16.01.2019, 16.55 Uhr

Lawinengefahr 2019 im News-Ticker: Nach Unglück in Lech: Leiche von viertem deutschen Skifahrer gefunden!

Ein Warnschild mit der Aufschrift

Ein Warnschild mit der Aufschrift "Stop- Lawinengefahr". Bild: dpa

Das Schneechaos im Süden Bayerns und in Teilen Österreichs geht in die nächste Woche. Das Lawinenrisiko in den Alpen ist groß. Für Montag sagen Wetterexperten Neuschnee vorher. In Österreich spitzt sich die Lage zu. Orte wie Lech und Zürs waren wegen einer Sperrung der Zufahrtsstraßen nicht mehr erreichbar. Das teilten die Gemeinden am Sonntagabend auf ihren Webseiten mit. Auch die Ortschaft Stuben am Arlberg war wegen der Lawinengefahr von der Außenwelt abgeschnitten. Auch der Fernpass, eine wichtige Verbindung zwischen Deutschland und Österreich, ist gesperrt. Allein im Bundesland Salzburg waren 17.000 Menschen von der Außenwelt abgeschnitten. Wie die Behörden berichteten, wurde am Sonntagabend auch die Straße nach Obertauern wegen Lawinengefahr gesperrt.

In Teilen Österreichs wird wegen der neuen Schneefälle wieder die höchste Lawinenwarnstufe ausgerufen. Für Montag gelte für den Westen Tirols kurzzeitig Warnstufe 5, teilten die Behörden am Sonntag in Innsbruck mit. In fünf oberbayerischen Landkreisen Bad Tölz-Wolfratshausen, Traunstein, Garmisch-Partenkirchen, Miesbach und Berchtesgadener Land gilt seit Tagen der Katastrophenfall - und der wird wohl zunächst bestehen bleiben.

Lawinengefahr aktuell im Januar 2019: Gefahrenstufen für Lawinen in Deutschland, Österreich, Schweiz

Derzeit gilt im deutschen Alpenraum die Lawinenwarnstufe vier. Die Lawinengefahr wird nach einer fünfstufigen europäischen Gefahrenskala beurteilt.

Stufe 1 - gering: Die Schneedecke ist stabil, allgemein sichere Verhältnisse.

Stufe 2 - mäßig: Die Schneedecke ist an einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt. Lawinenauslösung ist vor allem bei großer Zusatzbelastung etwa durch Skifahrergruppen oder Pistenfahrzeuge möglich.

Stufe 3 - erheblich: Eine Auslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung (Snowboarder, Schneeschuhgeher) vor allem an gefährdeten Steilhängen mit nur mäßig verfestigter Schneedecke möglich. Spontan (ohne menschliches Zutun) sind mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen zu erwarten.

Stufe 4 - groß: Eine Auslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Spontan können viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen abgehen.

Stufe 5 - sehr groß: Spontan sind viele große Lawinen auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten.

Lawinengefahr 2019 und News aktuell im Ticker

Alle News zu Lawinenwarnstufen, der aktuellen Gefahrenlage in den Alpenregionen und Sperrungen lesen Sie hier zeitnah im News-Ticker als praktische Übersicht.

+++ 16.01.2019: Leiche von viertem deutschen Skifahrer gefunden +++

Vier Tage nach dem schweren Lawinenglück in Lech (Österreich) hat ein Großaufgebot von 60 Einsatzkräften den letzten der vier verschütteten deutschen Skifahrer gefunden. Die Leiche des 28 Jahre alten Skilehrers sei mittels Sonde in zweieinhalb Meter Tiefe aufgespürt worden, sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch. Der Mann gehörte zu einer Gruppe von Skifahrern aus Baden-Württemberg, die am Samstag auf einer gesperrten Route von einer Lawine verschüttet worden waren. Seine drei Freunde wurden bereits am Sonntag tot geborgen.

+++ 16.01.2019: Weitere Entspannung der Lawinengefahr in Österreich +++

Die Lawinengefahr in den Alpen geht zurück. Auch viele bisher gesperrte Straßen konnten in Österreich nach Angaben der Lawinenwarnzentrale wieder für den Verkehr freigegeben werden. So sollte die wichtige Fernpass-Route zwischen Deutschland und Österreich am Mittwochnachmittag wieder aus allen Richtungen befahrbar sein.

Für Donnerstag rechneten die Experten verbreitet mit Lawinenwarnstufe 3 (erhebliche Gefahr) auf der fünfstufigen Skala. Wintersportler sollten aber auch das sehr ernst nehmen, sagte Rudi Mair, Leiter des Lawinenwarndiensts Tirol. "Denn gerade bei Lawinengefahrenstufe drei passieren die meisten Lawinenunglücke. Wer nicht ein absolut versierter Tourengeher oder Variantenfahrer ist, sollte deshalb bitte unbedingt auf den gesicherten Pisten bleiben!" Viele Skifahrer unterschätzten die Gefahr.

Unterdessen hat laut Polizei ein Großaufgebot von 60 Einsatzkräften die Suche nach einem vermissten 28-jährigen Skifahrer in Lech wieder aufgenommen - zunächst jedoch ohne Erfolg. Auch der Einsatz von drei Lawinensuchhunden habe nicht den erhofften Erfolg gebracht. Der 28-Jährige gehörte zu einer vierköpfigen Gruppe von Skifahrern aus Baden-Württemberg, die am Samstag auf einer gesperrten Route von einer Lawine verschüttet wurden. Seine drei Freunde wurden bereits tot geborgen.

+++ 16.01.2019: Weniger Neuschnee - Lawinengefahr in Bayern nimmt ab +++

Im verschneiten Südbayern entspannt sich die Wetterlage weiter:Die Lawinengefahr nahm erneut etwas ab. Die zweithöchste Warnstufe gilt seit Dienstag nur noch oberhalb der Waldgrenze in den Allgäuer, den Werdenfelser und den Berchtesgadener Alpen. Laut Lawinenwarndienst Bayern sollte sich die Situation innerhalb weniger Tage deutlich entspannen. In Österreich galt vielerorts die zweithöchste oder dritthöchste Meldestufe.

+++ 16.01.2019: Junge Schwedin von Lawine in der Schweiz getötet +++

Eine 20-jährige Skifahrerin aus Schweden ist in der Schweiz von einer Lawine verschüttet und getötet worden. Die junge Frau starb bei einer Abfahrt am Dienstag, obwohl sie nach Angaben der Behörden von anderen Skifahrern sehr schnell aus den Schneemassen geborgen werden konnte. Sie gehörte zu einer Gruppe, die trotz Lawinengefahr außerhalb der Skipisten im Kanton Wallis unterwegs war.

+++ 15.01.2019: 24-Jähriger kommt in Österreich durch Lawine ums Leben +++

In Österreich ist erneut ein Skifahrer durch eine Lawine ums Leben gekommen. Ein 24-Jähriger aus Tschechien war am Dienstag mit seinem Vater am Ankogel in Kärnten auf einem Forstweg abseits der gesicherten Pisten unterwegs, als er von einer Lawine mitgerissen wurde. Wie Polizeisprecher Mario Nemetz der österreichischen Nachrichtenagentur APA sagte, waren beide gut ausgerüstet. "Sie sind von einem Parkplatz aus über einen Forstweg aufgestiegen und trugen auch Lawinenpiepser. Beim Aufstieg hielten sie einen Abstand von etwa zehn Metern ein." Auf einem unbewaldeten Stück ging eine Lawine ab. Der 24-Jährige wurde 100 Meter weit mitgerissen und verschüttet.

Laut Polizei war der 24-Jährige als Skilehrer in der Region tätig, sein Vater war auf Urlaub in Kärnten. Mit dem neuen Unglück steigt die Zahl der Lawinentoten in Österreich in diesem Winter auf elf.

+++ 15.01.2019: Suche nach viertem Lawinen-Opfer in Lech bisher erfolglos +++

Der Schnee hat den Alpenraum weiter fest im Griff.

Der Schnee hat den Alpenraum weiter fest im Griff. Bild: Sven Hoppe / picture alliance / dpa

Der erneute Versuch, den von einer Lawine verschütteten Skifahrer in Lech zu finden, ist zunächst ohne Erfolg geblieben. Wie die Polizei am Dienstag berichtete, war beim Überfliegen des Unglücksorts mit dem Hubschrauber kein Signal aufzufangen. Der vermisste 28-Jährige hatte wie seine drei bereits tot geborgenen Freunde ein Lawinensuchgerät dabei. Um zum Lawinenkegel zu gelangen, sollten Sprengungen lawinengefährdete Hänge entschärfen. Noch am Dienstag war laut Polizei eine Suche mit Spürhunden geplant. Sollte der 28-jährige nicht gefunden werden, kämen am Mittwoch Lawinen-Einsatzgruppen des Bundesheers und der Alpinpolizei zum Einsatz, hieß es. Es bestehe allerdings keine realistische Hoffnung, den Vermissten lebend zu finden.

Die vier Freunde aus dem Raum Biberach in Baden-Württemberg waren am Samstag von einer Lawine auf der eigentlich gesperrten Skiroute "Langer Zug" verschüttet worden. Drei Männer im Alter von 32, 36 und 57 Jahren wurden bald danach tot geborgen. Wie die "Schwäbische Zeitung" berichtete, waren drei der vier Freunde erfahrene Skilehrer.

+++ 15.01.2019: Sänger David Hasselhoff in Österreich eingeschneit +++

Der US-Schauspieler und Sänger David Hasselhoff (66, "Baywatch") gehört zu den Eingeschneiten im österreichischen Urlaubsort Saalbach-Hinterglemm. "The Hoff" postete am Montagabend ein Video, in dem er mit Bademantel, Stiefeln und Mütze durch den Schnee stapft. Dem Anschein nach überrascht über die Kälte des Schnees versucht er, sich fröstelnd zu einem Whirpool vorzuarbeiten - zumindest im Video ohne Erfolg. Hasselhoff ist laut "Salzburger Nachrichten" Stammgast in Saalbach-Hinterglemm. Am Donnerstag gibt er dort ein Konzert.

Saalbach-Hinterglemm ist nach Angaben des Landes Salzburg seit Montagabend nicht mehr erreichbar. Die Zufahrtstraße wurde wegen Lawinengefahr sicherheitshalber gesperrt. Insgesamt sind im Bundesland Salzburg seit Montagabend mehr als 41 000 Menschen von der Außenwelt abgeschnitten.

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