28.04.2019, 16.22 Uhr

Löwenfarmen: Geboren als Trophäe! Das grausame Geschäft mit Zuchtlöwen

Löwenfarmen in Südafrika.

Löwenfarmen in Südafrika. Bild: Sinikka Tarvainen/dpa

Laut der Tierschutz-Organisation "Pro Wildlife" werden jedes Jahr 800 bis 1.000 Löwen Opfer dieser grausamen Praxis. Auch andere Tierarten, wie etwa Tiger, sind betroffen, wobei Löwen die gewinnträchtigsten und somit beliebtesten Opfer dieser Geschäftspraktiken sind. In Südafrika leben bis zu 12.000 Löwen zusammengepfercht in circa 200 Zuchtfarmen – mehr als jemals zuvor. Aufgrund von Inzucht leiden viele der Tiere unter Krankheiten.

12.000 Zuchtlöwen warten in Farmen darauf, zum Abschuss freigegeben zu werden

Während man tausende Löwen züchtet, nur um sie zu töten, gibt es in Freiheit kontinuierlich weniger von ihnen. Weltweit leben nur noch etwa 25.000 wilde Löwen, ihre Zahl hat sich innerhalb der letzten 100 Jahre auf ein Zehntel reduziert. Experten befürchten, dass die Art schon in weniger als 30 Jahren in Freiheit ausgestorben sein könnte. In Südafrika gibt es nur noch etwa 3.500 wild lebende Löwen und viermal so viele in der Gefangenschaft der Jagdanbieter. Das Geschäft mit den Großkatzen hat mittlerweile industrielles Ausmaß angenommen.

Löwenfarmen haben absolut nichts mit Artenschutz zu tun

Das Problem der in besorgniserregender Geschwindigkeit schrumpfenden Population freier Löwen wird von südafrikanischen Löwenfarmen nicht gelöst werden. Wie Tierschützer, Wildlife-Experten und selbst Verantwortliche der Jagdverbände bestätigen, existiert der gesamte Geschäftszweig, der offenbar von nur etwa 80 bis 100 Personen betrieben wird, von Anfang an aus reinem Profitstreben: Weil die Tiere immer seltener wurden und somit die Abschusspreise für Großwildjäger immer stärker stiegen, kam man auf die Idee, die Tiere einfach zu züchten um sie dann zum Abschuss zu verkaufen.

Ahnungslose Touristen bezahlen dafür, in den Farmen helfen zu dürfen

Wie "ProWildlife" schreibt, werden viele Jungtiere zunächst als Touristenattraktion missbraucht: Man kann sie gegen Bezahlung fotografieren, streicheln und sogar mit ihnen spazieren gehen. Touristen bezahlen Farmbesitzern und Freiwilligenagenturen viel Geld dafür, um als Volontäre Raubkatzenbays, die ihren Müttern weggenommen wurden, auf den Farmen mit der Flasche aufzuziehen. Dass sie damit eine Industrie unterstützen, die selbst von Jagdverbänden zunehmend als unethisch und grausam abgelehnt wird, wird den ehrenamtlichen Helfern nicht gesagt. Sind die Tiere groß genug, werden sie zu beliebten Zielen für gutbetuchte Großwildjäger.

Die Gatterjagd, bei der die Tiere nicht fliehen können, wird immer beliebter

Die sogenannte Gatterjagd wird immer beliebter. Meist sind es mittlerweile gezüchtete und somit deutlich günstigere Tiere, die erst an Jagdfarmen verkauft und dann den Trophäenjägern vor den Gewehrlauf gesetzt werden. In den eingezäunten Gebieten haben sie keine Chance zu entkommen, der Abschuss ist nur eine Frage der Zeit und gelingt meist schnell.

Trotz Protesten: Die Jagd geht weiter!

2007 unternahm die südafrikanische Regierung einen Versuch, die weltweit stark kritisierte Jagd auf Zuchtlöwen zu beenden. Doch die Züchter klagten gegen das geplante Gesetz und so wurde der fehlerhafften Gesetzentwurf nie implementiert. Die Jagd auf gezüchtete Löwen boomt.

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sit/jat/news.de
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