11.03.2019, 15.18 Uhr

Flugzeugabsturz in Äthiopien: Software-Fehler? Über 160 Tote bei Flugzeugabsturz

Eines der Flugzeuge der Fluggesellschaft Ethiopian Airlines ist abgestürzt - 157 Tote.

Eines der Flugzeuge der Fluggesellschaft Ethiopian Airlines ist abgestürzt - 157 Tote. Bild: Ben Curtis/AP/dpa

Beim Absturz einer Passagiermaschine in Äthiopien sind nach Angaben der Fluggesellschaft Ethiopian Airlines alle 157 Insassen ums Leben gekommen. Unter den Opfern seien zahlreiche Europäer, teilte die Airline mit. An Bord der Boeing 737 seien 149 Passagiere und 8 Crew-Mitglieder gewesen. Die Fluggesellschaft hatte die neue Maschine nach eigenen Angaben erst im November erworben.

157 Tote bei Flugzeugabsturz in Äthiopien - Ursache noch unbekannt

Die Unglücksmaschine, die von Addis Abeba nach Nairobi fliegen sollte, war am Sonntagmorgen kurz nach dem Start abgestürzt. Die Insassen hätten 33 verschiedene Nationalitäten gehabt, meldete das Staatsfernsehen. Unter den Todesopfern waren nach Angaben der Airline 32 Kenianer, 18 Kanadier, 9 Äthiopier, 8 US-Amerikaner, 8 Italiener, 8 Chinesen, 7 Briten sowie 7 Franzosen, sagte der CEO der Fluggesellschaft, Tewolde GebreMariam, am Sonntagmittag vor Journalisten. Zuvor hatte es widersprüchliche Angaben zu den Nationalitäten der Opfer gegeben.Die Maschine stürzte nach Angaben der Fluggesellschaft nahe der Stadt Bishoftu ab, etwa 50 Kilometer südöstlich der äthiopischen Hauptstadt.

Verwirrung um eventuelle deutsche Opfer

Nach dem Flugzeugabsturz in Äthiopien ist weiter unklar, ob unter den 157 Menschen an Bord auch Deutsche waren. Zwar veröffentlichte die Fluggesellschaft Ethiopian Airlines auf Twitter eine Liste, der zufolge sich fünf Deutsche unter den Opfern befinden. In einer Pressekonferenz sprach der Chef der Fluggesellschaft, Tewolde GebreMariam, jedoch von niederländischen Opfern - möglicherweise lag hier eine Verwechslung vor. Im Internet kursierte zuvor auch eine Liste mit fünf niederländischen Opfern.

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Inzwischen geht das Auswärtige Amt davon aus, dass auch Deutsche unter den Opfern sind. "Das Auswärtige Amt und die Botschaft Addis Abeba stehen mit Ethiopian Airlines und den äthiopischen Behörden in engem Kontakt, um dazu schnellstmöglich gesicherte Informationen zu erhalten", teilte das Ministerium in Berlin mit, ohne eine genaue Zahl zu nennen.

Absturzursache noch unbekannt

Kurz nach Abflug habe der erfahrene Pilot einen Notruf abgesetzt und daraufhin die Freigabe zur Rückkehr erhalten, sagte GebreMariam. Der Funkkontakt zur Maschine sei wenige Minuten nach dem Start abgebrochen, hatte die Airline zuvor erklärt. Die neue Maschine war zuletzt am 4. Februar gewartet worden. Seit dem Kauf des Flugzeuges Ende letzten Jahres sei es rund 1200 Stunden im Einsatz gewesen. Der Pilot hatte seit 2010 für die Fluggesellschaft gearbeitet. Die Absturzursache war zunächst unklar.

"Unsere tief empfundene Anteilnahme und unser Mitgefühl gilt den Angehörigen der Opfer", erklärte Bundeskanzlerin Angela Merkel über die stellvertretende Regierungssprecherin Martina Fietz. In einem Kondolenzschreiben schrieb Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier: "Der Tod so vieler Menschen an Bord erfüllt mich mit tiefer Trauer." Via Twitter hatte zuerst das Büro des äthiopischen Regierungschefs Abiy Ahmed den Angehörigen sein Beileid ausgesprochen.

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Ethiopian Airlines gilt als zuverlässige Fluggesellschaft

Sie bietet weltweite Verbindungen an, auch nach Frankfurt am Main, München, London, New York, Bangkok und Dubai. Es ist allerdings nicht das erste Unglück eines Flugzeugs der Airline. Am 25. Januar 2010 stürzte eine Boeing 737-800 der Fluggesellschaft vor der libanesischen Küste ins Mittelmeer, die 90 Insassen starben. Im November 1996 wurde eine Maschine der Airline entführt. Sie war ebenfalls auf dem Weg von Addis Abeba nach Nairobi. Die Entführer forderten trotz zu geringer Treibstoffmenge, nach Australien geflogen zu werden. Der Kapitän entschloss sich zu einer spektakulären Notwasserung vor den Komoren, um möglichst viele Passagiere zu retten. 125 Insassen starben, rund 50 überlebten.

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