04.01.2019, 08.57 Uhr

China-Sonde "Chang'e 4": Sensation! "Jadehase 2" rollt über Mond-Rückseite

Erstmals in der Geschichte ist eine Raumsonde auf der Rückseite des Mondes gelandet.

Erstmals in der Geschichte ist eine Raumsonde auf der Rückseite des Mondes gelandet. Bild: dpa/Xinhua

Mehr als 50 Jahre nach der ersten Mondlandung hat eine chinesische Sonde erstmals auf der Rückseite des Erdtrabanten aufgesetzt. "Chang'e 4" landeteam frühen Donnerstagmorgen um 3.26 Uhr MEZ amAitken-Krater in der Nähe vom Südpol des Mondes.

+++ 04.01.2019: Roboterfahrzeug "Jadehase 2" rollt los +++

 

 

Nach der ersten Landung auf der Rückseite des Mondes hat China auch das Roboterfahrzeug der Mission in Betrieb genommen. Der "Jadehase 2" rollte am Donnerstagabend von der Landesonde "Chang'e 4" und berührte um 22.22 Uhr (Ortszeit) erstmals die Mondoberfläche, wie die chinesische Weltraumbehörde CNSA am Freitag auf ihrer Webseite mitteilte.

Auf einer zur Erde gesendeten Aufnahme ist das Fahrzeug mit ausgeklappten Solar-Zellen zu sehen. Zuvor war es von einer Rampe gefahren und hinterließ mit seinen Reifen die ersten Spuren im lockeren Mondboden. Chinas Raumfahrzeuge sind nach einer alten Legende benannt, wonach der "Jadehase" (Yutu) der Mondfee "Chang'e" auf dem Erdtrabanten Gesellschaft leistet.

+++ 03.01.2019: "Chang'e 4": Landung auf Mond-Rückseite geglückt +++

Im chinesischen Staatsfernsehen war von einer historischen Landung und einem großen technologischen Durchbruch die Rede. Minuten nach der Landung funkte die Sonde erste Bilder zur Erde, auf denen die Oberfläche des Mondes zu sehen ist. 

Die erste sanfte Mondlandung gelang der sowjetischen Sonde "Luna 9" 1966. 1959 zerschellte Luna 2 auf dem Mond. 1969 betrat ein US-Astronaut erstmals den Erdtrabanten.

China-Raumsonde landet erstmals auf Mond

China ist nun aber die erste Nation, die auch auf der von der Erde abgewandten Seite des Mondes gelandet ist. An Bord der "Chang'e 4" befindet sich ein Roboterfahrzeug, das in einem nächsten Schritt das Terrain um die Landestelle erkunden soll.

Chinesische Experten hatten die Mission im Vorfeld als sehr anspruchsvoll bezeichnet. Als Hürde galt die reibungslose Kommunikation mit der Erde, weil auf der Rückseite des Mondes keine direkte Funkverbindung aufgebaut werden kann. Deshalb brachten die Chinesen bereits im Mai den Übertragungssatelliten "Queqiao" (Brücke der Elstern) in Position, um Signale aus dem Funkschatten senden zu können. 

Mit einem reibungslosen Ablauf der Mond-Mission soll unter Beweis gestellt werden, dass Chinas ambitioniertes Raumfahrtprogramm große Fortschritte macht. 

Mond-Mission geglückt: So geht es jetzt weiter

Geplant sind unter anderem Experimente mit niedrigen Radiofrequenzen. Ohne die Erdatmosphäre und andere Störungen können Astronomen in der Stille des Alls besser Signale auffangen und hoffen auf neue Erkenntnisse über die Entstehung der Sterne.

Zudem hat "Chang'e 4" Saatgut geladen, mit dem geprüft werden soll, ob Gemüseanbau in einer geschlossenen Umgebung bei der niedrigen Schwerkraft der Mondoberfläche möglich ist. 

Strahlenmessgerät kommt aus Kiel

An Bord ist auch ein von Wissenschaftlern der Kieler Christian-Albrechts-Universität entwickeltes Strahlenmessgerät. Das Kieler Experiment soll mindestens ein Jahr lang die Strahlung und den Wassergehalt des Bodens messen und die Daten zur Erde schicken. Die Erkenntnisse daraus sollen helfen, zukünftige bemannte Mondmissionen vorzubereiten.

China plant 2019 weitere unbemannte Landung

2019 plant China eine weitere unbemannte Landung, um Gesteinsproben zur Erde zurückzubringen. Bis 2030 soll erstmals ein Chinese einen Fuß auf den Erdtrabanten setzen. Die Mondmissionen sind nur ein Teil des ehrgeizigen Raumfahrtprogramms Chinas, das auch den Bau einer Raumstation um 2022 vorsieht.

"Chang'e 4" war am 8. Dezember von der Erde gestartet und erreichte laut Staatsfernsehen am 12. Dezember die Mond-Umlaufbahn. Mit "Chang'e 3" hatten die Chinesen erstmals 2013 eine Sonde auf der Vorderseite des Erdtrabanten gelandet - weit später als Russen und Amerikaner. Die USA hatten nach unbemannten Sonden zwischen 1969 und 1972 auch zwölf Astronauten auf den Erdtrabanten gebracht.

Lesen Sie auch: HIER können Sie Polarlichter über Deutschland erleben

Folgen Sie News.de schon bei Facebook, Google+ und Twitter? Hier finden Sie brandheiße News, tolle Gewinnspiele und den direkten Draht zur Redaktion.

sba/news.de/dpa
Themen: China, Mond
Terror in Sri LankaWetter im April 2019Heidi Klum und Freund Tom KaulitzNeue Nachrichten auf der Startseite