23.07.2019, 12.01 Uhr

Mord an Sophia L.: Fernfahrer wegen Mordes an Tramperin vor Gericht

Der Mord an Tramperin Sophia L. hielt die Polizei in Atem. Jetzt steht der unter Tatverdacht stehende Lkw-Fahrer vor Gericht.

Der Mord an Tramperin Sophia L. hielt die Polizei in Atem. Jetzt steht der unter Tatverdacht stehende Lkw-Fahrer vor Gericht. Bild: Jesus Andrade / El Correo / picture alliance / dpa

Im Fall der getöteten Tramperin Sophia L. aus Bayern hat die Staatsanwaltschaft Bayreuth Mordanklage gegen einen Lastwagenfahrer erhoben. Die Anklagebehörde wirft ihm vor, die 28-Jährige Mitte Juni angegriffen, in seine Gewalt gebracht und umgebracht zu haben, um zuvor begangene Straftaten zu verdecken. Der 1977 geborene Marokkaner behaupte dagegen, die Studentin bei einer Auseinandersetzung getötet zu haben, teilte die Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit.

Mord an Tramperin Sophia L: So kam die Studentin ums Leben

Sophia L. hatte von ihrem Studienort Leipzig aus in Richtung Nürnberg trampen wollen. Dabei nahm der Lastwagenfahrer sie den Ermittlungen zufolge an einer Tankstelle an der Autobahn 9 in Sachsen mit und ermordete sie wenig später. Der Mann wurde in Spanien festgenommen. Dort wurde auch Sophias Leiche entdeckt. Der Lkw-Fahrer wurde nach Deutschland ausgeliefert und kam in Untersuchungshaft.

Mutmaßlicher Mörder von Tramperin vor Gericht

Gut ein Jahr nach dem Gewaltverbrechen an der Studentin Sophia Lösche hat der Mordprozess vor dem Landgericht Bayreuth mit einem Geständnis begonnen. Der angeklagte Fernfahrer gab am Dienstag zu, die 28-Jährige auf ihrem Weg von Leipzig nach Bayern mitgenommen und mit Eisenrohrschlägen getötet zu haben. Der Anklage zufolge hat der 42-jährige Marokkaner die Tramperin ermordet, um eine vorher an ihr begangene sexuelle Straftat zu verdecken. Der Angeklagte gab als Anlass jedoch einen Streit über einen mutmaßlichen Diebstahl an. Er habe bei den Schlägen keine Tötungsabsicht gehabt.

Die Leiche der Frau war einige Tage nach der Tat in Spanien gefunden worden. Dort wurde auch der Lkw-Fahrer festgenommen. Für den Prozess sind zunächst 12 Verhandlungstage mit 17 Zeugen und 3 Sachverständigen angesetzt.

Im September war Sophia im Familien- und Freundeskreis in ihrer Heimatstadt Amberg in der Oberpfalz bestattet worden. Rund 200 Freunde und Angehörige begleiteten sie auf ihrem letzten Weg.

Familie von ermordeter Sophia L. erhebt schwere Vorwürfe

Ihr Bruder Andreas Lösche hatte die Arbeit der deutschen Ermittler wiederholt öffentlich kritisiert. So sei der Fall seiner Schwester lange als Vermisstenfall eingestuft worden, obwohl klar gewesen sei, dass es sich um ein Gewaltverbrechen handele. Auch habe die Kommunikation zwischen den Bundesländern nicht funktioniert.

Die Familie der Studentin wehrte sich außerdem dagegen, dass Rechtspopulisten das Schicksal der jungen Frau für ihre Zwecke missbrauchen. «Es geht hier eindeutig um Gewalt gegen Frauen und nicht um Gewalt durch Flüchtlinge. Das ist mir das Wichtigste, dass das deutlich wird», sagte Lösche im Dezember.

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loc/news.de/dpa
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