07.05.2019, 09.12 Uhr

Flammen-Drama auf Moskauer Flughafen: Ermittlungen nach Flugzeugkatastrophe mit 41 Toten beendet

Ein Bild zeigt ein russisches Passagierflugzeug, das kurz nach dem Start Feuer gefangen hat und zu dem Moskauer Flughafen Scheremetjewo zurückkehren musste.

Ein Bild zeigt ein russisches Passagierflugzeug, das kurz nach dem Start Feuer gefangen hat und zu dem Moskauer Flughafen Scheremetjewo zurückkehren musste. Bild: dpa

Bei dem Brand einer russischen Aeroflot-Maschine am Moskauer Flughafen Scheremetjewo sind 41 Menschen ums Leben gekommen. Das sagte eine Sprecherin des Ermittlungskomitees am Montag. Zunächst war von 13 Todesopfern die Rede gewesen. Unter den Toten sei auch ein Mitglied der Crew, hieß es. Die genaue Unfallursache war zunächst unklar.

Flammen-Landung auf Moskauer Scheremetjewo-Flughafen: Was ist die Unfallursache?

Nach dem Brand suchen die Ermittler weiter nach der genauen Unfallursache, mittlerweile sind die Untersuchungen am Unfallort beendet. Dazu wurden Überlebende, Augenzeugen und Flughafenmitarbeiter befragt, wie das staatliche Ermittlungskomitee nach der Katastrophe am Sonntag ankündigte. Auch sollte überprüft werden, ob die Piloten und das technische Personal ausreichend qualifiziert gewesen seien. Untersucht würden auch mögliche technische Ursachen an dem Suchoi Superjet-100 sowie Wettereinflüsse. Überlebende Passagiere hatten von einem Blitzeinschlag berichtet. Danach seien Teile der Technik an Bord ausgefallen, hieß es.

41 Tote bei Flugzeug-Brand in Moskau: Ermittler untersuchen Wrack

Bislang geht die staatliche Fluggesellschaft Aeroflot davon aus, dass ein Technikfehler den Piloten der Maschine vom Typ Suchoi Superjet-100 auf dem Weg nach Murmansk im Norden Russlands zum Umkehren zwang. Am Moskauer Flughafen ging die Maschine bei der Notlandung auf dem Rollfeld in Flammen auf. Die Ermittler hoffen darauf, nach Auswertung der Flugschreiber Klarheit über den Grund der Notlandung zu bekommen. Das kann mehrere Tage dauern.

Medien berichteten von einem möglichen Motorschaden. Als die Maschine mehrmals auf dem Rollfeld des Flughafens aufprallte, platzte nach ersten Erkenntnissen der Ermittler auch der voll befüllte Treibstofftank. Blitzschnell breitete sich das Feuer aus. Der hintere Teil der Maschine stand komplett in Flammen und zog eine dicke Rauchwolke hinter sich her.

Suchoi Superjet-100 bleibt nach Flammen-Unfall im Einsatz

Die Suchoi Superjet-100 ist die erste Neuentwicklung des russischen Flugzeugbaus nach dem Ende der Sowjetunion, der Kurzstreckenflieger ist seit 2011 zugelassen. Aeroflot hat zurzeit 50 Jets dieses Typs im Einsatz, erst im vergangenen Herbst kündigte sie den Kauf von weiteren 100 Maschinen an. Die Jets sollten trotz des Unfalls zunächst weiter im Einsatz bleiben, hieß es.

An Bord des Fluges SU1492 waren 78 Menschen. Nur 37 Menschen überleben die Brandkatastrophe nach einer Notlandung ihres Flugzeugs auf dem Moskauer Airport Scheremetjewo. Unter den Toten sind nach Angaben der Behörden zwei Kinder und ein Flugbegleiter. Viele der Verletzten erlitten laut Rettungskräften Rauchgasvergiftungen. An Bord der Maschine brach Panik aus, wie auf einem im Internet veröffentlichten Video zu hören und zu sehen war. Die Aufnahmen zeigten auch, wie die rechte Tragfläche der Maschine brannte.

Flugschreiber nach Brand in russischen Passagierjet gefunden

Am Tag nach dem Flugzeugbrand sollen die beiden Flugschreiber der verunglückten Maschine ausgewertet werden. Beide seien im Wrack entdeckt worden, hieß es am Montag aus Sicherheitskreisen der Agentur Interfax zufolge. Das russische Zwischenstaatliche Luftverkehrskomitee (MAK) kümmere sich um die Auswertung, die jedoch mehrere Tage dauern könne.

Passagiere verlassen brennendes Flugzeugüber Notrutschen

Das Feuer wurde nach Angaben des Flughafens und des Zivilschutzes schnell gelöscht. Zahlreiche Passagiere hätten das Flugzeug in weniger als einer Minute über Notrutschen verlassen, teilte Aeroflot mit. "Die Crew hat alles ihr Mögliche getan, um die Leben der Passagiere zu retten und den Betroffenen Nothilfe zu geben."

Kremlchef Wladimir Putin ordnete eine gründliche Aufklärung an. Er und Regierungschef Dmitri Medwedew sprachen den Angehörigen der Opfer ihr Beileid aus. Den Überlebenden sicherten sie Hilfe zu. In dem Gebiet Murmansk nahe der finnischen Grenze solle den Opfern gedacht werden, sagte der Gouverneur der Region.

Videos zeigen brennende Aeroflot-Maschine in Moskau

Nach dem Unglück wurden zunächst einige Maschinen auf andere Moskauer Flughäfen umgeleitet. Der Betrieb auf Russlands größtem Flughafen Scheremetjewo wurde aber bereits nach kurzer Zeit wieder aufgenommen. Mehr als 100 Flüge waren verspätet.

Zahlreiche Videos bei Twitter zeigen die brennende Maschine nach der Landung auf dem Moskauer Flughafen.

sba/news.de/dpa
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