06.06.2019, 08.57 Uhr

Mecklenburg-Vorpommern: Polizisten bedrängen Minderjährige sexuell - Bußgeld als Strafe

In Mecklenburg-Vorpommern nutzen Polizisten in zwei Fällen ihren Beruf aus, um zwei Minderjährige zu bedrängen.

In Mecklenburg-Vorpommern nutzen Polizisten in zwei Fällen ihren Beruf aus, um zwei Minderjährige zu bedrängen. Bild: dpa

In Mecklenburg-Vorpommern sollen Polizeibeamte in zwei Fällen Minderjährige belästigt haben. Das geht aus einem Bericht des Datenschutzbeauftragten Heinz Müller des Bundeslandes für 2018 hervor. Die Polizisten sollen ihre Dienstposition ausgenutzt haben, um an die Kontaktdaten der Mädchen heranzukommen.

Sex-Fotos unerlaubt veröffentlicht! Polizist lädt Minderjährige zu Fotoshooting ein

Laut Bericht waren die betroffenen Mädchen 13 und 15 Jahre alt. Im ersten Fall wollte das 15-jährige Mädchen eine Strafanzeige wegen ungewollter Veröffentlichung von Bildern im Internet erstatten. Die Bilder zeigten sie beim Sex. Dabei wurde sie von einer Betreuerin begleitet. Danach wurde sie dann per SMS von dem Polizeibeamten kontaktiert, dem sie den Sachverhalt zuerst schilderte, heißt es in Müllers Bericht. Der Polizist soll sie zu einem Fotoshooting eingeladen haben. "Besonders gravierend ist dabei, dass diese Jugendliche sexuell freizügig in Erscheinung getreten und psychisch instabil gewesen ist", schreibt Müller.

Datenschutzverstoß! Polizist macht 13-Jähriger "sexuelle Avancen"

Im zweiten Fall hat ein Polizeibeamter eine 13-jährige Zeugin in einem Missbrauchsverfahren per WhatsApp kontaktiert. "Die Handynummer hatte er sich im Nachgang der Vernehmung mit
dem Hinweis verschafft, diese würde möglicherweise noch für Nachfragen benötigt", schreibt Müller. Er soll ihr noch am selben Tag geschrieben und ihr "sexuelle Avancen" gemacht haben.

Angaben zu den betreffenden Polizeidienststellen macht der Datenschutzbeauftragte nicht. In beiden Fällen verhängte der Datenschutzbeauftragte ein Bußgeld gegen die Männer wegen eines Verstoßes gegen den Datenschutz.

Polizisten weiterhin im Dienst

Laut "Spiegel Online" soll der Polizist, der dem 13-jährigen Mädchen "sexuelle Anvancen" gemacht hatte, in einem Disziplinarverfahren zu einer Geldstrafe verurteilt werden. In dem anderen Fall wurde sogar ein Strafverfahren eingeleitet. Aus dem Dienst entlassen wurde keiner von ihnen, schreibt der "Spiegel" unter Berufung auf das Innenministerium.

Die beiden Fälle sind übrigens nur aufgrund ihrer Datenschutzverstöße bekannt geworden und tauchten daher im Bericht der Behörde auf. Seit der Einführung der DSGVO ist nämlich der Datenschutzbeauftragte für Bußgeldverfahren gegen Polizeibeamte zuständig.

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bua/fka/news.de
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