29.04.2019, 14.52 Uhr

Notre-Dame-Brand im News-Ticker:       +++ 17.04.2019: Scheitert der Wiederaufbau von Notre-Dame an fehlendem Material? +++

Der von Frankreichs Präsident Macron versprochene Wiederaufbau der abgebrannten Pariser Kathedrale Notre-Dame wird von Experten als kaum zu realisierende Herausforderung eingestuft. Das vor 850 Jahren errichtete Gotteshaus sei, so der französische Denkmalschützer Bertrand de Feydeau in der englischen "Daily Mail", aus rund 1.300 Eichenstämmen errichtet worden - doch um die Kathedrale originalgetreu zu rekonstruieren, fehle es an vergleichbarem Material. Rodungen ließen Bäume, die groß genug für den ausladenden, rund 750 Tonnen schweren Dachstuhl wären, aus Frankreich verschwinden.

+++ 17.04.2019: Deutscher Experte: Statik und Dach bei Notre-Dame vorrangig +++

Nach den bedrohlichen Brandschäden in der Pariser Kathedrale Notre-Dame hat die Sicherung des historischen Bauwerks laut einem deutschen Experten Vorrang. "Die erste Priorität wird sein, die Statik des Gebäudes zu analysieren, zu sichern, und da auch wieder ein Dach drauf zu bekommen", sagte Markus Castor vom Deutschen Forum für Kunstgeschichte in Paris.

Das Ausmaß der Zerstörung in der gotischen Kirche sei bisher kaum abzuschätzen. Der Großteil der Schäden sei wohl durch Löschwasser verursacht worden. Der Brand hatte am Montagabend das mehr als 850 Jahre alte Bauwerk stark zerstört.

"Wir wissen, dass der gesamte Schatz der Kathedrale ins Hôtel de Ville (Rathaus) verbracht wurde, und dass er komplett gesichert ist", sagte Castor. Zu dem Schatz gehören bekannte Reliquien wie die Dornenkrone und der Waffenrock des Heiligen Ludwig. Bei der Dornenkrone soll es sich um jene handeln, die römische Soldaten Jesus Christus vor seiner Kreuzigung auf sein Haupt gesetzt haben.

Auf die Frage, ob der Brand den schlimmsten Schaden in der Geschichte der weltbekannten Kathedrale verursachte, antwortete Castor: "Absolut." Während der Französischen Revolution von 1789 sei das Bauwerk zwar ausgeräumt worden. Doch es habe keine Schäden gegeben, "die in die Grundstruktur des Gebäudes eingreifen".

Castor wies auf die Kritik französischer Fachkollegen hin, wonach der Staat zu wenig Geld für die Erhaltung der Kulturerbes in die Hand nehme. Man hätte "doch einiges verhindern können, wenn man etwas mehr Finanzen hineinschießt", sagte Castor.

+++ 17.04.2019: Dombaumeister zu Notre-Dame: Fachkräftemangel wird Problem +++

Ein großes Hindernis beim Wiederaufbau der ausgebrannten Kathedrale Notre-Dame in Paris dürfte nach Expertenmeinung der Fachkräftemangel sein. "Ein Riesenproblem ist dabei, dass die handwerklichen Fähigkeiten dünn gesät sind, um die vielen Kräfte mobilisieren zu können, die einen raschen Wiederaufbau ermöglichen", sagte der Vorsitzende der Vereinigung der Europäischen Dombaumeister, Wolfgang Zehetner, dem österreichischen Magazin "trend".

Von den 20 Fachkräften, die permanent mit der Restauration des Stephansdoms in Wien betraut seien, könnten zwei Leute abgestellt werden. Auch Köln und Freiburg wollten Hilfe schicken, sagte Zehetner. "Aber ich gehe davon aus, dass es gut drei Jahre dauern wird, bis die großen Schäden beseitigt sind."

Beim Wiederaufbau könnten auch vorherige Schäden ausgebessert werden. So seien in der Französischen Revolution vielen Statuen die Köpfe abgeschnitten worden. "Diese sind seither als Exponate in verschiedenen Museen ausgestellt. Die könnte man zum Beispiel wieder dorthin bringen, wo sie einst waren. Und wo sie hingehören", sagte Zehetner. Eine Rekonstruktion auch der Details des Bauwerks sei im Prinzip möglich. "Da muss man sagen, dass man im Unglück noch Glück hat. Die Pläne zu Notre-Dame sind erhalten. Und vor allem digitalisiert."

+++ 16.04.2019: Macron will Notre-Dame innerhalb von fünf Jahren wieder aufbauen +++

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron will die schwer beschädigte Kathedrale Notre-Dame innerhalb der kommenden fünf Jahre wieder aufbauen. Das Pariser Wahrzeichen solle dann noch schöner als vorher sein, sagte Macron am Dienstagabend in einer Fernsehansprache. "Wir werden handeln. Und wir werden Erfolg haben." Bereits am Montagabend nach Ausbruch des Feuers hatte Macron versprochen, das gotische Bauwerk wieder aufzubauen.

Die Verkündung seiner Reformmaßnahmen im Zuge der "Nationalen Debatte" verschob Macron auf unbestimmte Zeit. Im Moment sei nicht die richtige Zeit dafür, sagte der Präsident. Der Präsident hatte wegen des Feuers bereits eine TV-Ansprache und eine Pressekonferenz zu seinen Reformplänen abgesagt. Er hatte eine Bürgerdebatte zur Beruhigung der "Gelbwesten"-Krise im Januar ins Leben gerufen und den Franzosen für Mitte April konkrete Ergebnisse versprochen.

+++ 16.04.2019: Staatssekretär: Schwachstellen bei Notre-Dame entdeckt +++

Nach dem verheerenden Brand in der Pariser Kathedrale Notre-Dame haben Fachleute "einige Schwachstellen" im Gebäude entdeckt. Diese betreffen vor allem das Gewölbe, also die Gebäude-Decke, sagte Innen-Staatssekretär Laurent Nuñez am Dienstag. "Im Ganzen hält die Struktur gut", fügte er hinzu.

Im Zuge der Absicherung der historischen Kirche seien fünf Wohnhäuser in der unmittelbaren Nachbarschaft geräumt worden, sagte Nuñez. Die Häuser liegen demnach in einer schmalen Straße nördlich des Gotteshauses. Die Absicherungsarbeiten im Inneren der schwer beschädigten Kathedrale dürften rund 48 Stunden dauern, sagte der Staatssekretär.

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