17.12.2018, 14.37 Uhr

Messerattacke in Nürnberg: Mutmaßlicher Messerstecher schweigt - Polizei sucht weitere Zeugin!

In Nürnberg wurden drei Frauen niedergestochen. Die Mordkommission ermittelt.

In Nürnberg wurden drei Frauen niedergestochen. Die Mordkommission ermittelt. Bild: dpa

Nach der Festnahme des mutmaßlichen Messerstechers von Nürnberg geht das Rätselraten um das Motiv weiter. Warum hat der Mann innerhalb von drei Stunden drei Frauen niedergestochen, die er nicht einmal kannte? Auch viele andere Fragen müssen die Ermittler noch klären. Woher hatte der 38-Jährige das etwa 25 Zentimeter lange Tatmesser? Weshalb kam der Mann, der keinen festen Wohnsitz hat, nach Nürnberg - und könnte womöglich eine psychische Erkrankung hinter der Tat stehen?

Der Mann selbst schwieg bisher. Bei einer Pressekonferenz am Sonntag hatten die Ermittler davon gesprochen, dass die Aufarbeitung des Falles Monate dauern könnte.

Polizei fasst mutmaßlichen Messerstecher - Alle Opfer außer Lebensgefahr!

Der 38 Jahre alte Deutsche ohne festen Wohnsitz soll am Donnerstagabend in rund drei Stunden drei Frauen im Alter von 26, 34 und 56 Jahren niedergestochen haben. Alle drei Opfer wurden am Oberkörper schwer verletzt - zwei der Frauen waren zeitweise in Lebensgefahr. Sie wurden am Sonntag noch im Krankenhaus behandelt.

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+++ 17.12.2018, 14.16 Uhr: Polizei sucht weitere Zeugin +++

 

Die Polizei sucht nun nach einer möglichen Zeugin, die in der Nähe eines Tatorts im Stadtteil St. Johannis mit einem Hund unterwegs war und etwas gesehen haben könnte. Von ihr erhofften sich die Beamten nützliche Hinweise, sagte die Polizeisprecherin. Der laut Staatsanwaltschaft gebürtig aus Sachsen-Anhalt stammende Mann - zuvor hieß es fälschlicherweise, er sei gebürtiger Thüringer - sitzt seit vergangenem Freitag wegen Diebstahls in Untersuchungshaft. Er hatte versucht, in einem Geschäft ein Käsemesser zu stehlen.

Die Anklagebehörde will auch "zeitnah" Haftbefehl wegen versuchten Mordes in drei Fällen beantragen. Weil der Mann schon in U-Haft sitze, gebe es erst einmal keinen Grund zur Eile, sagte eine Sprecherin. Der Haftantrag werde höchstwahrscheinlich noch diese Woche gestellt

+++ 17.12.2018, 07.45 Uhr: Nürnberger Messerstecher wurde bereits 18 Mal verurteilt +++

Der gebürtige Thüringer sitzt nun in Untersuchungshaft - allerdings vorerst noch wegen des versuchten Diebstahls eines Messers. Nun wird ihm auch versuchter Mord in drei Fällen vorgeworfen. Im Laufe der Woche will die Staatsanwaltschaft deshalb zusätzlich einen Haftbefehl beantragen.Der Mann war laut Anklagebehörde zuvor bereits 18 Mal verurteilt worden. Vorwiegend gehe es um Diebstahl, aber auch um Drogendelikte, Brandstiftung, Betrug und Beleidigung - "ein Spaziergang quer durchs Strafgesetzbuch", wie Oberstaatsanwältin Antje Gabriels-Gorsolke am Sonntag in Nürnberg sagte. Es habe auch eine Jugendstrafe wegen Vergewaltigung gegeben.

Bereits am Freitagvormittag hatte eine Polizeistreife den Mann in der Nähe der Tatorte vorläufig in Gewahrsam genommen. Auf ihn hatten die Beschreibungen der Opfer sowie von Zeugen gepasst. Außerdem hatte er die Tatwaffe dabei - das Messer. Dafür konnte er keine schlüssige Erklärung abgeben. Für die Ermittler erhärtete sich der Tatverdacht unter anderem durch DNA-Spuren eines Opfers an dem Tatmesser.

+++ 16.12.2018, 13.40 Uhr: Herrmann: Sichtbare Polizeipräsenz nach Messerattacken war wichtig +++

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat nach der Festnahme des mutmaßlichen Messerstechers von Nürnberg das Vorgehen der Polizei gelobt. "Es war wichtig, dass gezielt die sichtbare Polizeipräsenz in der Stadt verstärkt wurde", sagte Herrmann am Sonntag in Nürnberg. "Man hat gespürt, wie viele Menschen Angst hatten, der Täter läuft immer noch frei herum." Die Ermittlung des mutmaßlichen Täters sei sehr wichtig gewesen, um den Menschen in der Stadt die Furcht vor weiteren Angriffen zu nehmen. Bevor nun über weitere Konsequenzen gesprochen werden könne, müsse aber erst einmal der gesamte Sachverhalt aufgeklärt werden.

+++ 16.12.2018, 13.32 Uhr: Verdächtiger nach Angriffen auf Frauen schweigt zu Vorwurf +++

Der nach den Angriffen auf drei Frauen in Nürnberg gefasste Tatverdächtige hat sich bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert. Das teilte die Polizei am Sonntag mit. Er habe bei seiner Festnahme, die bereits am Freitagmorgen ganz in der Nähe der Tatorte erfolgt sei, ein Messer bei sich gehabt, für das er keine schlüssige Erklärung gehabt habe.

Der Verdächtige sei zunächst wegen eines Eigentumsdelikts, das er rund zwei Stunden vor der ersten Messerattacke verübt haben soll, in Untersuchungshaft genommen worden. Auf ihn passten die Beschreibungen der Opfer. Am Samstagabend habe sich dann der dringende Tatverdacht erhärtet, als das Ergebnis eines DNA-Vergleichs übermittelt worden sei.

Bei dem 38 Jahre alten Mann handele es sich um einen wohnsitzlosen Deutschen. Sein Motiv für die Angriffe sei weiter unklar, hieß es. Weil alle Opfer auf dem Nachhauseweg von den Angriffen völlig überrascht wurden, geht die Anklagebehörde in allen drei Fällen von versuchtem Mord aus.Der Tatverdächtige ist bereits vielfach mit dem Gesetz in Konflikt geraten. "Wir haben 18 Vorverurteilungen im Bundeszentralregister", sagte Oberstaatsanwältin Antje Gabriels-Gorsolke am Sonntag in Nürnberg. Vorwiegend gehe es um Diebstahl, aber auch um Betäubungsmitteldelikte, Brandstiftung, Betrug und Beleidigung - "ein Spaziergang quer durchs Strafgesetzbuch". Es habe auch eine Jugendstrafe wegen Vergewaltigung gegeben.

+++ 15.12.2018, 19.12 Uhr: Polizei hat Verdächtigen festgenommen +++

Nach den Angriffen auf drei Frauen in Nürnberg ist ein Verdächtiger festgenommen worden. Ein 38-Jähriger sei in Untersuchungshaft, teilte die Polizei Mittelfranken am Samstagabend mit. Zuerst hatte die "Süddeutsche Zeitung" darüber berichtet. Der Mann sei aufgrund eines erfolgten DNA-Abgleichs als dringend tatverdächtig festgenommen worden. Für Sonntag, den 16.12.2018, kündigte die Polizei um 12.30 Uhr eine Pressekonferenz zu dem Fall an. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) will dann gemeinsam mit Vertretern von Polizei und Staatsanwaltschaft erste Erkenntnisse zu dem Fall bekanntgeben.

+++ 15.12.2018, 9.17 Uhr: Fahndung nach Angriffen in Nürnberg: "Stadtgebiet wird überwacht" +++

Nach den Angriffen auf drei Frauen in Nürnberg fahndet die Polizei weiter nach dem Täter. "Das Stadtgebiet wird von uns überwacht", sagte ein Polizeisprecher in Nürnberg am Samstag. Zahlreiche Beamte seien im Einsatz. Zudem würden die eingehenden Hinweise überprüft. Ob es bereits konkrete Hinweise auf den Täter gibt, konnte der Sprecher zunächst nicht sagen. Der mittelfränkische Polizeipräsident Roman Fertinger hatte am Freitag davon gesprochen, dass man «einige Personen im Fokus» habe.

Die drei Fußgängerinnen im Alter von 26, 34 und 56 Jahren waren am Donnerstagabend in einem Zeitraum von etwa drei Stunden niedergestochen worden, als sie auf dem Nachhauseweg waren. Weil alle Opfer von den Angriffen völlig überrascht wurden, geht die Staatsanwaltschaft in allen Fällen von versuchtem Mord aus, wie eine Sprecherin der Anklagebehörde sagte. Die Polizei ging davon aus, dass es sich in allen Fällen um denselben Täter handelt.

Der Gesuchte soll demnach zwischen 25 und 30 Jahre alt und etwa 1,80 Meter groß sein. Er soll eine «normale» Figur haben, blonde bis dunkelblonde Haare und helle Haut.

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