuge zu lange dauerte. Dies wirkte sich auch auf die Zahl der verfügbaren Flugstunden aus. Weniger Flugstunden führten dazu, dass weniger Piloten einsatzfähig waren. Die Mindestzahl von 140 Flugstunden im Jahr und weiteren 40 Stunden in einem Simulator werde nicht unterschritten, sagte ein Sprecher.

Die Eurofighter ist das sicherste Kampflugzeug in der Geschichte der Bundeswehr. Seit 2004 sei kein deutscher Eurofighter abgestürzt, hatte der Inspekteur der Luftwaffe, Ingo Gerhartz, am Montag erklärt.

+++ 25.06.2019: Wrackteil von Eurofighter neben Kindergarten gefunden +++

Ein Wrackteil eines Eurofighters liegt auf der Spielwiese eines Kindergartens.

Ein Wrackteil eines Eurofighters liegt auf der Spielwiese eines Kindergartens. Bild: dpa

Am Morgen nach dem Absturz von zwei Eurofightern der Luftwaffe in Mecklenburg-Vorpommern ist in unmittelbarer Nähe eines Kindergartens ein Wrackteil gefunden worden. Ein Mitarbeiter der Gemeinde Nossentiner Hütte entdeckte das etwa einen halben Meter lange Bauteil auf einem Sportplatz, der an das Kindergartengelände grenzt. "Wir können von Glück reden, dass wir so davon gekommen sind", sagte die Leiterin des Kindergartens. Einige der Kinder hätten den Absturz eines der beiden Kampfjets vom Fenster aus beobachtet. Das stark zerbeulte Teil lag etwa 40 Meter entfernt von den Spielgeräten der Kinder. Bundeswehrangehörige bargen das Gerät, äußerten sich aber nicht zu dessen Funktion.

Bei Luftkampfübungen waren am Montag zwei Eurofighter über der Mecklenburgischen Seenplatte zusammengestoßen und mehrere Kilometer voneinander entfernt abgestürzt. Ein Pilot wurde getötet, der zweite überlebte das Unglück und wurde verletzt in ein Krankenhaus gebracht. Zivile Opfer gab es nicht.

+++ 25.06.2019:Abgestürzter Pilot nicht lebensgefährlich verletzt +++

Der bei Luftkampfübungen über Mecklenburg-Vorpommern abgestürzte, aber überlebende Eurofighter-Pilot ist in einer gesundheitlich stabilen Lage. Er sei bei dem Unglück nicht lebensgefährlich verletzt worden, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Dienstag. Es handele sich um einen der erfahrensten Fluglehrer der Luftwaffe. Der bei dem Zusammenstoß von zwei Kampfjets am Vortag ums Leben gekommene zweite Pilot sei ein jüngerer Offizier. Schlüsse zum Hergang der Unglücks könnten daraus aber nicht gezogen werden. Die zwei Eurofighter waren über der Müritz-Region zusammengestoßen und abgestürzt.

+++ 25.06.2019: Bürgermeister fordern Verzicht auf Übungstiefflüge in Urlaubsregionen +++

Der Bürgermeister von Waren an der Müritz, Norbert Möller (SPD), hat sich für einen Verzicht auf militärische Übungstiefflüge in Urlauberregionen ausgesprochen. "Viele Touristen haben kein Verständnis dafür, dass ausgerechnet rings um die Müritz solche Tiefflüge geübt werden", sagte Möller am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Die Region um das Heilbad, zu der auch die vom Absturz betroffenen Dörfer gehören, gilt mit Hunderttausenden Gästen als touristisches Schwergewicht im Nordosten. "Man darf das gar nicht zu Ende denken, aber wir sind alle nochmal mit einem blauen Auge davongekommen", erklärte Möller.

Sein Mitgefühl gelte den Familien der betroffenen Piloten, sagte der Bürgermeister. Ihm sei zwar klar, dass die Flieger irgendwo üben müssten. Man solle aber prüfen, ob gerade Tiefflüge über dem größten deutschen Binnensee und den umliegenden Gewässern abgehalten werden müssten. Auch die Bürgermeisterin von Silz und Nossentin, Almuth Köhler (CDU), wo eines der verunglückten Flugzeuge abstürzte, forderte eine Prüfung für Tiefflüge. "Unser Campingplatz und eine Ferienhaussiedlung am Fleesensee sind gerade voll besetzt."

+++ 25.06.2019: Abgestürzter Pilot nicht lebensgefährlich verletzt +++

Der bei Luftkampfübungen über Mecklenburg-Vorpommern abgestürzte, aber überlebende Eurofighter-Pilot ist in einer gesundheitlich stabilen Lage. Er sei bei dem Unglück nicht lebensgefährlich verletzt worden, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Dienstag. Es handele sich um einen der erfahrensten Fluglehrer der Luftwaffe. Der bei dem Zusammenstoß von zwei Kampfjets am Vortag ums Leben gekommene zweite Pilot sei ein jüngerer Offizier. Schlüsse zum Hergang der Unglücks könnten daraus aber nicht gezogen werden. Die zwei Eurofighter waren über der Müritz-Region zusammengestoßen und abgestürzt.

Ein brennendes Flugzeug des Typs

Ein brennendes Flugzeug des Typs "Eurofighter ist am Himmel über der Kleinstadt an der Mecklenburgischen Seenplatte zu sehen. Bild: dpa

+++ 25.06.2019: Ursachensuche nach Absturz von zwei "Eurofightern"

Am Tag nach dem Absturz von zwei "Eurofightern" der Luftwaffe in Mecklenburg-Vorpommern mit einem getöteten Piloten geht die Ursachenermittlung weiter. Wie Luftwaffen-Sprecher Major Roman Ladenko sagte, wurde auch in der Nacht die Suche nach Wrackteilen und die Sicherung der Absturzstellen fortgesetzt. Insgesamt sei die Zahl der beteiligten Bundeswehrangehörigen auf mehr als 300 erhöht worden. Sie ersetzen die gut 200 Polizeibeamten, die am Montagnachmittag unmittelbar nach der Flugzeugkatastrophe mit der Suche nach den Piloten und der Sicherung der Unglücksorte begonnen hatten, am späten Abend dann aber abgezogen wurden. Ebenfalls am Abend war der General Flugsicherheit der Bundeswehr in Nossentin eingetroffen und hatte die Leitung der Flugunfalluntersuchung übernommen.

Bei Luftkampfübungen waren am Montag zwei "Eurofighter" über der Mecklenburgischen Seenplatte zusammengestoßen und mehrere Kilometer voneinander entfernt abgestürzt. Dabei wurde ein Pilot getötet. Der zweite überlebte das Unglück und wurde verletzt in ein Krankenhaus gebracht.

+++ 25.06.2019:Linke fordert Ende von Luftkampfübungen über Mecklenburg-Vorpommern +++

Nach dem Absturz von zwei Eurofightern hat die Linke ein Ende der militärischen Luftkampfübungen in Mecklenburg-Vorpommern gefordert. Sie seien nicht nötig und stellten eine Gefahr für Menschen sowie eine Belastung für die Umwelt dar, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der Oppositionsfraktion im Schweriner Landtag, Peter Ritter, der Deutschen Presse-Agentur. "Wir erwarten eine zügige Aufklärung der Ursachen für das Unglück, damit ähnliche Vorfälle verhindert und weitere Gefahren für die Bevölkerung ausgeschlossen werden können."

Die beiden Kampfjets der Bundeswehr waren am Montag bei einer Übung über der Mecklenburgischen Seenplatte, einer beliebten Ferienregion, nahe der Kleinstadt Malchow zusammengeprallt. Das Dorf Nossentiner Hütte entging nur knapp einer Katastrophe. Eine Maschine stürzte unmittelbar neben dem Ortsrand auf eine Freifläche, die andere wenige Kilometer entfernt in ein Waldgebiet nahe Silz und Jabel. Ein Pilot wurde von Rettungsmannschaften lebend aus einem Baum geborgen, der zweite später tot gefunden.

Beide Maschinen gehörten zum Luftwaffengeschwader 73 "Steinhoff", das in Laage bei Rostock stationiert ist. Seine Hauptaufgabe ist die Ausbildung der deutschen Eurofighter-Piloten.

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Luftwaffe-Kampfjets kollidiert und abgestürzt

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