30.12.2018, 11.14 Uhr

Erste Böller-Unfälle vor Silvester 2018: 3 Finger abgerissen! Böller explodiert in der Hand

Gefährlich: Sowohl einem Mann in Bayern als auch einem 14-Jährigen in Hamburg sind durch einen Böller drei Finger abgerissen worden. (Symbolbild)

Gefährlich: Sowohl einem Mann in Bayern als auch einem 14-Jährigen in Hamburg sind durch einen Böller drei Finger abgerissen worden. (Symbolbild) Bild: dpa

Beim Basteln mit Silvesterböllern hat ein Mann in Bayern drei Finger verloren. Die Finger seien nach dem Unfall nicht mehr auffindbar gewesen, teilte das Bayerische Rote Kreuz (BRK) mit.

Unfälle vor Silvester 2018: Böller nach Youtube-Anleitung verursacht schwere Verbrennungen

Demnach kam es zu der Explosion, als der Mann im Landkreis Würzburg am Freitagnachmittag mit den Böllern "bastelte". Weitere Details, etwa zur Art der Böller, lagen zunächst nicht vor. Es ist nicht der erste Unfall mit Feuerwerkskörpern kurz vor Silvester.

Bereits am Samstag musste ein 18-Jähriger in Ottersberg in Niedersachsen mit schweren Verbrennungen ins Krankenhaus eingeliefert werden. Er war mit zwei Freunden einer YouTube-Anleitung zum Böllerbau gefolgt. 60 Prozent seiner Haut verbrannten. Ein Gleichaltriger wurde leicht verletzt, der dritte Freund nicht.

3 Finger abgerissen! Jugendlicher (14) schwer verletzt im Krankenhaus

Einem 14 Jahre alten Jugendlichen sind bei der Explosion eines Silvesterböllers in Hamburg ebenfalls drei Finger abgerissen worden. Der Sprengkörper war unmittelbar nach dem Anzünden in der linken Hand des Jungen detoniert, wie ein Polizeisprecher am Sonntag mitteilte. Rettungskräfte brachten den schwer verletzten Jugendlichen zur Behandlung in ein Krankenhaus.

Immer mehr Kinder unter den Böller-Opfern zu Silvester

Alljährlich sind die Notaufnahmen zu Silvester voll. Ärzte behandeln dabei nicht nur Hobby-Pyrotechniker nach Unfällen, sondern auch viele Zufallsopfer. Raketen werden aus der Hand abgefeuert, Böller aus dem Fenster geworfen, importierte sprengstarke Pyrotechnik aus dem Ausland verwendet, Blindgänger noch mal gezündet. "Der männlichen Experimentierfreude sind da keine Grenzen gesetzt", sagte Angela Kijewski, Sprecherin des Unfallkrankenhauses Berlin (UKB).

Sehr oft sind Kinder die Opfer. Ihr Anteil unter den Silvester-Verletzten mit Augen- und Ohrenschäden habe in den vergangenen Jahren zugenommen, sagte der leitende Oberarzt der Notaufnahme am Virchow-Klinikum der Berliner Charité, Tobias Lindner. Grund seien etwa Knaller-Würfe, die zu Explosionen nahe dem Gesicht oder dem Ohr führen.

Nicht nur Verletzte: 2017 gab es zwei Feuerwerk-Tote in Brandenburg

Deutsche Augenkliniken meldeten rund um Silvester der beiden Vorjahre jeweils weit mehr als 800 Augenverletzungen aufgrund von Pyrotechnik, wie die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft mitteilte. Auch dass Menschen den Rutsch ins neue Jahr nicht überleben, kommt in Deutschland immer wieder vor - allein in Brandenburg gab es voriges Silvester zwei Feuerwerk-Tote. "Die schweren Verletzungen passieren fast ausschließlich mit illegalen Böllern, sogenannten Polenböllern, oder selbstgebasteltem Feuerwerk", so Kijewski.

Lindner findet, dass Feuerwerkskörper schon allein wegen gezielter Angriffe auf Rettungskräfte wie im Vorjahr in Berlin nicht in die Hände einer breiten Öffentlichkeit gehören. "Man sollte sich auf schöne Feuerwerke konzentrieren, die der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, so dass man das gemeinsame Erlebnis hat."

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kad/news.de/dpa
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