28.06.2019, 08.22 Uhr

Wetter im Juni 2019 aktuell: Neuer Hitze-Hammer dank Hoch Ulla! Im Osten bisher am heißesten

Der Hitze-Sommer 2019 hat Deutschland fest im Griff.

Der Hitze-Sommer 2019 hat Deutschland fest im Griff. Bild: Fotolia / John Smith

Deutschland könnte an diesem Mittwoch tropische Hitze um die 40 Grad erleben. Hoch Ulla dürfte besonders im Südwesten die Temperaturen hochtreiben, wie der Deutsche Wetterdienst in Offenbach mitteilte. "Im Saarland und im Rheintal kratzen wir an der 40 Grad-Marke", sagte der DWD-Meteorologe Andreas Friedrich am Dienstag.

In Nordrhein-Westfalen und im Norden sollen die Temperaturen dagegen etwas zurückgehen. Dort waren in Düsseldorf am Dienstag 36,8 Grad gemessen worden - bisher Höchsttemperatur 2019. In Düsseldorf mussten dann auch Rettungskräfte zum Flughafen-Bahnhof ausrücken, weil mitten in der größten Hitze die Klimaanlagen in zwei Regionalzügen gestört waren. Die Bahn hatte selbst die Einsatzkräfte informiert. "Wir machen das vorsorglich", sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn in Berlin. Verletzte gab es nach ersten Erkenntnissen aber nicht.

Neuer Hitze-Rekord: Knackt Hoch Ulla die 40-Grad-Marke?

Wird nun ein historischer Hitze-Rekord aufgestellt? "Ausschließen kann man es nicht. Aber es ist nicht das wahrscheinlichste Szenario", meinte Friedrich. Den Rekord in Deutschland hält das bayerische Kitzingen: Sowohl am 5. Juli 2015 als auch am 7. August 2015 registrierte der DWD an der dortigen Messstation 40,3 Grad Celsius.

Allerdings sind die Werte für den Frühsommer sehr hoch. Deshalb ist wahrscheinlicher, dass ein Allzeit-Juni-Rekord aufgestellt wird. Für den Monat wurde der höchste Wert am 27. und 28. Juni 1947 mit 38,5 Grad im baden-württembergischen Bühlertal gemessen. Bei der Jagd nach Hitzerekorden liegt der Osten Deutschlands am Mittwoch bisher vorn. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes war es am Mittag in Genthin im Landkreis Jerichower Land in Sachsen-Anhalt am heißesten: Um 12 Uhr wurden dort 35,9 Grad gemessen. Knapp dahinter lag Potsdam mit 35,8 Grad. Der Temperaturhöchststand wird gegen 16 oder 17 Uhr erwartet.

Wetter im Juni 2019 aktuell: So heiß wird es an Donnerstag

Am Donnerstag wird es dem DWD zufolge ein starkes Temperaturgefälle zwischen Nord und Süd geben. Während in Hamburg nur noch Werte um die 20 Grad erwartet werden, ist es etwa am Oberrhein weiterhin brütend heiß mit Temperaturen von 37 bis 38 Grad. Und im Südwesten ist auch kaum Änderung in Sicht. Laut der aktuellen Prognosen des DWD bleiben die Temperaturen bis zum 4. Juli tagsüber oberhalb der 30-Grad-Marke.

Kaltfront in der Eifel und in der Lübecker Bucht erwartet - HIER bleibt die Hitze aus

In manchen Teilen des Landes wird es allerdings etwas kühler als noch zuvor prognostiziert. "Eine Kaltfront zieht am Mittwoch etwas früher als erwartet über die Eifel oder die Lübecker Bucht. Dort werden die Werte wahrscheinlich nicht mehr die 30-Grad-Marke erreichen", sagte Krüger.

Durch das warme und trockene Wetter steigt die Waldbrandgefahr. Für Teile Brandenburgs gilt die höchste Waldbrandgefahrenstufe fünf, wie der DWD berichtet. Diese Stufe gilt vereinzelt auch in Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen.

Wetter-Prognose: Sahara-Hitze lässt auch die Nächte glühen

Trotz der extremen Temperaturen ist das Gewitter-Risiko dem Deutschen Wetterdienst zufolge in den kommenden Tagen sehr gering. In der Nacht zu Donnerstag erwartet der DWD eine geringe Wolkendichte. Es bleibt weiterhin niederschlagsfrei. Auch Abkühlung ist noch lange nicht in Sicht. Bei tropischen Tiefstwerten zwischen 18 und 23 Grad in den Städten, im Südwesten sowie in Teilen Sachsens bleibt es auch in der Nacht sehr warm.

Wetter-Vorhersage für Deutschland: Experten warnen vor extremer Hitzewelle

Bei den heißen Temperaturen in den kommenden Tagen sollten Menschen auf sich und ihre Umgebung achten. Der Malteser Hilfsdienst weist darauf hin, dass es ab 37 Grad kritisch werde, besonders wenn es schwül sei. "Die Temperaturregelung des Körpers kann überfordert werden: Sonnenstich, Hitzschlag, Erschöpfung, Kreislaufversagen", sagte eine Sprecherin. Senioren, Babys und chronisch Kranke seien besonders gefährdet. "Bei Säuglingen und Kleinkindern ist die Regelung der Körpertemperatur über das Schwitzen aufgrund der vergleichsweise geringen Körperoberfläche nur eingeschränkt möglich", sagte Malteser-Bundesarzt Rainer Löb. Bei älteren Menschen funktioniere die Wärmeregulierung nicht mehr so gut wie in jungen Jahren. "Das Durstgefühl ist oft gestört." Je nach Wetterlage vor Ort wollen die Malteser an den heißen Tagen die Einsatzbereitschaft im Rettungsdienst erhöhen.

Wetter-Chaos in Europa: Hitzewelle auch in Frankreich

Deutschland ist mit der brütenden Hitze allerdings nicht allein in Europa - auch jenseits der Grenze dreht der Sommer so richtig auf: In Frankreich warnen die Behörden in dieser Woche vor Temperaturen von örtlich um die 40 Grad. Der französische Bildungsminister kündigte an, die für Ende dieser Woche angesetzten Abschlussprüfungen an Sekundarschulen auf die kommende Woche zu verschieben. Das Gesundheitsministerium dort hat eine kostenlose Info-Hotline zum Thema Hitze eingerichtet.

sba/news.de/dpa
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