07.06.2019, 17.36 Uhr

Waldbrandgefahr aktuell in Deutschland 2019 : Noch keine Entwarnung bei Großbrand in Jüterbog

Die Waldbrandgefahr in Deutschland steigt!

Die Waldbrandgefahr in Deutschland steigt! Bild: AdobeStock / yelantsevv

Wegen akuter Waldbrandgefahr herrscht in vielen Regionen Deutschlands inzwischen die höchste Warnstufe. Das Umweltministerium in Brandenburg rief am Dienstag nun auch flächendeckend für das Bundesland die Stufe 5 aus. Der Waldbrandgefahren-Index des Deutschen Wetterdienstes (DWD) markierte darüber hinaus den Süden Mecklenburg-Vorpommerns, das nördliche Sachsen, den Osten Sachsen-Anhalts sowie die Region um das niedersächsische Celle als sehr stark gefährdet.

Rauch- und Grillverbot wegen akuter Waldbrandgefahr

Wind und langanhaltende Trockenheit lassen die Waldbrandgefahr steigen. Hartmut Ziebs, Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes, appellierte an Bürger, kein offenes Feuer im und am Wald zu entfachen und in Waldnähe nicht zu rauchen. Autofahrer sollten zudem ihren Wagen nicht auf Wiesen abstellen. "Die heißen Katalysatoren können eine trockene Wiese in Brand setzen."

Waldbrandgefahr in Deutschland: Alle Entwicklungen im News-Ticker

+++ 07.06.2019:Noch keine Entwarnung bei Großbrand in Jüterbog +++

 

Seit Tagen kämpfen Feuerwehrleute im brandenburgischen Jüterbog gegen ein Großfeuer - und trotz Regens ist noch kein Ende des Einsatzes in Sicht. Der Brand auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz habe sich zwar nicht weiter ausgebreitet, es bestehe aber weiterhin die Großschadenslage, sagte die Landrätin des Landkreises Teltow-Fläming, Kornelia Wehlan, am Freitag.

Der Waldbrand ist einer der größten in Brandenburg seit Jahrzehnten. Es brennt auf einer Fläche von rund 800 Hektar. Am Freitagnachmittag waren 130 Feuerwehrleute mit 32 Fahrzeugen im Einsatz. Sie kümmerten sich um die Glutnester und machten Kontrollfahrten. Die Bundespolizei unterstützte die Löscharbeiten am Freitag mit drei Hubschraubern, die Wasser über dem Waldstück abwarfen. Die Bundeswehr war mit einem Bergepanzer vor Ort.

Der ehemalige Truppenübungsplatz bei Jüterbog wurde von 1864 bis 1992 militärisch genutzt. Dort lagert laut Kampfmittelbeseitigungsdienst noch heute Munition aller Art - darunter sollen nach Angaben der Stadt Jüterbog U-Boot-Munition und Torpedos sein.

+++ 05.06.2019: Waldbrand bei Jüterbog größter seit 1990 in Brandenburg +++

Der Waldbrand in Jüterbog ist nach Einschätzung des Brandenburger Umweltministeriums der größte im Land seit der Wende. "Größere Brände gab es nur in den 70er Jahren", sagte der Referatsleiter Wald und Forstwirtschaft im Ministerium, Carsten Leßner, am Mittwoch. Zuvor hatte er dem Berliner "Tagesspiegel" (Dienstag) gesagt: "Das könnte flächenmäßig gesehen der größte Brand in der Geschichte des Landes werden."

Der Brand auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz umfasste nach Angaben des Ministeriums 550 Hektar. Aufgrund aufkommenden Windes breite sich der Brand am Mittag Richtung Südwesten weiter aus. Eine Gefahr für Anwohner bestehe derzeit nicht.

+++ 04.06.2019: Waldbrandgefahr weiter sehr hoch - 500 Hektar brennen in Jüterbog +++

In Brandenburg ist die Waldbrandgefahr auch am Mittwoch wieder sehr hoch. In 15 von 16 Landkreisen gilt die höchste Gefahrenstufe 5, wie das Umweltministerium auf seiner Internetseite mitteilte. Das Wetter bleibt nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes vorerst weiter heiß und trocken. Am Mittwoch sollten die Temperaturen demnach auf bis zu 36 Grad steigen. Erst am Donnerstagmittag seien kräftige Schauer und Gewitter möglich.

Den Brand auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Jüterbog konnte die Feuerwehr über Nacht leicht eindämmen. Derzeit brennen dort noch 500 Hektar Fläche. 20 Feuerwehrleute waren nach Angaben der Stadt die ganze Nacht über im Einsatz.

Auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz liegt Munition. Die Einsatzkräfte können deshalb nur von speziell geschaffenen Wegen aus, die dauernd bewässert werden, den Brand löschen. Bis zum Einbruch der Dunkelheit war ein Löschhubschrauber im Einsatz. Auch in Hennickendorf brannten am Mittwoch noch rund 60 Hektar Wald. "Hier ist aktuell alles unter Kontrolle", sagte ein Feuerwehrsprecher am Mittwoch.

+++ 04.06.2019: Waldbrand in Jüterbog - Mehr als 600 Hektar Wald in Flammen +++

Der Waldbrand in Jüterbog hat sich auf einer Fläche von rund 600 Hektar ausgebreitet. "Die Lage ist nicht unter Kontrolle", sagte Kathrin Burghardt von der Stadt Jüterbog am Dienstagmittag. Die Winde drehten ständig. Das erschwere die Arbeiten vor Ort. Eine Gefahr für die Anwohner bestehe derzeit nicht. Dennoch sollten Türen und Fenster geschlossen bleiben.

Derzeit versuchen die Einsatzkräfte, den Flammen mit einem Löschhubschrauber der Bundespolizei Herr zu werden. "Wir können wie in jedem Jahr nicht alle Brandherde löschen, da erneut die munitionsbelasteten Flächen brennen", teilte Jüterbogs Bürgermeister Arne Raue (parteilos) mit. Der Brand in Jüterbog war am Montag ausgebrochen.

+++ 26.04.2019: Feuer an Bleichlochtalsperre in Thüringen gelöscht +++

Der Waldbrand an der Bleichlochtalsperre in Thüringen ist gelöscht. Landrat Thomas Fügmann (CDU) erklärte daraufhin den Katastrophenfall für beendet, wie das Landratsamt am Freitag in Schleiz mitteilte. Sechs Tage und Nächte hatten Feuerwehren aus Thüringen und Bayern das Feuer an einem Steilhang in einem Waldstück bekämpft. Auf 15 Hektar Fläche hatten sich die Flammen ausgebreitet.

+++ 26.04.2019: Waldbrände an der Bleiloch-Talsperre in Thüringen schwelen weiter +++

Für die Waldbrandgebiete in Thüringen gibt es nach wie vor keine Entwarnung - es gilt zunächst weiter der Katastrophenstatus. Immer wieder würden Glutnester festgestellt und bekämpft, teilten die Landratsämter am Freitag mit. Im Ilm-Kreis südlich von Erfurt standen am Freitag zwei Polizeihubschrauber zur Brandbekämpfung zur Verfügung. Hier wie im Saale-Orla-Kreis im Südosten des Landes wurden Helikopter auch dazu eingesetzt, aus der Luft Glutnester ausfindig zu machen.

Bereits am frühen Freitagmorgen waren an der Bleichlochtalsperre die ersten Feuerwehrleute mit Hacken und Motorsägen vor Ort, berichtete ein Einsatzleiter von der Freiwilligen Feuerwehr Bad Lobenstein. Sie entfernten Glutnester an Wurzelstöcken von Laub- und Nadelbäumen am Waldboden. Auch in Plaue hatten Flüge mit einem Polizeihubschrauber Hinweise auf weiter schwelende Glutnester ergeben.

+++ 26.04.2019: Zwei Polizeihubschrauber bekämpfen Waldbrand in Thüringen +++

Zur Waldbrandbekämpfung in Thüringen hat die Polizei am Freitag zwei Hubschrauber bereitgestellt. Die Maschinen sind mit Löschwassertanks ausgerüstet, die jeweils 2000 Liter Fassungsvermögen haben, wie das Landratsamt am Morgen mitteilte. Das Wasser werde in der Talsperre Heyda aufgenommen, hieß es.

In der Nacht waren den Angaben zufolge weiter Brandwachen im Einsatz. Am Abend seien noch zahlreiche Glutnester festgestellt worden. 50 Feuerwehrleute aus dem Ilm-Kreis und dem Landkreis Gotha waren die ganze Nacht im Einsatz. Am Freitagmorgen sollte ein Hubschrauber mit Wärmebildkamera weitere Glutnester aufspüren. Auch im Waldgebiet bei Saaldorf an der Bleiloch-Talsperre wird davon ausgegangen, dass der Einsatz am Freitag weitergeht, wie eine Mitarbeiterin des Landratsamts im Saale-Orla-Kreis mitteilte.

+++ 24.04.2019: Feuerwehrverband fordert mehr Löschhubschrauber +++

Angesichts der andauernden Trockenheit und der hohen Waldbrandgefahr fordert der Deutsche Feuerwehrverband mehr Löschhubschrauber in Deutschland. Helikopter mit Außenlastbehältern seien für die Brandbekämpfung sinnvoll, sagte Verbandspräsident Hartmut Ziebs der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Mittwoch). "Das ist ein vielfach praktiziertes Verfahren, scheitert aber manchmal an der Zahl der verfügbaren Hubschrauber."

Die größten Wasserbehälter fassen nach seinen Angaben 5000 Liter und können nur von Helikoptern der Bundeswehr vom Typ CH-53 geflogen werden. "Die sind aber nicht immer verfügbar. Hier müsste die Bundeswehr ein paar mehr Hubschrauber vorhalten", sagte Ziebs. Löschflugzeuge sind aus Sicht des Funktionärs allerdings nicht erforderlich.

+++ 23.04.2019: Katastrophenfall in Thüringen! Großer Waldbrand an Talsperre +++

Am Bleiloch-Stausee in Thüringen kämpften am Dienstag Einsatzkräfte gegen ein riesiges Feuer. Den Behörden zufolge stand am Dienstag ein Waldgebiet auf rund 13 Hektar in Flammen. Landrat Thomas Fügmann rief am Nachmittag den Katastrophenfall aus. Der am Ostersonntag erstmals ausgebrochene Brand galt eigentlich schon als gelöscht, flammte aber zwischenzeitlich an mehreren Stellen wieder auf. Am Dienstagabend war er den Behörden zufolge unter Kontrolle. Menschen seien nicht in Gefahr, hieß es. Anwohner wurden aber gebeten, Fenster und Türen der Häuser geschlossen zu halten. Viele Menschen kennen den Bleiloch-Stausee vom Elektronik-Festival "SonneMondSterne" im August.

+++ 23.04.2019: Höchste Waldbrandstufe 5 in Sachsen ausgerufen +++

In Spremberg bei Cottbus brannten bereits in der Nacht zu Dienstag 4,5 Hektar, wie der Waldbrandschutzbeauftragte Raimund Engel sagte. Das Feuer sei kurz vor Mitternacht gemeldet worden und in den frühen Morgenstunden gelöscht. Probleme mit Bränden gab es aber auch zum Beispiel in Bayern. In Hersbruck östlich von Nürnberg geriet am Ostermontag ein 1 Hektar großes Waldstück in Flammen. Weil die Fläche schwer zugänglich war, stellten Landwirte ihre Güllefässer für den Wassertransport zur Verfügung, wie Kreisbrandrat Norbert Thiel sagte.

Nach dem Riss einer Stromleitung gerieten in einem Dorf östlich von Schwerin zwei Hektar Wald in Brand. Ein umstürzender Baum hatte die Hochspannungsleitung beschädigt, wie die Polizei mitteilte. 50 Feuerwehrleute waren im Einsatz.

In Niedersachsen war die Feuerwehr nach zwei großen Moorbränden am Dienstag noch mit Nachlöscharbeiten beschäftigt. Das Feuer in der Nähe von Vechta, das am Ostermontag ausgebrochen war, sei fast vollständig gelöscht, sagte eine Polizeisprecherin. Zum Nachlöschen seien noch rund 150 Feuerwehrleute im Einsatz. Am Vortag waren es bis zu 400 gewesen. Gebrannt hatte es auf mehreren Hektar Fläche.

Auch im Norden Sachsens dürfen wegen der teils sehr hohen Waldbrandgefahr einige Wälder vorerst nicht mehr betreten werden. Dort galt am Dienstag die höchste Warnstufe 5. Der Monat April sei in Sachsen bisher wieder "arg trocken" gewesen, sagte Meteorologe Florian Engelmann vom DWD. Bis einschließlich Ostern fielen in Sachsen im Schnitt gerade einmal 2,1 Liter Niederschlag pro Quadratmeter. Das langjährige Mittel für April liegt laut DWD bei 58,4 Liter pro Quadratmeter.

bua/fka/news.de/dpa
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