17.04.2019, 08.31 Uhr

Nach dem Brand von Notre-Dame in Paris: Harsche Kritik an ARD und ZDF! So wehren sich die Öffentlich-Rechtlichen

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet übte harte Kritik am öffentlich-rechtlichen Fernsehprogramm.

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet übte harte Kritik am öffentlich-rechtlichen Fernsehprogramm. Bild: Bernd Thissen / picture alliance / dpa

Es sind erschütternde Bilder, die am Montagabend aus Paris um die Welt gingen: Mit der Kathedrale Notre-Dame stand das wohl berühmteste Wahrzeichen der französischen Hauptstadt in Flammen. Sämtliche TV-Sender berichteten über das Feuer-Drama, das das gotische Gotteshaus fast vollständig zerstörte. Sämtliche TV-Sender? Nicht ganz - im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, genauer gesagt im Ersten, wurde mit der Tierdokumentation "Wilde Dynastien" das ursprünglich für den Montagabend geplante Programm beibehalten, als sei nichts geschehen.

ARD ohne Sondersendung zum Feuer-Drama von Notre-Dame - Herbe Kritik bei Twitter

Dieser Umstand stieß so manchem Fernsehzuschauer bitter auf - unter anderem machte Armin Laschet, der amtierende Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, seinem Ärger über das öffentlich-rechtliche Fernsehprogramm Luft. Auf Twitter schrieb der CDU-Politiker: "Millionen Menschen fiebern mit der Kirche Notre Dame in Paris, einem der bedeutendsten kulturellen Orte in Europa. Warum muss man @CNN einschalten während die @ARD_Presse Tierfilme zeigt?"

Armin Laschet kritisiert ARD und ZDF für fehlende Liveberichterstattung zum Brand von Notre-Dame

Ähnlich hart ging Armin Laschet mit dem aktuellen Programm des ZDF ins Gericht: Der NRW-Ministerpräsident kritisierte, "dass es dem ZDF keine Unterbrechung des Programms wert ist, wenn eine der bedeutendsten christlichen Kirchen der Welt brennt. Gut, dass Deutschland zur Information Privatsender hat."

Heftige Twitter-Diskussion um TV-Berichterstattung aus Paris

Kurz darauf reagierte die ARD auf Laschets Kritik an der Programmgestaltung mit den Worten "Alle derzeit bekannten Informationen wurden von @DasErste in der Tagesschau an die Zuschauer weitergegeben. Sobald weitere gesicherte Informationen vorliegen, wird dort darüber berichtet. In den Tagesthemen wird es eine Vertiefung geben". In der Twitterdiskussion über die Angemessenheit des öffentlich-rechtlichen Programms wurde Armin Laschet unter anderem mit Tweets wie "Weil die ARD ein Vollprogramm ist und kein Nachrichtensender?" oder "Ganz ehrlich, hätten Sie wirklich einen Brennpunkt zu diesem Thema sehen wollen? Also Pietät geht für mich anders und deswegen find ich die Entscheidung der ARD völlig ok" widersprochen. Andere Nutzer schlossen sich Armin Laschets Meinung jedoch mit Tweets wie "Das ist unverschämt. Die ganze Welt klebt vor dem Fernseher u die öffentlich rechtlichen haben rosarote Brillen verteilt. Unfassbar" an.

Nach Twitter-Shitstorm: ARD nimmt Stellung zu TV-Vorwürfen

Nach dem handfesten Shitstorm, der sich in den sozialen Netzwerken über die angeblich mangelhafte Berichterstattung zum Feuerdrama von Notre-Dame entwickelte, nahm der öffentlich-rechtliche Rundfunk Stellung zu den Vorwürfen. Dem "Focus" zufolge äußerten sich Rainald Becker, Chefredakteur der ARD, und Kai Gniffke, Chefredakteur von "ARD Aktuell", zu den Anschuldigungen. Bereits eine knappe Stunde, nachdem der verheerende Brand in der Pariser Kathedrale bekannt wurde, habe das ARD-Studio in der französischen Hauptstadt einen Beitrag zur "Tagesschau" um 20 Uhr geliefert. Aus logistischen Gründen sei es zu diesem Zeitpunkt nicht möglich gewesen, eine "Brennpunkt"-Sondersendung zu produzieren. Dennoch ließ sich die ARD den Vorwurf nicht gefallen, der Brand von Notre-Dame habe im Ersten nicht stattgefunden: "Die 'Tagesthemen'-Ausgabe um 22.15 Uhr wurde verlängert und um 23.35 Uhr gab es ein 'Tagesthemen extra'", rechtfertigte Kai Gniffke die Programmplanung.

loc/fka/news.de
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