07.03.2019, 07.33 Uhr

Überfall am Flughafen Köln/Bonn: Schüsse am Airport! Täter weiter auf der Flucht, Tatwaffe gefunden

Am Flughafen Köln/Bonn ist ein Geldtransporter überfallen worden (Symbolbild).

Am Flughafen Köln/Bonn ist ein Geldtransporter überfallen worden (Symbolbild). Bild: Oliver Berg / picture alliance / dpa

Maskierte haben am Flughafen Köln/Bonn einen Geldtransporter überfallen und einen Wachmann durch mindestens einen Schuss lebensgefährlich verletzt. Sie flüchteten nach der Tat am Mittwoch in einem schwarzen Auto, das sie im Kölner Stadtteil Porz in Brand setzten und zurückließen, wie die Polizei mitteilte.

Maskierte überfallen Geldtransporter und verletzen Wachmann durch Schuss

"Heute Morgen, etwa Viertel nach Neun, haben drei maskierte und bewaffnete Männer hier einen Geldtransporter überfallen", berichtete Polizeisprecher Wolfgang Baldes vor Ort. "Zwei Mitarbeiter dieser Firma waren wohl außerhalb des Fahrzeugs. Es sind auch Schüsse gefallen. Ein Mitarbeiter der Firma ist durch mindestens einen Schuss im Oberschenkel schwer verletzt worden. Er liegt jetzt in einer Klinik und wird operiert" und sei inzwischen nicht mehr in Lebensgefahr. Das sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch.

Nach Angaben von Polizeisprecher Wolfgang Baldes kamen die Täter mit einem dunklen Audi. Die Polizei sei schnell vor Ort gewesen, ein Beamter habe Erste Hilfe geleistet und das Bein des verletzten Wachmanns abgebunden. Trotzdem sei die Schusswunde lebensgefährlich gewesen - der Mann musste notoperiert werden. Es werde jetzt mit einem Großaufgebot nach den Tätern gefahndet. Außerdem würden Zeugen befragt.

"Wir haben auf einmal einen lauten Knall gehört", erzählt der Mitarbeiter eines Busunternehmens, das im Terminal einen Stand hat. Durch die Glasscheibe ist der Transporter zu sehen. "Der Knall war ungefähr so, als ob hier in der Halle ein Rollkoffer umfällt - nur viel lauter." Dann habe er ein dunkles Auto bemerkt, das mit offenem Kofferraumdeckel zügig weggefahren sei, schildert der Mann, der seinen Namen nicht nennen will. Anschließend seien Polizei, Feuerwehr und Krankenwagen gekommen. "Was tatsächlich passiert ist, habe ich dann im Internet gelesen."

Diebe lassen Fluchtfahrzeug am Flughafen Köln/Bonn brennend zurück

Die Täter könnten einen Koffer erbeutet haben, sagte Baldes. Sicher sei das aber noch nicht. Das Fluchtfahrzeug wurde brennend an der Autobahn 59 im nahe gelegenen Stadtteil Porz gefunden und von der Feuerwehr gelöscht. Ob die Täter mit einem anderen Wagen weitergefahren oder gar zu Fuß geflüchtet sind, ist ungewiss. Eines scheint klar: Das Verbrechen war genau geplant.

Der Flugbetrieb sei durch den Vorfall nicht beeinträchtigt, sagte eine Flughafensprecherin. Auch die Terminals seien ganz normal erreichbar. Nur ein Teil des Fernbusbahnhofs sei abgesperrt - dort ereignete sich der Raubüberfall.

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Ermittler finden Kalaschnikow - Polizei geht nur noch von zwei Tätern aus

Nach dem Überfall auf einen Geldtransporter am Flughafen Köln/Bonn hat die Polizei eine mutmaßliche Tatwaffe gefunden. Die Ermittler hätten am Mittwoch in dem ausgebrannten Fluchtwagen eine Kalaschnikow entdeckt, teilte die Polizei mit. "Es handelt sich möglicherweise um die Waffe, mit der auf einen der drei Wachmänner bei dem Überfall geschossen wurde", hieß es. Der schwer verletzte Mitarbeiter war nach der Tat am Morgen zeitweise in Lebensgefahr.

Die Polizei ging nach weiteren Ermittlungen am Nachmittag von zwei Räubern aus. Zunächst hatten die Ermittler von drei Tätern gesprochen. Nach den beiden Männern werde gefahndet.Während des Überfalls habe einer der Täter hochdeutsch gesprochen, der andere habe geschwiegen. Einer sei komplett schwarz angezogen gewesen, der andere habe zu einer dunklen Hose eine dunkelgrüne Daunenjacke getragen.

Überfall auf Geldtransporter - Polizei fahndet weiter nach Tätern

Nach dem Überfall auf einen Geldtransporter am Flughafen Köln/Bonn sucht die Polizei weiter nach den beiden flüchtigen Tätern. "Die Maßnahmen laufen, wir ermitteln", sagte ein Polizeisprecher am Donnerstagmorgen. Weitere Angaben zu den Ermittlungen machte der Sprecher nicht. Zwei Maskierte hatten den Geldtransporter am Mittwoch überfallen und einen Wachmann mit einem Schuss lebensgefährlich verletzt. Nach einer Notoperation befand sich der Mann am Mittwochnachmittag nicht mehr in Lebensgefahr. Die Räuber flüchteten vom Flughafen aus mit einem Koffer in einem schwarzen Auto. Im Kölner Stadtteil Porz setzten sie den Wagen in Brand. In dem ausgebrannten Autowrack entdeckten Ermittler später ein Kalaschnikow-Sturmgewehr. Ob die Räuber Geld erbeuteten, teilte die Polizei nicht mit.

Überfall auf Airport Köln/Bonn erinnert an Straftat von Köln-Gondorf

Der Fall weckt Erinnerungen an einen anderen Überfall vor fast genau einem Jahr. Dabei hatten Unbekannte im Alter zwischen 30 und 40 Jahren einen Geldtransporter auf dem Parkplatz eines Ikea-Kaufhauses in Köln-Godorf ausgeraubt. Damals schlugen sie zu, nachdem der 60 Jahre alte Geldbote aus dem Transporter gestiegen war. Einer der Täter bedrohte ihn mit der Waffe, während der andere mit laufendem Motor im Fluchtauto wartete - ähnlich wie bei der Tat am Mittwoch.

Mit der Beute verschwanden die Kriminellen vor einem Jahr unerkannt. Wenig später wurde ihr Wagen brennend auf einem Feld in der Nähe entdeckt. Nach Zeugenaussagen flüchteten die Täter zu Fuß. Zur Höhe des erbeuteten Geldes machte die Polizei damals keine Angaben. Die Ermittler prüften danach Parallelen zu Raubüberfällen, die drei untergetauchten Ex-RAF-Terroristen zur Last gelegt wurden. Es ergaben sich dann aber keine Hinweise auf einen Zusammenhang.

Der Fall lief im November auch bei "Aktenzeichen XY" - aber offenbar ohne Ergebnis. Ein Polizeisprecher sagt: "Das war ein ähnlicher Modus Operandi, aber ob die beiden Taten in Zusammenhang stehen, das müssen die Ermittlungen ergeben."

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loc/news.de/dpa
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