11.04.2019, 18.54 Uhr

Kinderpornografie in der Schweiz: 3 Jahre Haft! Pädophiler Lehrer erpresste von Schülern Nacktfotos

In der Schweiz erschlich sich ein Lehrer Nacktfotos von Jungen und erpresste sie zu weiteren Nacktfotos.

In der Schweiz erschlich sich ein Lehrer Nacktfotos von Jungen und erpresste sie zu weiteren Nacktfotos. Bild: Giuseppe Porzani / Fotolia

In Basel steht seit Dienstag ein Lehrer vor Gericht, der sich im Internet als Mädchen ausgegeben und Jungen in Chat-Räumen genötigt haben soll, Nacktbilder und Videos von sich zu machen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 37-Jährigen aus der Schweizer Grenzstadt sexuelle Handlungen mit Kindern sowie Nötigung vor.

Lehrer aus der Schweiz erpresst von Schülern Nacktfotos und Videos

Der Mann räumte vor Gericht ein, jahrelang als Lockmittel Bilder unbekannter junger Frauen genutzt zu haben, wie die Agentur sda-Keystone aus dem Gerichtssaal berichtete. Er soll die 13 bis 15 Jahre alten Jungen mit den Bildern später erpresst haben, weitere Fotos und Videos mit konkreten Regieanweisungen aufzunehmen.

Lehrer teilte Fotos und Videos mit "Gleichgesinnten"

Einige der Opfer sollen auf Schulen gegangen sein, an denen der Mann angestellt war. "Ich würde es gerne rückgängig machen", sagte er vor Gericht. Das Material habe er mit Gleichgesinnten geteilt. Er war nach Hinweisen britischer Ermittler aufgeflogen. Bei einer Hausdurchsuchung wurden 2014 laut Anklage rund 50.000 pornografische Bilder und Videos mit minderjährigen Opfern auf seinen Computern entdeckt.

Update vom 11.04.2019:Pädophiler Lehrer in der Schweiz zu 3 Jahren Haft verurteilt

Wegen sexueller Handlungen mit Kindern hat ein Schweizer Gericht den ehemaligen Lehrer zu drei Jahren Haft verurteilt. Zwei Jahre davon wurden zur Bewährung ausgesetzt. Das Gericht in Basel sah es am Donnerstag als erwiesen an, dass sich der Mann in Internet-Chats als Mädchen ausgegeben und so zahlreiche Jungen unter 16 Jahren dazu gebracht habe, sich ihm online nackt zu zeigen. Der 37-Jährige habe große kriminelle Energie gezeigt. Für einen Lehrer seien diese Taten "schon sehr übel", so das Gericht.

Mildernd sei zu werten, dass alles online abgelaufen sei. Keines der Opfer sei traumatisiert, sagte der Gerichtspräsident. Die Opfer hätten zunächst freiwillig mitgemacht. Heranwachsende könnten die Gefahren des Internets durchaus kennen und hätten eine gewisse Eigenverantwortung. Rund 250 Opfer listete die Anklage auf. Zur Haftstrafe kommt ein fünfjähriges Berufsverbot für den Kontakt mit Kindern unter 16 Jahren.

Lesen Sie auch: Sexueller Kindesmissbrauch in NRW: Heilpraktiker soll kinderpornografische Fotos in Praxis gemacht haben.

pap/news.de/dpa
Terror-Anschlag in Halle/Saale im News-Ticker Bluttat in Kitzbühel Mick SchumacherNeue Nachrichten auf der Startseite