06.03.2019, 09.26 Uhr

Zwischenfall in französischem Gefängnis: Radikalisierter Häftling zückt Messer und verletzt Wärter

In einem französischen Gefängnis hat ein radikalisierter Häftling zwei Wärter mit einem Messer angegriffen und verletzt (Symbolbild).

In einem französischen Gefängnis hat ein radikalisierter Häftling zwei Wärter mit einem Messer angegriffen und verletzt (Symbolbild). Bild: Adobe Stock / showcake

Ein radikalisierter Häftling hat in Frankreich zwei Gefängnisaufseher mit einem Messer verletzt und sich anschließend stundenlang in der Haftanstalt verschanzt. Am Dienstagabend nahmen Elitekräfte der Polizei den Mann und seine Lebensgefährtin fest, wie Frankreichs Innenminister Christophe Castaner auf Twitter mitteilte. Die Frau starb jedoch durch Schüsse der Polizei, wie der Sender Franceinfo unter Berufung auf den Antiterrorstaatsanwalt Rémy Heitz berichtete.

Radikaler Häftling geht mit Messer auf Gefängniswärter los

Den Angaben zufolge wollte der Häftling mit seiner Tat den Tod des Straßburger Attentäters Chérif Chekatt rächen, er soll "Allahu Akbar" ("Gott ist groß") gerufen haben. Bei dem Attentat in der Elsass-Metropole waren im Dezember fünf Menschen getötet worden, zwei Tage später wurde der polizeibekannte islamistische Extremist Chekatt bei einem Schusswechsel mit der Polizei getötet.

Frankreichs Justizministerin Nicole Belloubet sprach bei einer Pressekonferenz von einer terroristisch motivierten Tat. Die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft übernahm die Ermittlungen.

Häftling metzelt Aufseher mit Messer nieder, Lebensgefährtin stirbt

Nach Angaben des Pariser Justizministeriums hatte sich der Gefangene am Dienstagmorgen mit seiner Lebensgefährtin in einem speziellen Familienbereich des Gefängnisses in Condé-sur-Sarthe aufgehalten und dort die Aufseher mit einem Keramikmesser attackiert. Die Stichwaffe sei von der schwangeren Ehefrau des Inhaftierten in die Haftanstalt geschmuggelt worden, war bei der britischen "Daily Mail" zu lesen. Die beiden verletzten Aufseher, die Verletzungen im Brustbereich sowie an Rücken und Gesicht davontrugen, schweben demnach nicht in Lebensgefahr. Der Angreifer sitze eine 30-jährige Haftstrafe unter anderem wegen Freiheitsberaubung mit Todesfolge und Terror-Verherrlichung ab.

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loc/news.de/dpa
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