08.02.2019, 18.50 Uhr

Schlimmer als Feinstaub!: Unsichtbares Gift! So gefährlich ist Ultrafeinstaub für Ihre Gesundheit

Ist Ultrafeinstaub der neue Feind?

Ist Ultrafeinstaub der neue Feind? Bild: dpa

Feinstaub ist ein natürlicher Bestandteil unserer Luft. Doch durch Verbrennungsmotoren, Reifenabrieb, Industrie, Kraftwerke und Holzöfen steigt die Konzentration enorm. Extrem hohe Feinstaubwerte können kleinen Kindern, Senioren, aber auch Asthmatikern und chronisch Lungenkranken akute Probleme wie Husten und Atembeschwerden bereiten. Bei gesunden Menschen äußert sich eine Feinstaubbelastung durch Halskratzen und Brennen in den Augen.

Gravierende Gesundheitsschäden durch Feinstaub?

Schützen können sich Menschen vor dem Feinstaub kaum. Denn auch Atemschutzmasken können die winzigen Partikel nicht komplett filtern, heißt es von der Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP). Umweltbundesamt-MeteorologinUte Dauert betont, dass es für Feinstaub keine Schwelle gibt, unterhalb derer keine schädigende Wirkung für die Bevölkerung zu erwarten ist.

Nun schlagen Wissenschaftler Alarm: Ultrafeinstaub ist der neue und wohl viel gefährlichere Feind. Zu Ultrafeinstaub zählen Partikel, die 100-mal kleiner als Feinstaub sind. Zum Vergleich: Angenommen der Durchmesser eines Haares (100 Mikrometer) entspricht dem eines Felsens von zwei Metern, dann hätte ein großer Feinstaubpartikel die Größe eines Fußballs, ein Ultrafeinstaubpartikel wäre allerdings kleiner als ein Stecknadelkopf.

Ultrafeinstaub - die unsichtbare Gefahr für die Gesundheit

Ultrafeinstaub ist sehr viel schwieriger nachzuweisen als gewöhnlicher Feinstaub. Die gesundheitlichen Folgen könnten aber durchaus gravierender sein. Ultrafeinstaub kann durch seine Größe nicht nur tief in Lunge und Bronchien, sondern auch ins Blut gelangen und Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems hervorrufen. Inzwischen wird Feinstaub auch als Risikofaktor für Demenz diskutiert.Laut einer Untersuchung des Max-Planck-Instituts (MPI) für Chemie kommen hierzulande rund 120.000 Menschen pro Jahr wegen Feinstaub vorzeitig ums Leben, berichtete das ARD/WDR-Magazin "Monitor".

Wissenschaftler Wolfgang Junkermann vomKarlsruher Institut für Technologie (KIT) in Garmisch-Partenkirchen hat nun im US-Journal "Bulletin of the American Meteorological Society" ein Studie über die Langzeitmessung veröffentlicht. Sein Fazit: Kraftwerke blasen massiv ultrafeinstaub in die Luft.In der Abgasreinigung sind die Bedingungen für die Partikelneubildung optimal", zitiert die "Süddeutsche Zeitung" sagt Junkermann. Es wird vermutet, dass Ammoniak in den Filteranlagen die Bildung von Ultrafeinstaubpartikeln fördern. Durch die Schornsteine gelangen die Partikel in 200 bis 300 Meter Höhe und können mehrere Hundert Kilometer transportiert werden. 

So könnte Ultrafeinstaub das Wetter beeinflussen

Die Ultrafeinstaubpartikel könnten sogar das Wetter dramatisch verändern. Die Kleinstteilchen ändern die Beschaffenheit der Wolken. Durch die winzige Größe könnte es länger dauern, bis sich Regentropfen bilden. dadurch können sich Dürreperioden verstärken und gleichzeitig aber auch Starkregenfälle noch verstärkt werden. 

Die EU-Grenzwerte für Feinstaub wurden in Deutschland in den vergangenen Jahren weitgehend eingehalten - das liegt aber auch daran, dass die zulässigen Werte teils deutlich höher liegen als die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlenen Richtwerte. Brauchen wir neue Richtwerte?

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bua/kad/news.de/dpa
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