13.12.2018, 18.25 Uhr

Schweres Zugunglück in der Türkei: Mindestens 9 Tote und 86 Verletzte! Auch Deutscher unter den Opfern

Das Videostandbild zeigt mehrere beschädigte und entgleiste Wagons an einem Bahnhof in Ankara.

Das Videostandbild zeigt mehrere beschädigte und entgleiste Wagons an einem Bahnhof in Ankara. Bild: dpa/DHA via AP

Bei einem schweren Zugunglück in der türkischen Hauptstadt Ankara sind mindestens neun Menschen getötet und unzählige verletzt worden. Das berichtete am Donnerstagmorgen die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu.

Update: Zahl der Verletzten bei Zugunglück von Ankara springt auf 86

Nach dem schweren Zugunglück am Rande der türkischen Hauptstadt Ankara steigt die Zahl der Verletzten sprunghaft an. Wie die Staatsanwaltschaft von Ankara am Donnerstagnachmittag berichtete, wurden insgesamt 86 Menschen verletzt. Zuvor war von 47 Verletzten die Rede gewesen. Die Zahl der Toten lag demnach weiter bei neun.

Mindestens 9 Tote bei Zugunglück in türkischer Hauptstadt Ankara

Nach dem schweren Zugunglück am Rande der türkischen Hauptstadt Ankara steigt die Zahl der Opfer weiter. Transportminister Mehmet Cahit Turhan sagte am Donnerstagvormittag im Fernsehen, dass bei dem Zusammenstoß eines Zuges mit einer Lokomotive neun Menschen ums Leben gekommen seien. Unter den Toten seien einer der Zugführer aus der Lokomotive sowie zwei Lokführer aus dem Schnellzug.

Mittlerweile seien alle Menschen aus den Trümmern geborgen, sagte Turhan. Fernsehreportern zufolge gehen die Aufräumarbeiten aber weiter. Auch Spürhunde seien noch im Einsatz. Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete, insgesamt seien 206 Menschen an Bord gewesen.

Auch ein deutsches Todesopfer bei Zugunglück in Ankara

Unter den neun Toten des Zugunglücks von Ankara ist nach Angaben des Auswärtigen Amtes auch ein Deutscher. "Bei dem tragischen Zugunglück in Ankara heute Morgen ist nach derzeitigem Kenntnisstand auch ein Deutscher verstorben. Dies konnte die türkische Polizei bestätigen", hieß es am Donnerstag aus dem Auswärtigen Amt. Die Botschaft in Ankara sei informiert und stehe mit den türkischen Behörden und den Angehörigen in Kontakt.

Update: Das deutsche Opfer war ein Mitarbeiter der staatlichen Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), wie deren Pressestelle der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. Aus dem Gouverneursamt in Ankara hieß es am Nachmittag, es handele sich um einen 48-jährigen Mann. Dem Namen nach könnte er türkische Wurzeln haben.

Schweres Zugunglück in Ankara! Schnellzug kollidiert mit Lokomotive

Gegen 6.30 Uhr Ortszeit war nahe der Station Marsandiz der zwischen den Städten Ankara und Konya verkehrende Schnellzug mit einer Lokomotive zusammengestoßen. Der Gouverneur der Provinz Ankara, Vasip Sahin, sagte, die Lokomotive sei auf denselben Gleisen wie der Schnellzug für eine Kontrollfahrt unterwegs gewesen. Teile des Hochgeschwindigkeitszuges krachten nach der Kollision in eine Überführung. Die Konstruktion, die offenbar aus Metall bestand, brach teilweise auf zwei der Waggons herunter.

Horror-Bilder aus der Türkei: Schnellzug kracht in Lokomotive

Bilder zeigten die beiden betroffenen Wagen umgestürzt zwischen zerrissenem und verbogenem Metall liegend, einer davon quer zu den Gleisen. Nicht weit entfernt ist die ebenfalls von den Gleisen abgekommene schwere Zugmaschine zu sehen. Der Unfallort liegt nahe der Station Marsandiz, die keine belebte Großstadt-Station ist. Ersten Informationen zufolge liegt dort unter anderem eine Anlage zur Wartung von Zügen.

Wie schnell der Zug unterwegs war, blieb zunächst unklar. Auch wieso gleichzeitig zwei Züge auf denselben Gleisen fahren durften, konnten die Behörden noch nicht beantworten. Anadolu zufolge hat die Staatsanwaltschaft in Ankara eine Untersuchung eingeleitet. Schon am Nachmittag wurden drei Mitarbeitern der staatlichen Eisenbahngesellschaft festgenommen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft handelt es sich um einen Weichensteller, einen Fahrdienstleiter und einen Kontrolleur.

Zugunglücke in der Türkei keine Seltenheit

Zugunglücke sind in der Türkei keine Seltenheit. Erst im Juli waren bei einem schweren Unfall in der Nordwesttürkei mindestens 24 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 300 Menschen mussten verletzt in Krankenhäuser gebracht werden. Der Zug mit 362 Reisenden an Bord war entgleist, nachdem Regenfälle das Gleisbett weggespült hatten.

Die Türkei will Medienberichten zufolge ihr Hochgeschwindigkeits-Bahnnetz modernisieren und hofft dabei auch auf Investitionen aus Deutschland.

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sba/jat/news.de/dpa
Themen: Ankara, Türkei
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