13.06.2019, 08.15 Uhr

Nach Attacke in England: "Ernster Zustand!" Mönchengladbacher Schüler ins Koma geprügelt

Ein 17-jähriger Schüler aus Mönchengladbach liegt in einem Londoner Krankenhaus im Koma.

Ein 17-jähriger Schüler aus Mönchengladbach liegt in einem Londoner Krankenhaus im Koma. Bild: AdobeStock / Parilov

Diese Abschlussfahrt werden die Schüler einer Hauptschule in Mönchengladbach nie vergessen. Am Donnerstag wurde ein 17-Jähriger Opfer einer brutalen Prügelattacke. "Sein Zustand ist ernst", sagteder Sprecher der Stadt, Wolfgang Speen. Der Junge liegt im Koma.

Brutale Attacke während Klassenfahrt - 17-Jähriger liegt im Koma

Der Schüler mit libanesischen Wurzeln soll am Donnerstagabend in der südostenglischen Stadt Canterbury von mehreren Jugendlichen angegriffen worden sein. Er wurde mit schweren Kopfverletzungen in ein Londoner Krankenhaus gebracht. "Wir sind in Gedanken bei dem Jungen und der Familie", sagte Speen. 

Das Opfer war demnach bei der Attacke mit anderen Schülern unterwegs. Nach der Gewalttat wurde die Klassenfahrt, die noch bis Samstag geplant war, vorzeitig abgebrochen. "Das ist nicht spurlos an den Schülern vorbeigegangen. Sie waren geschockt und betroffen", sagte Speen. Vor der Rückfahrt seien die Jugendlichen von der Polizei vernommen worden. Der schulpsychologische Dienst sei jetzt für die Schüler ansprechbar.

Schülerin aus Mönchengladbach erläutert Tathergang

Gegenüber der "Bild"-Zeitung äußerte sich eine Schülerin über den brutalen Angriff. "Als wir am Montag das erste Mal in Canterbury in der City waren, guckten einige aus der Engländer-Clique uns schon schräg an", zitiert das Blatt das Mädchen. "Die Engländer, alle so zwischen 15 und 17, sagten, sie hätten Bock, einen abzustechen. Aber wir sagten, wir wollen keinen Stress", sagt die Schülerin gegenüber der "Bild". Doch der Streit eskalierte. Währen die meisten Schüler zu ihren Gastfamilien gingen, blieben das spätere Opfer und sechs weitere Schüler. "Einer soll Daniel mit einer mit Steinen gefüllten Bauchtasche auf den Kopf geschlagen haben. Er blutete, bewegte sich nicht mehr, atmete kaum", schildert sie den Vorfall weiter.

"Ernster Zustand!" Mutter bangt am Krankenbett in London

Die Mutter des Opfers sei von Lehrern telefonisch über den Vorfall informiert worden, berichtete der Bruder des Opfers in einem Interview mit "rtl-online". Er schilderte, wie schwierig die Zeit für die Mutter war. Nicht beim Kind sein zu können, während es fast im Sterben liege, sei das Schlimmste, was passieren könne. Inzwischen seien die Mutter und zwei weitere Brüder am Krankenbett. Der 17-Jährige musste notoperiert werden. "Wir können einfach nur beten und hoffen, dass es bald ein Ende hat und er bald wieder hier sitzt und wir wieder lachen und Spaß haben."

6 Teenager festgenommen - Warum haben sie den 17-Jährigen attackiert?

Nach dem Angriff waren sechs Teenager aus Canterbury und Umgebung im Alter von 15 bis 17 Jahren sowie ein 44 Jahre alter Mann festgenommen worden. Der Mann stand unter dem Verdacht der Beihilfe. Alle Festgenommenen wurden auf Kaution freigelassen. Die Polizei suchte nach Zeugen des Angriffs. Ein rassistischer Hintergrund wird nicht ausgeschlossen.

Viele Menschen in Großbritannien zeigten sich indes betroffen. Eine lokale Initiative aus Canterbury sammelte bis Mittwoch per Crowdfunding umgerechnet knapp 9400 Euro für die Familie des Opfers. Mit dem Geld sollen die Angehörigen ihren Aufenthalt in Großbritannien finanzieren können, solange der Jugendliche dort in Behandlung ist. "Dieser Angriff kann nicht ignoriert werden", schrieben die Initiatoren des Spendenaufrufs. "Wir müssen zusammenkommen und unsere Unterstützung zeigen."

Der lokalen Nachrichtenwebseite "Kent Online" zufolge legten Menschen noch Tage nach der Tat am Ort des Geschehens Blumen und Karten mit Genesungswünschen nieder. Auf der Webseite wurden zudem Augenzeugen zitiert, die von einer größeren Menschenmenge sprachen, in der sich der Angriff abgespielt haben soll. Erst als der Schüler bereits auf dem Boden lag, sei es möglich gewesen, ihm zur Hilfe zu kommen, so ein Augenzeuge.

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bua/loc/news.de/dpa
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